Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Frauenhäuser müssen weiter Opfer abweisen
Hannover Aus der Stadt Frauenhäuser müssen weiter Opfer abweisen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 08.04.2016
Von Jutta Rinas
Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige
Hannover

Eine Frau mit fünf Kindern habe mehr als ein Jahr in ihrer Einrichtung ausharren müssen, sagte Dorit Rexhausen vom Frauen- und Kinderschutzhaus. Die räumlichen Verhältnisse seien sehr beengt. So müssten sich auf jeder Etage 15 bis 20 Frauen und Kinder eine kleine Gemeinschaftsküche, zwei Duschen und zwei Toiletten teilen. Es habe dennoch so lange gedauert, die kinderreiche Frau zu vermitteln, weil die Wohnungen so knapp seien. „Als wir eine Anfrage beim Wohnungsamt starteten, hieß es, es gebe in ganz Hannover nur eine Wohnung, die annähernd groß genug sei“, sagte Rexhausen. Darauf hätten sich 30 potenzielle Mieter beworben.

Die Leiterinnen des Frauenhauses Hannover und des AWO-Frauenhauses schilderten ähnliche Zustände. Früher seien die Frauen im Schnitt zwischen einer Stunde und drei Monate im Frauenhaus geblieben. Heute seien sechs Monate nicht die Ausnahme - und es gebe Ausschläge nach oben bis hin zu anderthalb Jahren. Das habe mit der Wohnungsknappheit, mit einem immer komplizierteren Scheidungsrecht und mit verschärften Aufenthaltsbestimmungen zu tun, sagte Silke Dietrich vom Frauenhaus Hannover. 104 Frauen und 68 Kinder fanden dort im Jahr 2015 Hilfe. Der überwiegende Teil - 75 Prozent - waren Migranten oder Menschen mit deutschem Pass und Migrationshintergrund.

Eine Konsequenz der langen Verweildauer im Frauenhaus sei nicht nur, dass es schwer für die Frauen sei, eine Zukunftsperspektive abseits von Gewalterfahrungen zu entwickeln, wenn sie viel länger als nötig unter Leidensgenossinnen leben müssten. Die Frauenhäuser seien mit einer Auslastung von im Jahresschnitt 96 Prozent auch so voll, dass zeitweilig keine Neuaufnahmen möglich seien. Bereits im vergangenen Mai hatten die hannoverschen Frauenhäuser deswegen Alarm geschlagen.

56 Plätze fehlten in Hannover für eine sehr gute Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt, sagte Dietrich. Wünschenswert seien nicht unbedingt die klassischen Frauenhaus-Plätze, sondern Formen betreuten Wohnens. Viele Frauen könnten nach einer gewissen Zeit alleine leben, wenn ihnen in geregelten Abständen jemand mit Rat und Tat zur Seite stehe.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aus der Stadt Unfall im Baustellenbereich - Schon wieder langer Stau auf A2

Und täglich grüßt der Staumelder: Auch am Dienstagvormittag mussten Autofahrer auf den Autobahnen rund um Hannover starke Nerven mitbringen. Nach einem Unfall auf der A2 im Baustellenbereich bei Hannover-Bothfeld gab es in Richtung Dortmund einen langen Stau.

05.04.2016

Trotz des Frühlingsbeginns hat sich der Umweltausschuss des Rates noch einmal mit dem Räumdienst beschäftigt - speziell mit dem auf Radwegen. Ergebnis ist, dass auf diesen wie schon in den vergangenen drei Jahren weiter Solelösung verwendet werden soll, um sie bei Schnee und Eis passierbar zu halten.

08.04.2016

Wie das gesamte Bundesgebiet hinkt Hannover eigenen Ansprüchen in Sachen Elektromobilität hinterher. Deshalb will die Stadt mehr tun. Geprüft werden soll jetzt zum Beispiel, ob im Fuhrpark der Stadtverwaltung, wo die Stromer bisher eine untergeordnete Rolle spielen, mehr Elektrofahrzeuge eingesetzt werden können.

Bernd Haase 08.04.2016
Anzeige