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Pächter im Schloss Herrenhausen gibt auf

"Forderungen zu hoch" Pächter im Schloss Herrenhausen gibt auf

Der Hauseigentümer des Schlosses Herrenhausen, eine Tochter der Volkswagenstiftung, hat dem Betreiber, der Schloss Herrenhausen AG, des Tagungszentrums gekündigt. Er will die Pachteinnahmen deutlich erhöhen. Die Verhandlungen sind gescheitert. Einen Nachfolger scheint es noch nicht zu geben.

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Ein Haus mit viel Prestige: Im Schloss Herrenhausen empfing Bundeskanzlerin Angela Merkel US-Präsident Barack Obama (rechts), Stephan Weil – noch als Oberbürgermeister – feierte den Neujahrsempfang (oben links), und zur Eröffnung 2013 kamen die britischen Prinzessinnen Eugenie (unten links, von rechts) und Beatrice an der Seite von Erbprinz Ernst August und Alexander zu Schaumburg-Lippe.

Quelle: HAZ-Collage

Hannover. Gerade erst war Schloss Herrenhausen beim Besuch von US-Präsident Barack Obama international in den Schlagzeilen, jetzt stellt sich heraus: Hinter den Kulissen hängt der Haussegen schon lange schief. Der Hauseigentümer IVA, eine Tochter der Volkswagenstiftung, hat dem Betreiber, der Schloss Herrenhausen GmbH, des Tagungszentrums gekündigt. Er will die Pachteinnahmen deutlich erhöhen. Die Verhandlungen sind gescheitert, damit zieht die Betreibergesellschaft bereits zu Mitte Januar aus. Einen Nachfolger hat die Volkswagenstiftung noch nicht, ist angeblich in Verhandlungen. In den Seitenflügeln hat die Stadtverwaltung eine Abteilung des Historischen Museums eingerichtet, sie wären nicht betroffen vom Auszug des Pächters.

2013 war das wiederaufgebaute Schloss eröffnet worden, seitdem betreibt die Schloss Herrenhausen GmbH das Tagungszentrum. Sie gehört zum französischen Konzern Spie, die auf Gebäudemanagement spezialisiert sind. Die hochmodernen Säle und Konferenzräume im Schloss vermietete der Pächter nicht zum Sparpreis. Das Tagungszentrum galt als schick, aber auch kostspielig.

Auf der anderen Seite stand der Betreiber stets unter hohem Druck, die Pachtforderungen der Volkswagenstiftung zu erfüllen. Über konkrete Zahlen will man beim Betreiber nicht sprechen. „Wir haben in den Verhandlungen sogar ein verbessertes Angebot vorgelegt und sind ins Risiko gegangen“, heißt es aus der Chefetage. Man habe versucht, den Caterer für das Tagungszentrum, die Deutsche Messe AG, ins Boot zu holen und an der Schloss Herrenhausen GmbH zu beteiligen, um gemeinsam die Pacht zu stemmen. Doch die Messe, ein Unternehmen von Stadt und Land, winkte ab. „Die Kosten wären für uns viel zu hoch gewesen“, heißt es dort. So brach der Pächter die Verhandlungen ab. „Ein halbes Jahr haben wir verhandelt, am Ende waren die wirtschaftlichen Forderungen nicht mehr erfüllbar“, heißt es beim Betreiber, aber auch: „Wir hätten das Schloss aber gern weiter betrieben.“

Die Volkswagenstiftung sucht jetzt rasch einen Nachfolger, gibt sich aber gelassen. „Wir sind mit mehreren Interessenten im Gespräch“, sagt Sprecher Jens Rehländer.

Die Volkswagenstiftung hat Gebrauch vom Sonderkündigungsrecht gemacht, das mit der Schloss Herrenhausen GmbH zu Beginn des Vertrags vereinbart worden war. Man habe „bessere Optionen, die sich am Markt bieten“, prüfen wollen. Anders gesagt: Die Volkswagenstiftung überlegt, wie sich höhere Erträge mit der Immobilie erzielen lassen. „Es geht uns aber nicht um Gewinnmaximierung, sondern um Stiftungsgeld, das wieder in die Wissenschaft fließt“, sagt Rehländer. Gleichzeitig solle die Qualität des Standorts erhalten bleiben. „Wir starten keine Abenteuer um der Vermögensanlage willen“, sagt der Stiftungssprecher.

Wer das Tagungszentrum künftig führen wird, ist noch unklar. Die Volkswagenstiftung verweist auf „konkrete Gespräche“, der scheidende Pächter bezweifelt das. „Bereits vor einem halben Jahr wurde uns von konkreten Interessenten berichtet“, heißt es dort. Mehrere Namen sind nach Informationen der HAZ im Gespräch, etwa der Caterer Party-Löwe aus Laatzen und der Veranstalter Peppermint-Event auf dem Expo-Gelände.

Glanzvolle Besuche

Im Schloss Herrenhausen wurden in den vergangenen Jahren viele prominente Gäste empfangen und glanzvolle Feste veranstaltet. So hat der amerikanische Präsident Barack Obama bei seinem Besuch der Hannover Messe im Frühjahr gleich zwei Tage für die Schlossvisite reserviert. Zunächst traf er sich zu einem Vier-Augen-Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel, abends gab es ein festliches Essen mit ausgewählten Wirtschaftsvertretern. Am folgenden Tag fuhren die Staatschefs von Großbritannien, Frankreich und Italien vor, um sich im Schloss über Wirtschaftsfragen zu unterhalten.

Obama war nicht der erste Staatsgast, der vom Schloss-Balkon einen Blick über den Großen Garten warf. Schon 2015 empfing Merkel dort den indischen Premier Narendra Modi.

Vor zwei Jahren feierten 1000 Gäste den „Queen’s Birthday“ im Schloss, Ehrengast war Prinz Andrew. Eine Abteilung der 1. Britischen Panzerdivision, gekleidet in roten Uniformen und mit Bärenfellmützen, nahm den Prinzen in Empfang.

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