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Aus der Stadt So schön sind Hannovers alte Straßenbahnen
Hannover Aus der Stadt So schön sind Hannovers alte Straßenbahnen
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17:28 17.04.2016
Von Michael Zgoll
Edel und richtig schön nostalgisch: Andrang für eine Rundfahrt mit einer von Hannovers historischen Straßenbahnen.  Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Konstantin Brinkhoff ist ein Fahrkartenautomat. Genauer genommen ist der 24-Jährige heute als Schaffner in einer historischen Straßenbahn unterwegs, und so ein leibhaftiger Kondukteur hat doch seine Vorzüge gegenüber einem Apparillo. Der Mann kann lächeln. Ist immer betriebsbereit, reagiert auf Fragen aller Art fix und fachkundig. In einem liebevoll „Klapperkasten“ genannten Holzkästchen sind seine Fahrscheine deponiert, für die fixe Herausgabe von Münzgeld hängt der „Galoppwechsler“ über seiner Schulter, und auch Ledertasche wie Stempler gehören zu seinem Rüstzeug. Brinkhoff ist einer der Ehrenamtlichen, die diesen Samstag fünf historische Straßenbahnen auf fünf Streckenabschnitten begleiten.

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Großer Andrang vor der historischen Stadtbahn. 

Anlass ist der 25. Geburtstag des „Fördervereins Straßenbahn Hannover“. „Und weil das Interesse der Fahrgäste so groß ist, haben wir die Zahl der Touren kurzfristig von 25 auf 50 verdoppelt“, erzählt der erste Vorsitzende Fritz Faupel. Die nostalgiegetriebenen Kunden rumpeln mit einer 1927 gefertigten Elektrischen durch Bothfeld, brausen mit dem ersten grünen TW 6001 nach Misburg. Ein Gelenkwagen Baujahr 1962 pendelt zwischen Leinhausen und Stöcken, in Döhren-Mittelfeld-Laatzen sind zwei Züge aus den fünfziger Jahren unterwegs. Die Fahrten sind gratis, doch Spenden für die Rückführung eines einzigartigen TW 601 aus Kanada nimmt der Förderverein mit Kusshand an.

Zieht der Schaffner einmalig an der Signalleine, macht es nur einmal „Gong“. Heißt für den Fahrer: Schaltrad drehen, abfahren. Gibt er zu viel Strom auf die Motoren, knallt’s. Dann fliegt die Sicherung raus. Doch der Überkopfgriff zum Entsichern ist Routine. Wenn der Schaffner zweimal klingelt: Halt auf freier Strecke. Dreimal: Gefahrenbremsung. An den Schienen stehen gelegentlich Männer mittleren Alters, um die Waggons zu fotografieren. Doch da muss niemand bimmeln, die passen schon auf.

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Hannover im Jahr 1947: Straßenbahn am Kröpcke. Linie 5 nach Kirchrode. Gedränge vor dem Einstieg. Die Stadt liegt noch in Trümmern.

In den Sechzigern, so warnt ein Aushang, kostete Schwarzfahren 20 Deutsche Mark. Es gab, noch ohne Tunnelsystem, Straßenbahnstationen wie Rathaus, Dreifaltigkeitskirche und Weidendamm – hätten Sie’s gewusst? 85 Mitglieder hat der Förderverein, und alle wollen nur das eine: die Erinnerung an Hannovers Gleis-Geschichte am Laufen halten. „Dankeschön“, sagt eine Mutter mit zwei Jungs am Zielbahnhof: „War doch wirklich interessant.“

Am Sonntag kommen die Omnibusse

Am Sonntag führt die Reise in die Vergangenheit von der Schiene auf die Straße. Im Straßenbahnmuseum in Sehnde-Wehmingen (Hohenfelser Straße)  werden zwischen 11 und 17 Uhr historische Omnibusse gezeigt. Der Eintritt inklusive einer Straßenbahnfahrt beträgt 7,50 Euro, eine Rundfahrt mit einem alten Bus kostet pro Person drei Euro extra.

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