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Frauenbeauftragte Kämpfe will neues Schutzhaus

Schutz vor Häuslicher Gewalt Frauenbeauftragte Kämpfe will neues Schutzhaus

Friederike Kämpfe wies am Freitag am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen darauf hin, dass Kürzungen der städtischen Zuwendungen für Frauen-Schutzhäuser angesichts der steigenden Fallzahlen nicht angebracht sind. Die Beratungsstelle in Hannover kümmerte sich im vergangenen Jahr um 2741 Frauen mit 2163 Kindern.

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 Die drei Frauenhäuser in Hannover und Umland bieten zusammen 96 Plätze für Frauen, die nach Schutz suchen.

Quelle: dpa, Symbolbild

Hannover. Die Frauenhäuser in Hannover müssen seit geraumer Zeit immer wieder schutzsuchende Frauen abweisen. „Wenn das passiert, rufen wir Frauenhäuser in der weiteren Umgebung an oder schicken Frauen auch in andere Bundesländer“, berichtet Simin Nassiri von der Beratungsstelle Suana/Kargah, die sich an von Gewalt betroffene Migrantinnen richtet. Zur Entspannung der Lage schlagen Expertinnen aus den Beratungsstellen ein zusätzliches Angebot vor: eine Art Frauenhaus light, das den Übergang von der engen Betreuung im Schutzhaus zur eigenen Wohnung erleichtert. Ähnliche Einrichtungen, in denen Frauen mit ihren Kindern in abgetrennten Wohnungen leben, gibt es bereits in Berlin und Hamburg.

Mehrere Gründe führen zur Überlastung der Schutzhäuser, erläutert Friederike Kämpfe, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt: Die Zahl der Frauen, die mit ihren Kindern vor dem gewalttätigen Ehemann fliehen, steigt stetig. Gleichzeitig bleiben die Frauen länger in den Schutzhäusern, weil sie keine preiswerte Wohnung finden. „Oft haben die Frauen außerdem vielfältige Probleme, sind überschuldet und trotz mehrerer Kinder sehr jung.“

Friederike Kämpfe wies gestern am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen darauf hin, dass Kürzungen der städtischen Zuwendungen angesichts der steigenden Fallzahlen nicht angebracht sind. Kümmerten sich die Beratungsstellen in Hannover im Jahr 2011 noch um 2360 betroffene Frauen mit 1637 Kindern, waren es im vergangenen Jahr bereits 2741 Frauen mit 2163 Kindern. Die drei Frauenhäuser in Hannover und Umland bieten zusammen 96 Plätze. Nach internationalen Richtwerten müssten es angesichts der Bevölkerungszahl 56 Plätze mehr sein.

Eingewanderte Frauen sind ihrem gewalttätigen Ehemann oft in besonderem Maße ausgeliefert. Wenn sie durch ihn nach Deutschland gekommen sind, erhalten sie erst nach drei Jahren ein eigenständiges Aufenthaltsrecht. Simin Nassiri hat oft erlebt, dass Frauen auch nach vielen Jahren aus Angst vor Ausweisung vor einer Trennung zurückschrecken. „Die Männer drohen, ihre Frauen nach Hause zu schicken.“

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hat das Frauenreferat der Stadt gestern gemeinsam mit der Beratungsstelle Kargah und dem Hannoverschen Interventionsprogramm gegen Männergewalt in der Familie (HAIP) einen Fachtag veranstaltet. Gefragt wurde bei der Veranstaltung im Kargah-Haus auf dem Faust-Gelände nach der Wirksamkeit der bestehenden Hilfsangebote.

Aufmerksam auf das Problem der Gewalt gegen Frauen machten gestern viele Aktionen in der Stadt. Vor Rathaus und Regionshaus hängen Fahnen. In der Innenstadt signalisieren große Aufkleber auf dem Boden mit Slogans wie „Nein heißt Nein“, dass Gewalt nicht toleriert werden darf. Am Steintor weist die Stadt mit der Beratungsstelle Violetta mit Flaggen auf das Thema Kindesmissbrauch hin. Die Region verteilt Aufkleber mit der bundesweiten Nummer (0 80 00) 11 60 16. Der Telefonservice bietet Frauen in verschiedenen Sprachen rund um die Uhr Hilfe.     

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