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Frau greift Jobcenter-Angestellte mit Krücke an

Gerichtsverhandlung Frau greift Jobcenter-Angestellte mit Krücke an

Eine gehbehinderte Kundin des hannoverschen Jobcenters ist mit einer Angestellten derart aneinandergeraten, dass sie versuchte, der Sachbearbeiterin mit ihrem Krückstock auf den Kopf zu schlagen. Nun muss sich die 29-jährige Angreiferin wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung verantworten.

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Quelle: Symbolbild

Hannover. Immer mehr unzufriedene Menschen rasten in Amtsstuben aus, traktieren die Mitarbeiter mit Worten, Fäusten oder gar Waffen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Beamtenbund vor wenigen Tagen veröffentlicht hat. Auch das Amtsgericht Hannover wird sich in absehbarer Zeit mit einem solchen Fall beschäftigten müssen. Eine gehbehinderte Kundin des hannoverschen Jobcenters war im Mai mit einer Angestellten derart aneinandergeraten, dass sie versuchte, der Sachbearbeiterin mit ihrem Krückstock auf den Kopf zu schlagen. Diese konnte einen Treffer nur durch reaktionsschnelles Ausweichen verhindern. Allerdings donnerte die Gehhilfe auf den Schreibtisch – so heftig, dass ein Stück der Krücke abbrach. Im Januar muss sich die 29-jährige Angreiferin nun wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Es wird für die Angeklagte schwer werden, die Tat zu leugnen: Die ungefähr gleichaltrige Jobcenter-Angestellte war nicht allein im Zimmer, eine Kollegin stand neben ihr. Der Streit mit der Leistungsempfängerin soll sich um abgelehnte Sozialleistungen gedreht haben, es ging um die Anrechnung von Krankengeld. Die 29-Jährige hatte ein Hüftoperation hinter sich und soll neben beruflichen auch private Probleme mit sich herumgeschleppt haben. Wie es im Einzelnen zu der Eskalation im Arbeitsamt gekommen ist, wird die Gerichtsverhandlung zeigen. Bei der Sachbearbeiterin, die um ein Haar eine Kopfverletzung davongetragen hätte, soll die Attacke durchaus Wirkung gezeigt haben: Sie führt seither an ihrem Arbeitsplatz eine Dose Pfefferspray mit sich.

Grundsätzlich werden die Mitarbeiter des Jobcenters geschult, um auch mit schwierigen Kunden zurechtzukommen. Sie lernen in Seminaren, Gespräche so zu führen, dass es nicht zu brenzligen Situationen kommt und sich ein verärgerter Besucher wieder beruhigt. Dennoch lassen sich Attacken nicht immer verhindern, werfen tobende Kunden schon mal mit Aktenordnern oder gehen ihrem Gegenüber vom Jobcenter an die Gurgel. Um Sicherheitsdienst und Kollegen zu alarmieren, sollen die Mitarbeiter in solch gefährlichen Situationen einen Notfallknopf drücken – wenn sie denn Zeit und Gelegenheit dazu haben.

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