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Frauenhäuser müssen weiter Opfer abweisen

Engpass am Wohnungsmarkt Frauenhäuser müssen weiter Opfer abweisen

Für Frauen aus dem Frauenhaus ist es weiterhin extrem schwierig, in Hannover eine eigene Wohnung zu finden. Wie bedrückend die Konsequenzen teilweise sind, schilderten die Leiterinnen dreier Frauenhäuser im Gleichstellungsausschuss bei der Vorstellung des Sachberichts 2015.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Eine Frau mit fünf Kindern habe mehr als ein Jahr in ihrer Einrichtung ausharren müssen, sagte Dorit Rexhausen vom Frauen- und Kinderschutzhaus. Die räumlichen Verhältnisse seien sehr beengt. So müssten sich auf jeder Etage 15 bis 20 Frauen und Kinder eine kleine Gemeinschaftsküche, zwei Duschen und zwei Toiletten teilen. Es habe dennoch so lange gedauert, die kinderreiche Frau zu vermitteln, weil die Wohnungen so knapp seien. „Als wir eine Anfrage beim Wohnungsamt starteten, hieß es, es gebe in ganz Hannover nur eine Wohnung, die annähernd groß genug sei“, sagte Rexhausen. Darauf hätten sich 30 potenzielle Mieter beworben.

Die Leiterinnen des Frauenhauses Hannover und des AWO-Frauenhauses schilderten ähnliche Zustände. Früher seien die Frauen im Schnitt zwischen einer Stunde und drei Monate im Frauenhaus geblieben. Heute seien sechs Monate nicht die Ausnahme - und es gebe Ausschläge nach oben bis hin zu anderthalb Jahren. Das habe mit der Wohnungsknappheit, mit einem immer komplizierteren Scheidungsrecht und mit verschärften Aufenthaltsbestimmungen zu tun, sagte Silke Dietrich vom Frauenhaus Hannover. 104 Frauen und 68 Kinder fanden dort im Jahr 2015 Hilfe. Der überwiegende Teil - 75 Prozent - waren Migranten oder Menschen mit deutschem Pass und Migrationshintergrund.

Eine Konsequenz der langen Verweildauer im Frauenhaus sei nicht nur, dass es schwer für die Frauen sei, eine Zukunftsperspektive abseits von Gewalterfahrungen zu entwickeln, wenn sie viel länger als nötig unter Leidensgenossinnen leben müssten. Die Frauenhäuser seien mit einer Auslastung von im Jahresschnitt 96 Prozent auch so voll, dass zeitweilig keine Neuaufnahmen möglich seien. Bereits im vergangenen Mai hatten die hannoverschen Frauenhäuser deswegen Alarm geschlagen.

56 Plätze fehlten in Hannover für eine sehr gute Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt, sagte Dietrich. Wünschenswert seien nicht unbedingt die klassischen Frauenhaus-Plätze, sondern Formen betreuten Wohnens. Viele Frauen könnten nach einer gewissen Zeit alleine leben, wenn ihnen in geregelten Abständen jemand mit Rat und Tat zur Seite stehe.

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