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Aus der Stadt Förderschule wird Obdachlosenheim
Hannover Aus der Stadt Förderschule wird Obdachlosenheim
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21:57 09.02.2014
Von Andreas Schinkel
Das Gebäude der Paul-Dohrmann-Schule. Quelle: Archiv
Hannover

Die Stadt Hannover bereitet sich auf eine steigende Zahl von obdachlosen Zuwanderern aus Südosteuropa vor und baut eine ehemalige Förderschule zur Notunterkunft aus. Nach Informationen der HAZ sollen bis zu 150 Menschen in den ehemaligen Klassenzimmern der Paul-Dohrmann-Schule im Stadtteil Burg einquartiert werden. Handwerker stellen derzeit Betten auf und richten die Räume her. Gleich nebenan gibt es bereits eine Obdachlosenunterkunft, in der Roma-Familien leben. Die Containeranlage wurde erst kürzlich mit zusätzlichen Wohnmodulen aufgestockt, sodass dort schon jetzt Platz für mehr als 60 Menschen ist.

Vereinssportler, die die ehemalige Turnhalle der Förderschule nutzen und die räumlichen Gegebenheiten kennen, befürchten nun soziale Konflikte und haben Niedersachsens Integrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf (SPD) um Stellungnahme gebeten. „Grundsätzlich sollten dort nicht so große Gruppen von obdachlosen Zuwanderern zusammen untergebracht werden“, sagte Schröder-Köpf der HAZ. Auf der anderen Seite könne die Stadt nicht vorhersehen, wie viele Zugewanderte künftig Hilfe benötigen. „Da kann es passieren, dass kurzfristig mehr Menschen zusammengelegt werden müssen“, sagt sie. Letztlich dürfe die Stadt keine Familie auf der Straße stehen lassen.

Die Sozialdemokraten im Rat bleiben gelassen. Zwar gebe es das ehemalige Schulgebäude her, dort bis zu 150 Menschen unterzubringen, sagt Fraktionsvize Thomas Hermann. „Aber die Stadt würde eine Komplettbelegung nicht als Dauerlösung zulassen.“

Die Stadtverwaltung selbst gibt sich zugeknöpft. Sie bestätigt lediglich, dass die Schule derzeit als „Notfallunterkunft“ hergerichtet wird. Zahlen zu den Kapazitäten will man aber nicht nennen, und noch sei dort niemand einquartiert. „Wir werden einen gewissen Standard einhalten und die Menschen gut unterbringen“, versichert Stadtsprecher Alexis Demos. Keinesfalls wolle man ein „Lager“ in den Räumen der ehemaligen Paul-Dohrmann-Schule errichten.

Damit folgt die Stadt der von Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) vorgegebenen Linie. Wo Not ist, werde man helfen, hatte er zugesichert. Aber zugleich werde man keine Anreize schaffen. Daher hält sich die Stadt jetzt bedeckt, wenn es um die Unterbringungsmöglichkeiten für obdachlose Zuwanderer geht. Sollte es sich in den Heimatländern herumsprechen, dass hier Unterkünfte vorgehalten werden, kämen immer mehr Menschen, heißt es hinter vorgehaltener Hand im Rathaus.

Jedoch ist die Zahl der Zuwanderer aus Südosteuropa in Hannover seit dem 1. Januar „nicht signifikant“ angestiegen, wie Stadtsprecher Demos berichtet. Man wolle aber vorbereitet sein und deshalb die Notunterkunft im Burgweg einrichten.

Der Deutsche Städtetag hatte befürchtet, dass es in diesem Jahr deutlich mehr Rumänen und Bulgaren, die in ihrer Heimat in bitterarmen Verhältnissen leben, in deutsche Städte zieht. Denn ab dem 1. Januar gilt für die beiden EU-Länder die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit. Eine Reisewelle nach Deutschland ist bisher ausgeblieben. Doch schon jetzt haben Städte wie Dortmund, Berlin und auch Hannover alle Hände voll zu tun, obdachlosen Roma-Familien ein Dach über dem Kopf zu geben und sie zu integrieren.

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