Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
So schön sind Hannovers alte Straßenbahnen

Förderverein feiert 25. Geburtstag So schön sind Hannovers alte Straßenbahnen

Schönste Nostalgie pur: Fünf historische Straßenbahnen sind am Sonnabend durch Hannover gerollt. Anlass ist der 25. Geburtstag des „Fördervereins Straßenbahn Hannover“. Viele Hannoveraner nutzten die Chance auf die kleine Reise in die Vergangenheit – und erfuhren nebenbei viele interessante Fakten über die historischen Bahnen. 

Voriger Artikel
TTIP-Gegner machen für Groß-Demo mobil
Nächster Artikel
7 Dinge, die heute in Hannover los sind

Edel und richtig schön nostalgisch: Andrang für eine Rundfahrt mit einer von Hannovers historischen Straßenbahnen. 

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Konstantin Brinkhoff ist ein Fahrkartenautomat. Genauer genommen ist der 24-Jährige heute als Schaffner in einer historischen Straßenbahn unterwegs, und so ein leibhaftiger Kondukteur hat doch seine Vorzüge gegenüber einem Apparillo. Der Mann kann lächeln. Ist immer betriebsbereit, reagiert auf Fragen aller Art fix und fachkundig. In einem liebevoll „Klapperkasten“ genannten Holzkästchen sind seine Fahrscheine deponiert, für die fixe Herausgabe von Münzgeld hängt der „Galoppwechsler“ über seiner Schulter, und auch Ledertasche wie Stempler gehören zu seinem Rüstzeug. Brinkhoff ist einer der Ehrenamtlichen, die diesen Samstag fünf historische Straßenbahnen auf fünf Streckenabschnitten begleiten.

Fünf historische Straßenbahnen sind am Sonnabend durch Hannover gerollt. Anlass ist der 25. Geburtstag des „Fördervereins Straßenbahn Hannover“. Viele Hannoveraner nutzten die Chance auf die kleine Reise in die Vergangenheit – und erfuhren nebenbei viele interessante Fakten über die historischen Bahnen. 

Zur Bildergalerie

Anlass ist der 25. Geburtstag des „Fördervereins Straßenbahn Hannover“. „Und weil das Interesse der Fahrgäste so groß ist, haben wir die Zahl der Touren kurzfristig von 25 auf 50 verdoppelt“, erzählt der erste Vorsitzende Fritz Faupel. Die nostalgiegetriebenen Kunden rumpeln mit einer 1927 gefertigten Elektrischen durch Bothfeld, brausen mit dem ersten grünen TW 6001 nach Misburg. Ein Gelenkwagen Baujahr 1962 pendelt zwischen Leinhausen und Stöcken, in Döhren-Mittelfeld-Laatzen sind zwei Züge aus den fünfziger Jahren unterwegs. Die Fahrten sind gratis, doch Spenden für die Rückführung eines einzigartigen TW 601 aus Kanada nimmt der Förderverein mit Kusshand an.

Zieht der Schaffner einmalig an der Signalleine, macht es nur einmal „Gong“. Heißt für den Fahrer: Schaltrad drehen, abfahren. Gibt er zu viel Strom auf die Motoren, knallt’s. Dann fliegt die Sicherung raus. Doch der Überkopfgriff zum Entsichern ist Routine. Wenn der Schaffner zweimal klingelt: Halt auf freier Strecke. Dreimal: Gefahrenbremsung. An den Schienen stehen gelegentlich Männer mittleren Alters, um die Waggons zu fotografieren. Doch da muss niemand bimmeln, die passen schon auf.

Seit über 140 Jahre fahren Stadtbahnen durch Hannover. Zunächst noch durch Pferde gezogen, seit 1893 Stück für Stück auch elektrisch angetrieben. Seit Mitte der 70er Jahre sind die Züge auch unterirdisch unterwegs. Ein Bilderrückblick.

Zur Bildergalerie

In den Sechzigern, so warnt ein Aushang, kostete Schwarzfahren 20 Deutsche Mark. Es gab, noch ohne Tunnelsystem, Straßenbahnstationen wie Rathaus, Dreifaltigkeitskirche und Weidendamm – hätten Sie’s gewusst? 85 Mitglieder hat der Förderverein, und alle wollen nur das eine: die Erinnerung an Hannovers Gleis-Geschichte am Laufen halten. „Dankeschön“, sagt eine Mutter mit zwei Jungs am Zielbahnhof: „War doch wirklich interessant.“

Am Sonntag kommen die Omnibusse

Am Sonntag führt die Reise in die Vergangenheit von der Schiene auf die Straße. Im Straßenbahnmuseum in Sehnde-Wehmingen (Hohenfelser Straße)  werden zwischen 11 und 17 Uhr historische Omnibusse gezeigt. Der Eintritt inklusive einer Straßenbahnfahrt beträgt 7,50 Euro, eine Rundfahrt mit einem alten Bus kostet pro Person drei Euro extra.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Briefwechsel zwischen Hannovers Grundschulen und der Queen

Queen Elizabeth ist eine treue Seele. Seit Jahren schon schreibt die britische Monarchin brav Antwortkarten an hannoversche Schulklassen, die ihr zum Geburtstag gratulieren. Oder: Lässt schreiben. Aber immerhin.