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Auftaktwochenende

Freizeitmesse ABF lockt 55.000 Besucher an

Von Stefanie Kaune

Der grüne Teppich ist ausgerollt: In Halle 19 und 20 auf der ABF gibt es alles für „Garten & Ambiente“. Insgesamt 55.000 Menschen haben am Auftaktwochenende die Freizeitmesse in Hannover besucht.
Foto: Machen ein Fass auf: Anja Krzykowski (links) und Kira Heine im Gartenfass.

Machen ein Fass auf: Anja Krzykowski (links) und Kira Heine im Gartenfass.

© Martin Steiner

Hannover. Wer auch immer für das Wetter zuständig ist, hat das Motto verdreht. „Ab in den Frühling!“, lautet der Leitspruch der Freizeitschau ABF, die am Wochenende auf dem Messegelände begonnen hat. Doch nachdem es lange zu mild für die Jahreszeit war, scheint nun auf einmal draußen die Devise „Ab in den Winter!“ zu gelten. Andererseits sind Messen dafür da, stets vorab ihre Neuheiten zu zeigen – und in den Hallen wird dieser Tage tatsächlich der Frühling in Szene gesetzt. Besonders eifrig bei dieser Mission: Halle 19 und 20, wo das Thema „Garten & Ambiente“ heißt.

130 Aussteller präsentieren auf rasengrünem Teppich ihre Produkte und befinden sich zum Teil in Gesellschaft von Riesenblumen, überdimensionalen Schmetterlingen oder den niedlichen Ferkelchen und Kaninchen, die der Freizeitpark Sottrum in Gehegen in Halle 19 in Sägespänen wühlen lässt. Die Angebote reichen von Dekoartikeln über Gartenmöbel und Pflanzberatung bis zur Landschaftsplanung. Auch Gartenhäuser sind ein Thema, und dabei geht es erstmals rund. Die Firma Meisel + Gerken aus Syke hat den Begriff „Gartentonne“ neu definiert: Messeneuheit ist ein Fichtenholzfass in Seitenlage, in dem bis zu acht Personen gemütlich auf Bänken an einem Tisch sitzen können. Die Idee ist eine Weiterentwicklung des Hauptproduktes, finnischen Fass-Saunen für den Garten. „Quadratische Gartenhäuser gibt es jede Menge, wir wollten mit etwas Neuem überraschen“, sagt Vertriebsmitarbeiter Detlev Brinkjans. Das scheint gelungen: „Wie niedlich!“ oder „Der Hammer!“, lauten die Ausrufe der Besucher. Auch Anja Krzykowski und ihre Freundin Kira Heine aus dem Landkreis Northeim sitzen gern Probe am mit Weingläsern dekorierten Tisch. Die Kaufentscheidung will aber gut überlegt sein: 3990 Euro kostet das Gartenfass (Halle 20, Stand D 08).

Das Grillgut für einen Abend im Fass könnte der „Outdoorchef“ liefern. So heißt das Schweizer Unternehmen, das Gaskugelgrills von einer Größe für den Balkon (170 Euro) bis zur kleinen Designer-Küchenzeile für draußen (um 1000 Euro) anbietet. Vorgeführt werden die emaillierten Kugelgrills von einem Könner: Sven Krökel aus Erfurt ist Deutscher Grill- und Barbecuemeister und legt für die Messebesucher gefüllte Champions und Lachswraps auf den Rost. Er will Lobbyarbeit fürs Gas und gegen die Holzkohle leisten: Grillen überm Gasbrenner sei gesünder, komfortabler, sauberer, doziert Krökel. „Und alle Geschmacksnuancen sind auch ohne Holzkohle zu erreichen.“ Familie Grüne aus Neustadt muss er nichts mehr erklären: „Wir haben uns letzten Sommer so einen Grill angeschafft und sind begeistert – obwohl wir überzeugte Holzkohlegriller waren“, sagt Pia Grüne, die mit ihrem Mann Uwe und den Kindern Julius und Cara beim „Outdoorchef“ vorbeischaut (Halle 20, Stand H 01).

