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Wohnen auf dem Waterlooplatz

Platz für 120 Flüchtlinge Wohnen auf dem Waterlooplatz

Graue Stahlkästen stapeln sich auf Hannovers Cityplatz nahe der markanten Waterloosäule. Nach den Sommerferien sollen die Container zum Domizil für rund 120 Flüchtlinge werden. Derzeit richtet die Stadt die Module ein, stellt Betten, Tische und Schränke auf. Ein Außengelände wird angelegt, mit gepflasterten Wegen, bepflanzten Beeten und Tischtennisplatten.

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Die Module stehen schon auf dem Waterlooplatz – bezogen werden sie im August.

Quelle: Franson

Hannover. Ein paar Meter entfernt führt die sechsspurige Lavesallee vorbei. Wer in den Behelfs-
wohnungen mitten auf dem Platz leben wird, ob junge Männer, Familien oder Frauen, ist noch unklar. „Es ist schwer zu sagen, welche Flüchtlinge uns im Spätsommer zugewiesen werden“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. Zwar muss Hannover immer weniger Flüchtlinge unterbringen. Dennoch sei das Containerdorf auf dem Waterlooplatz notwendig, um Notunterkünfte zu entlasten, allen voran die Turnhallen.

An der Waterloo-Säule entsteht ein Flüchtlingswohnheim.

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Der Standort war in der Ratspolitik lange umstritten. Die Flüchtlinge lebten wie auf dem Präsentierteller, meinten CDU und FDP. Auch bestehe für die Menschen ein Sicherheitsrisiko, wenn an Heimspieltagen von Hannover 96 gewaltbereite, rechtsradikale Fans auf ihrem Weg zum Fußballstadion an den Modulbauten vorbeiziehen. Das Problem werde in der 2. Liga nicht geringer. In der SPD gab es manche, die diese Ansichten teilten. Am Ende aber stimmte Rot-Grün dem Containerdorf auf dem Waterlooplatz geschlossen zu.

Die Sicherheitsfrage beschäftigt auch die Stadt. „Wenn wir mit einem Betreiber verhandeln, wird das Thema Sicherheit ein elementarer Bestandteil der Verträge sein“, sagt Demos. Standardmäßig müssen Betreiber von Flüchtlingswohnheimen einen Wachdienst rund um die Uhr bereithalten. Ob auf dem Waterlooplatz mehr Sicherheitskräfte als üblich vorgeschrieben werden, sei Gegenstand der Verhandlungen, sagt Demos. Noch hat die Stadt keine Gespräche mit möglichen Betreibern aufgenommen. Um etliche Heime in Hannover kümmern sich das Deutsche Rote Kreuz, die Caritas und das Unternehmen Fair Facility.

Schon jetzt hinken die Bauarbeiten am Containerdorf dem Zeitplan hinterher. Sechs Wochen beträgt die Verzögerung, weil Arbeiter mit Nässe auf dem Grundstück zu kämpfen hatten. In der Ratspolitik vermuten manche, dass es die Stadt mit der Montage nicht so eilig hatte, weil sie das Ende der Fußballsaison abwarten wollte. „Ab August beginnt aber eine neue Saison“, entgegnet Stadtsprecher Demos.

Tatsächlich hat der Druck auf die Stadt deutlich nachgelassen. Sie muss nicht mehr in aller Eile neue Wohnmöglichkeiten für Flüchtlinge schaffen, weil das Land sehr viel weniger Asylsuchende zuweist als vor einigen Monaten. Im Sommer 2015 kamen bis zu 300 Menschen pro Woche nach Hannover, auch im Herbst blieben die Zahlen mit bis zu 250 Flüchtlingen wöchentlich sehr hoch. Nachdem die Balkanroute geschlossen wurde, trafen in Niedersachsen weniger Menschen ein. Zahlen will die Stadt Hannover jetzt nicht nennen, zu stark seien die Schwankungen. „Die Zuweisungen pro Woche bewegen sich im niedrigen zweistelligen Bereich“, sagt Demos.

Das verschafft der Stadt etwas Luft. Sie beginnt jetzt damit, Notquartiere zu entlasten und die Menschen in komfortablere Unterkünfte zu verlegen. Dadurch sollen bis Ende des Schuljahrs alle belegten Turnhallen freigeräumt sein. Auch die provisorischen Quartiere im Deutschen Pavillon, im Baumarkt in Badenstedt und im ehemaligen Möbelmarkt in Vahrenwald sollen geleert werden. Auf den Bau neuer Notunterkünfte in Leichtbauhallen verzichtet die Stadt. Derzeit leben 4550 Flüchtlinge in städtischen Einrichtungen, im April waren es noch rund 4700. „Menschen mit anerkannten Asylanträgen suchen sich eine Wohnung und verlassen die Einrichtungen“, sagt Demos. Andere tauchen nicht mehr in der Statistik auf, weil sie abgeschoben wurden.

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