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Aus der Stadt Franzosen feiern in Hannover das Wahlergebnis
Hannover Aus der Stadt Franzosen feiern in Hannover das Wahlergebnis
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00:16 26.04.2017
Franzosen feiern Wahlparty im Pavillon. Quelle: Elisabeth Woldt
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Hannover

Als die erste Hochrechnung auf dem Bildschirm erscheint, bricht Séverine Jean in Tränen aus: Bei der französischen Präsidentschaftswahl gehen Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen in die Stichwahl. "Ich hatte gehofft, das es Le Pen nicht schafft", sagt die 35-Jährige, die in Hannover lebt und arbeitet: "Jetzt müssen die Franzosen zusammenstehen." Zwei Stunden zuvor hatte sie sich in der Schlange zur Wahlurne noch als Kämpferin gezeigt. "Die Populisten dürfen sich nicht durchsetzen." 

Angespannte Gesichter, gedrückte Daumen - die Stimmung im kleinen Saal des Pavillon ähnelt am Sonntagabend einem besonders hitzigen Fußballspiel. Auf dem großen Bildschirm werden im französischen Fernsehen die ersten Hochrechnungen der Präsidentschaftswahl verkündet. Bereits seit einigen Jahren organisiert die Deutsch-Französische Gesellschaft Hannover diesen Wahlabend nach dem ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl. "Da kann jeder die Ergebnisse live verfolgen", sagt Ghislaine Fischer, die im Vorstand der Gesellschaft sitzt. "Auch diejenigen, die keinen französischen Sender empfangen können."

Bei Rotwein und mitgebrachtem Fingerfood wird an den Tischen lebhaft auf Deutsch und Französisch diskutiert: Über die Chancen der Rechtspopulistin Marine Le Pen, über die Fehler von François Fillon, über die Niederlage der Sozialisten und wer sich in der Stichwahl durchsetzen wird. 

Sie hoffe auf die Vernunft ihrer Landsleute, sagt Nathalie Hansen, die mit ihrem Mann Sönke angespannt die Ergebnisse verfolgt. "Dieses Jahr ist die Wahl ganz besonders wichtig", sagt sie. Schließlich gehe es nicht nur darum, einen neuen Präsidenten zu wählen, sondern auch um die Zukunft Europas. "Ich komme aus der Normandie und dort ist die Unterstützung für die Rechtspopulisten groß. Das macht schon Angst." Der Terroranschlag auf den Champs Elysées habe die Stimmung in Frankreich noch einmal aufgeheizt, sagt Hansen.

Friedrich Harenberg hatte gehofft, dass die Franzosen bereits im ersten Wahlgang ein deutliches Zeichen setzen würden. Jetzt steht die Rechtspopulistin dem Pro-Europäer gegenüber: "Ich darf zwar nicht wählen, mein persönlicher Wunschkandidat wäre Macron." 

Zwischen 8 und 19 Uhr war das provisorisch eingerichtete Wahllokal im Foyer der NordLB geöffnet. Zeitweise drängten sich die Wähler in zwei Reihen vor den Kabinen - viel mehr als bei der Präsidentschaftswahl vor fünf Jahren. Eine Stunde habe sie vor dem Wahlbüro gewartet, erzählt Ghislaine Fischer. "Aber das ist ein gutes Zeichen, dass so viele Menschen wählen gehen." Die 73-Jährige hofft auf ein Zusammentreffen zwischen dem Pro-Europäer Emmanuel Macron und der Rechtspopulistin Marine Le Pen. "Dass Le Pen weiterkommt, wird sich nicht verhindern lassen." Rund 1500 Franzosen aus Hannover und der Region durften ihre Stimme abgeben. 

Von Linda Tonn

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