Hannover. Bis zum 5. Februar finden Interessierte alles rund um die Themen Camping, Wohnen, Reisen und Sport. Zu der größten Freizeitmesse in Norddeutschland, die sich über neun Messehallen erstreckt, werden rund 130.000 Besucher erwartet.
Mit Paul auf Augenhöhe
Das Chamäleon Paul ist einer der Stars auf der Heimtiermesse, die noch bis zum Sonntag während der ABF in Halle 2 ihre Türen geöffnet hat. Dort können sich die Besucher nicht nur ausgefallene Reptilien, sondern auch exotische Vögel, Hunde- und Katzenrassen und allerlei tierisches Zubehör ansehen. Kakadu „Schnuffi“ und Mohrenkopfpapagei „Renate“ vom Papageienpark Bochum sind mit Jochen Weindorf am Stand der Papageienbäckerei beim Probeessen. Sie probieren einen „Papageienkuchen im Glas“. Während die beiden Vögel friedlich vor sich hin picken, sind die zwei kleinen norwegischen Wildkatzen „Cessy“ und „Cloud“ unternehmungslustig. Sabine Künzel züchtet seit fünf Jahren diese Katzenrasse. Was sie so besonders macht? „Sie sind traumhaft schön und echte Familienkatzen.“
Aktiv Abhängen
Wer schwindelfrei ist und einmal hoch hinaus will, der kann sich gut gesichert im Hochseilgarten der BKK Mobil Oil Betriebskrankenkasse in der Halle „Aktiv und Fit“ umsehen. Erfahrene Kletterer der Kiwi-Connection helfen beim Anlegen der Sicherheitsausrüstung und suchen auch einen passenden Helm aus. Susanne Randel ist eine von ihnen. Sie ist ein echter Profi: Seit zehn Jahren klettert die 27-Jährige.
In der Halle 22 kann man sich aber nicht nur über neue Sportgeräte, sondern auch über andere Sportarten informieren. So beim hannoverschen „Tauchteam Wasserfest“. Dort können Besucher einmal mit Lungenautomat und Sauerstoffflaschen im 28 Grad warmen Wasser abtauchen. Einzige Bedingung: Sie sollten Badekleidung dabei haben. Begleitet werden die Schnuppertaucher von erfahrenen Tauchlehrern. „Maximal zwei Personen können gleichzeitig ins Becken“, erklärt Svend Jürgensen, der selbst Tauchlehrer ausbildet. Wer dann auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich vor Ort für einen der Kurse bei Stefan Jakob anmelden.
Luxus im Bus
Manche mögen es groß. Sehr groß: Wer mit dem „Liner Plus 1060 G Max“ auf Reisen gehen will, braucht einen Lkw-Führerschein. Die Ausmaße des Luxuswohnmobils im Busformat sprechen für sich: 10,68 mal 2,49 mal 3,60 Meter misst das Gefährt der Firma Concorde, das im Gegensatz im Innenraum fast klein wirkt. Dort gibt es eine Sitzecke mit dicken Ledersesseln, Tisch und Flachbildschirm, eine Küche mit dreigeteiltem Kühlschrank und Eisfach, ein Bad mit Dusche, wie man es auch in Kabinen von Kreuzfahrtschiffen vorfindet, im hinteren Bereich findet sich ein Schlafzimmer mit satinbezogenem Doppelbett.
Der Clou der Luxusmobils: In die Garage, die unterhalb des Schlafzimmers liegt, passt sogar ein Kleinwagen. Dieser ist jedoch nicht im Preis von 257 900 Euro für das Wohnmobil enthalten. Rund 100 dieser Wagen werden laut Michael van Enschot pro Jahr in Europa verkauft – auch wenn man für eine Fahrt einen Lkw-Führerschein braucht. Aber es gibt günstigere Modelle in Halle 25, wo sich zur ABF die Caravan- und Camping-Szene trifft.
Späte Pracht
Noch sehen sie nach gar nichts aus: Die Blumenzwiebeln am Stand G 14 von Frans Ideler in Halle 20 gleichen häufig dicken Dreckklumpen. Wenn sie jedoch im Sommer aufblühen, verwandeln sich die Knollen in Blütenmeere. In diesem Jahr hat der Blumenzwiebel-Spezialist aus Holland einige Neuigkeiten dabei. So bietet er etwa Gartenamaryllis an, die – jetzt eingepflanzt – im Sommer pinkfarben blühen.
Etwas Lästiges entfällt bei dieser Neuzüchtung: „Man braucht die Knollen nicht auszugraben, wenn sie verblüht sind“, erklärt Ideler. Diese Pflanze ist ebenso winterhart wie die Polyanthus-Gladiolen, die Rosenduft verströmen, wenn sie aufgeblüht sind. Zu den neuen Gladiolen zählt auch eine Sorte, die nicht nur winterhart, sondern auch mit ihren 30 Zentimetern kleinwüchsiger als ihre bis zu 1,50 Meter hohen Verwandten ist. „Der Vorteil ist, dass sie nicht beim kleinsten Windhauch umfällt“, erklärt der Blumenfachmann. Ob neue Pflanzenzüchtungen oder Gartenbänke – in Halle 20 zeigen Experten alles, womit man sein eigenes Grün schöner gestalten kann.
Kleines Idyll
Idyll statt Industrialisierung – das sollte ein Kleingarten um 1910 bieten. Und so sieht damals auch der Vorgarten aus: Tulpen und kleine Osterglocken zieren die Beete, die Laube ist liebevoll und in ländlichem Stil hergerichtet. Sie ist Teil der Ausstellung in Halle 20, die der Bezirksverband der hannoverschen Kleingärtner organisiert hat. Anlass ist, dass in diesem Jahr viele Kleingärten 100 Jahre alt werden hat. Das Konzept zur Ausstellung hat der Gartenarchitekt Constantin Eckhardt erstellt. Beispielhaft für die Entwicklung der Kleingärten hat er Lauben von 1910, 1950, 1980 und heute nachgebaut.
Während sich Arbeiter um 1910 in der Laube entspannen wollten, dienten Anpflanzungen im Kleingarten der Nachkriegszeit der Versorgung seiner Besitzer mit frischem Obst und Gemüse. „Als 1980 die ersten Baumärkte aufkamen, war es ein Trend, die Laube selbst zu bauen“, erklärt Eckhardt. Und die Laube von heute? „Sie dient wie die um 1910 wieder der Erholung“, sagt der Fachmann. Pflegeleicht und schön solle der Garten heute sein.
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