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Erste Flüchtlingsunterkunft aus Holz wird eröffnet

Linden Erste Flüchtlingsunterkunft aus Holz wird eröffnet

Holz statt Stahl: In der Steigertahlstraße am Leineufer in Linden werden von der kommenden Woche an Flüchtlinge in Holzbauten wohnen. Anwohner konnten am Montag schon einmal in Augenschein nehmen, wo und wie bald knapp 100 Flüchtlinge leben sollen.

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Offene Türen: Anwohner informieren sich über die neuen Holzbauten.

Quelle: Juliane Kaune

Hannover. In knalligem Rot, Orange und Gelb leuchten die Fassaden der neuen Wohnanlage für Flüchtlinge in Linden-Nord - ein farbenfroher Kontrapunkt zu dem trüben, nass-kalten Wetter. Die Außentemperatur war für viele Anwohner und andere Interessierte kein Grund, zu Hause zu bleiben. Dicht an dicht drängten sie sich auf Einladung der Stadt am Montag in und um die Modulbauten in der Steigertahlstraße, die in der kommenden Woche bezogen werden. Etwa 300 Neugierige dürfen es in zwei Stunden gewesen sein. Schließlich ist die Unterkunft noch eine Seltenheit: Es ist die erste im Stadtgebiet, die aus Holz gebaut wurde.

"Das riecht ja gut", meint einer der Besucher, der sich die noch nicht ganz fertig möblierten Wohnräume ansieht. Der Duft von frischem Kieferholz verbreitet sich. Manche fühlen sich an skandinavische Holzhäuser erinnert. Verglichen mit den Modulbauten aus Stahl, die bisher an mehreren Standorten für Flüchtlinge errichtet wurden, vermitteln die hölzernen Pendants innen und außen eine deutlich freundlichere Atmosphäre.

"Mit Holz machen wir einen Schritt nach vorn", sagt Stadtsprecher Alexis Demos. Dass die Stadt auf den alternativen Werkstoff setzt, hat noch einen anderen Grund: Die Behörden wollen die Engpässe bei Stahlcontainern umgehen, durch die die Produktionskosten in die Höhe geschnellt sind. Gleichwohl kostet auch die Holzvariante, deren Module in Österreich gefertigt wurden, 4,5 Millionen Euro. Zwei vergleichbare Holzunterkünfte entstehen in Herrenhausen und Ahlem; eine Ausschreibung für weitere Standorte läuft. Die Stadt hat die Bedingungen so geändert, dass nun auch mittelständische Betriebe aus der Region eine Chance erhalten. Alle Anforderungen an den Schallschutz würden eingehalten, betonen die Planer. In der Steigertahlstraße liegt der Schnellweg liegt in Sichtweite.

Bei der Regionsverwaltung ist man ebenfalls auf die Idee mit dem Holz aufmerksam geworden. Finanz- und Gebäudedezernentin Andrea Fischer machte sich am Montag mit Regionsabgeordneten selbst ein Bild vor Ort - und zeigte sich überzeugt: "Das ist ein großer Fortschritt." Nun solle geprüft werden, in welchen Kommunen ebenfalls Holzbauten für Flüchtlinge infrage kämen.

Für 97 Menschen wird die Anlage in der Steigertahlstraße ein Zuhause auf Zeit. Für jeden der Bewohner, zunächst vor allem junge Männer, steht ein zehn Quadratmeter großes Zimmer bereit. Jeweils drei bis fünf der Räume werden zu Wohneinheiten zusammengefasst, zu denen eine Gemeinschaftsküche und ein Bad gehören. "Das wäre doch auch gut für Familien geeignet", meint Reinhard Schmidt, der in der direkten Nachbarschaft wohnt. Er und seine Frau Dorothea sind gekommen, "um sich mal umzuschauen".

Angret Rafalski geht schon einen Schritt weiter: Sie hat sich gleich in die Liste des Unterstützerkreises eingetragen, der die Flüchtlinge ehrenamtlich betreuen wird. Am liebsten würde sie Hilfe bei Behördengängen anbieten. Oder Sprachunterricht geben. "Wir sind eine Gruppe von 80 bis 90 Leuten", sagt Swidbert Gerken, der bereits seit November dabei ist. Nach zwei Stunden sind noch einmal fast 30 Namen dazugekommen.

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Fotostrecke Hannover Aus der Stadt: Erste Flüchtlingsunterkunft aus Holz wird eröffnet

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