Entspannt nachdenken über diese Gewissensentscheidung beim Grillen könnte man im „Traumschwinger“ der Mira Art GmbH aus Bielefeld, einer Art Hängematte neuen Typs. Die Firmeninhaber Britt Haselbach und ihr Lebensgefährte Rainer Kespohl haben das patentierte Hängemöbel selbst entwickelt. Es besteht aus einem weichen Baumwollgeflecht in Maßen vom „Babyschwinger“ bis „XXL“, das zwischen zwei Holzleisten gespannt ist, die wiederum an einer weiteren Querleiste aufgehängt sind. Mit einem stabilen Haken lässt sich die durchs Eigengewicht der schwingenden Person ins Pendeln und Kreisen versetzte Konstruktion an die Decke hängen – oder mit einer reissfesten Nylonschlaufe über einen Ast im Gartenbaum. „Der ,Traumschwinger‘ passt sich dem Körper perfekt an“, wirbt Haselbach, ausgebildete Sporttherapeutin. Marion Köster aus Faßberg hört interessiert zu. „Im Wohnzimmer haben wir schon einen Hängesessel, das wäre noch was für den Garten“, meint sie. 599 Euro für die gängige „Traumschwinger“-Größe sind ihr aber schlicht „zu teuer“ (Halle 19, Stand G 63).

Im Ranger über die Wippe

Zugegeben – wer durch Hannovers Straßen fährt, kommt gut ohne Geländewagen klar. Doch die sogenannten Offroader finden immer mehr Fans, Autokauf ist eben nicht nur Vernunftsache. Außerdem könnte ja auch mal eine Tour über einen Feldweg anstehen, Schlaglöcher und nasses Laub auf dem Randstreifen einer Landstraße könnten auftauchen oder rutschige Kuhlen im Schnee. Da kann man dann dem Offroader am Ende lobend auf die Sitzpolster klopfen. Was so alles in ihm steckt, wird im Rahmen der „Autotage“ auf der ABF auf dem Freigelände zwischen Halle 24 und 26 gezeigt.

„Wir wollen den Kunden demonstrieren, was diese Autos grundsätzlich leisten können“, sagt Angelika Wangler von der Agentur Österwinter bei Bielefeld. Mit ihrem Mann Werner führt sie sechs Modelle vom Kia über den Mercedes bis zum „echten“ Jeep vor. Fahrzeugwippe, Schrägfahrpassage, Steigungshügel und versetzte kleine Rampen werden von den Offroadern auf dem Parcours bewältigt – und jeder, der möchte, kann auf dem Beifahrersitz mitfahren.

Das tun am Sonnabend auch Jens Bahrmann und sein Sohn Melvin, die mit Angelika Wangler in einen Ford Ranger klettern. Bahrmann hat ein professionelles Interesse: Er arbeitet bei einer Firma, die Entwicklungshilfeorganisationen in Afrika mit Geländewagen ausstattet. „Wir haben gerade einen Ford Ranger angeschafft, den wollte ich jetzt mal testen“, sagt Bahrmann. „Faszinierend“, meint er nach der Tour, während sich der neunjährige Melvin bei der Fahrt über den 2,50 Meter hohen Hügel mit 60 Prozent Steigung ein bisschen mulmig gefühlt hat. Dirk und Melanie Taubenheim haben sich einen VW Tiguan für ihre Fahrschule in Wunstorf bestellt und probieren auf dem Parcours dessen „Bruder“ Touareg aus. „Als Fahrschule muss man heute Geländewagen im Fahrzeugpark haben, die Kunden wollen das“, sagt Taubenheim. Auch da geht es eben nicht immer um Vernunft.

Die ABF läuft bis Sonntag, 5. Februar, in neun Themenhallen. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 9 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben bei den „FerienTagen“ am Montag und Dienstag, 30. und 31. Januar, in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen freien Eintritt.

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