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Aus der Stadt Flughafenmitarbeiter: Arbeit sei kaum zu schaffen
Hannover Aus der Stadt Flughafenmitarbeiter: Arbeit sei kaum zu schaffen
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00:18 16.09.2017
Von Jens Heitmann
Die Arbeit beim Check-in, beim Boarding oder bei der Gepäckermittlung sei kaum noch zu schaffen, klagen Mitarbeiter des Flughafens Hannover. Quelle: dpa
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Hannover

Für den Flughafen Hannover war das eine gute Nachricht: Von Mai bis Juli seien in Langenhagen so viele Passagiere gestartet und gelandet wie nie zuvor, hieß es kürzlich – allein im Juli habe der Zuwachs im Vorjahresvergleich knapp 15  Prozent betragen. Bei den Beschäftigten der Aviation Handling Services GmbH (AHS) hält sich die Freude über diese Rekorde hingegen in engen Grenzen: Die Arbeit beim Check-in, beim Boarding oder bei der Gepäckermittlung sei kaum noch zu schaffen, klagen Mitarbeiter. „Es ist jetzt das Ende der Fahnenstange erreicht“, sagt die zuständige Tarifsekretärin der Gewerkschaft Verdi, Katharina Wesenick.

AHS sei eine „treibende Kraft für den Verfall der Arbeitslöhne und Sozialdumping“, heißt es in einem Verdi-Flugblatt. Während die Stammbeschäftigten des Flughafens nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt würden, müssten sich die Mitarbeiter der Tochter AHS zu Beginn mit dem Mindestlohn von 8,84 Euro in der Stunde begnügen. Bei der Konkurrenzfirma Avia Partner bekämen Beschäftigte zum Einstieg bereits 1,50 Euro mehr, bei Mitarbeitern in der Gepäckabfertigung seien es sogar 3,50 Euro mehr.

Die rund 180 AHS-Beschäftigten sind im Auftrag unterschiedlicher Fluggesellschaften für den Check-in, das Boarding und die Gepäckermittlung zuständig. Die AHS Hannover GmbH gehört zu 51 Prozent dem hiesigen Flughafen und zu 49 Prozent der AHS Holding, deren größter Anteilseigner mit knapp 30 Prozent wiederum der Airport Hannover ist. „Das sehen wir als einen verschachtelten Weg, um den öffentlichen Tarifvertrag zu umgehen“, sagt Wesenick. Die AHS tritt an 13  deutschen Flughäfen als Dienstleister auf.

Verdi strebt den Abschluss eines Manteltarifvertrages für alle Standorte an – in Hannover will man zunächst einen Haustarif vereinbaren. Außer einer deutlichen Anhebung der Gehälter gehe es den Mitarbeitern auch um verlässlichere Dienstzeiten, heißt es. Unter anderem sollen die Löhne für alle Beschäftigten um 2 Euro steigen, ein 13. Monatsgehalt eingeführt werden und Ausgleichstage für Wechselschichten gelten.
Die Verhandlungen starten am 25. September. „Wir bewerten die Verdi-Forderungen, um ein eigenes Angebot vorzulegen“, sagte ein AHS-Sprecher.

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