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Fluggast vergisst Visum und soll Strafe zahlen

Amtsgericht Fluggast vergisst Visum und soll Strafe zahlen

Wer ohne Visum von Deutschland nach Indien fliegt, muss nicht nur postwendend wieder umkehren. Es wird auch eine Einreisestrafe von 1465 Euro fällig. Das sollte ein Hannoveraner nicht akzeptieren und verweigerte die Zahlung. Nun hat ihn die Lufthansa verklagt.

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Wer kein Visum für Indien hat, muss eine hohe Einreisestrafe zahlen.

Quelle: dpa/Symbolbild

Hannover. Bernd Schäfer (Name von der Redaktion geändert) aus Waldheim war fassungslos. Er hatte sich schon genug geärgert, weil er aufgrund falscher Informationen ohne Visum nach Indien geflogen und postwendend wieder nach Deutschland zurückgeschickt worden war. Doch als ihn dann auch noch Post von der Lufthansa erreichte, er solle eine von den indischen Behörden erhobene Einreisestrafe von 1465 Euro übernehmen, stellte er sich auf die Hinterbeine und verweigerte die Zahlung. Die Lufthansa verklagte ihn, jetzt wurde der Fall am Amtsgericht verhandelt. Richterin Ingrid Sue-Horn konnte die Anwälte der beiden Parteien in der Güteverhandlung überreden, einem 50:50-Kompromiss zuzustimmen. Doch kann es gut sein, dass dieser Vergleich von Schäfer oder der Lufthansa noch widerrufen wird.

Die unfreiwillig zum Kurztrip mutierte Reise hatte der Waldheimer vor gut einem Jahr unternommen, pendelte zwischen Frankfurt und Neu-Delhi viele Stunden und letztlich ohne Sinn in zwei Flugzeugen hin und her. Anschließend strichen die indischen Einreisebehörden von der Lufthansa 1465 Euro Bußgeld ein, weil die Airline einen Fluggast ohne gültige Papiere ins Land befördert hatte.

Doch der Konzern mochte nicht auf dieser Rechnung sitzen bleiben. Der Kunde sei verantwortlich dafür, sich um seine Einreisedokumente vom Pass bis zum Visum selbst zu kümmern, sagte Lufthansa-Anwalt Peter Kauffmann in der Gerichtsverhandlung. Die Airline treffe keine Schuld, wenn ein Passagier irgendein wichtiges Papier vergesse. Dass ausländische Einreisebehörden derartige Strafgebühren direkt bei den Luftfahrtunternehmen kassieren, habe ganz pragmatische Gründe: Diese seien eher greifbar als ein einzelner ausländischer Fluggast. Außerdem hätten die Firmen generell ein Interesse daran, weiterhin gut mit den Behörden im Ausland zusammenzuarbeiten.

Schäfers Anwalt Holger Hopperdietzel dagegen meinte, die Lufthansa sei schuld an dem Dilemma. Die Airline habe die Verpflichtung, die Papiere der Passagiere beim Check-in oder spätestens beim Boarding zu überprüfen. Fehle ein entscheidendes Dokument wie in diesem Fall das Visum von Bernd Schäfer, stehe sie in der Verantwortung, für daraus resultierende Schäden aufzukommen. Anwalt Kauffmann hielt dagegen: Diese Kontrolle sei eine freiwillige Leistung und stelle nur eine oberflächliche Überprüfung dar, die Mitarbeiter könnten nicht die Richtigkeit und Gültigkeit jedes Dokuments überprüfen. Hopperdietzels Retourkutsche: Sein Mandant habe doch überhaupt kein Visum dabeigehabt, dies hätte beim Check-in sehr wohl auffallen müssen.

Bernd Schäfer hat nun noch bis zum 8. Juni Zeit, sich zu überlegen, ob er der Lufthansa 732,68 Euro überweist - oder ob er den Streit weiter ausfechten will.

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