Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Erste Flüchtlingsunterkunft aus Holz wird eröffnet
Hannover Aus der Stadt Erste Flüchtlingsunterkunft aus Holz wird eröffnet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 11.02.2016
Von Juliane Kaune
Offene Türen: Anwohner informieren sich über die neuen Holzbauten. Quelle: Juliane Kaune
Anzeige
Hannover

In knalligem Rot, Orange und Gelb leuchten die Fassaden der neuen Wohnanlage für Flüchtlinge in Linden-Nord - ein farbenfroher Kontrapunkt zu dem trüben, nass-kalten Wetter. Die Außentemperatur war für viele Anwohner und andere Interessierte kein Grund, zu Hause zu bleiben. Dicht an dicht drängten sie sich auf Einladung der Stadt am Montag in und um die Modulbauten in der Steigertahlstraße, die in der kommenden Woche bezogen werden. Etwa 300 Neugierige dürfen es in zwei Stunden gewesen sein. Schließlich ist die Unterkunft noch eine Seltenheit: Es ist die erste im Stadtgebiet, die aus Holz gebaut wurde.

"Das riecht ja gut", meint einer der Besucher, der sich die noch nicht ganz fertig möblierten Wohnräume ansieht. Der Duft von frischem Kieferholz verbreitet sich. Manche fühlen sich an skandinavische Holzhäuser erinnert. Verglichen mit den Modulbauten aus Stahl, die bisher an mehreren Standorten für Flüchtlinge errichtet wurden, vermitteln die hölzernen Pendants innen und außen eine deutlich freundlichere Atmosphäre.

"Mit Holz machen wir einen Schritt nach vorn", sagt Stadtsprecher Alexis Demos. Dass die Stadt auf den alternativen Werkstoff setzt, hat noch einen anderen Grund: Die Behörden wollen die Engpässe bei Stahlcontainern umgehen, durch die die Produktionskosten in die Höhe geschnellt sind. Gleichwohl kostet auch die Holzvariante, deren Module in Österreich gefertigt wurden, 4,5 Millionen Euro. Zwei vergleichbare Holzunterkünfte entstehen in Herrenhausen und Ahlem; eine Ausschreibung für weitere Standorte läuft. Die Stadt hat die Bedingungen so geändert, dass nun auch mittelständische Betriebe aus der Region eine Chance erhalten. Alle Anforderungen an den Schallschutz würden eingehalten, betonen die Planer. In der Steigertahlstraße liegt der Schnellweg liegt in Sichtweite.

Bei der Regionsverwaltung ist man ebenfalls auf die Idee mit dem Holz aufmerksam geworden. Finanz- und Gebäudedezernentin Andrea Fischer machte sich am Montag mit Regionsabgeordneten selbst ein Bild vor Ort - und zeigte sich überzeugt: "Das ist ein großer Fortschritt." Nun solle geprüft werden, in welchen Kommunen ebenfalls Holzbauten für Flüchtlinge infrage kämen.

Für 97 Menschen wird die Anlage in der Steigertahlstraße ein Zuhause auf Zeit. Für jeden der Bewohner, zunächst vor allem junge Männer, steht ein zehn Quadratmeter großes Zimmer bereit. Jeweils drei bis fünf der Räume werden zu Wohneinheiten zusammengefasst, zu denen eine Gemeinschaftsküche und ein Bad gehören. "Das wäre doch auch gut für Familien geeignet", meint Reinhard Schmidt, der in der direkten Nachbarschaft wohnt. Er und seine Frau Dorothea sind gekommen, "um sich mal umzuschauen".

Angret Rafalski geht schon einen Schritt weiter: Sie hat sich gleich in die Liste des Unterstützerkreises eingetragen, der die Flüchtlinge ehrenamtlich betreuen wird. Am liebsten würde sie Hilfe bei Behördengängen anbieten. Oder Sprachunterricht geben. "Wir sind eine Gruppe von 80 bis 90 Leuten", sagt Swidbert Gerken, der bereits seit November dabei ist. Nach zwei Stunden sind noch einmal fast 30 Namen dazugekommen.

Fotostrecke Hannover Aus der Stadt: Erste Flüchtlingsunterkunft aus Holz wird eröffnet
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Info-Treffen am Dienstag von Gegnern der großen Flüchtlingsunterkunft am Kronsberg wurde abgesagt. Grund seien Sicherheitsbedenken wegen mangelnder Raumkapazität. Es werde mit zu vielen Teilnehmern und einer hitzigen Stimmung gerechnet. Ein Sicherheitsdienst sei dafür aber nicht finanzierbar.

08.02.2016

Weil ein entgegenkommender Wagen bei Rot über die Ampel fuhr, musste der Fahrer eines BMWs abrupt abbremsen. Die Folge: ein Auffahrunfall. Die Fahrerin des hinteren Toyota will nun Schadensersatz. Ihre Chancen vor Gericht stehen gut. In vier Wochen wird der Fall mit weiteren Zeugen fortgesetzt.

Michael Zgoll 11.02.2016

Vor genau 70 Jahren, am 9. und 10. Februar 1946, stieg das Wasser der Leine und Ihme ungewöhnlich stark an – so stark, dass die Altstadt und andere Stadtteile komplett unter Wasser standen.

18.02.2016
Anzeige