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Aus der Stadt Friedhof Nackenberg in Kleefeld soll wieder eröffnet werden
Hannover Aus der Stadt Friedhof Nackenberg in Kleefeld soll wieder eröffnet werden
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21:17 24.08.2010
Von Andreas Schinkel
Die Kleefelder mögen ihren Friedhof – auch wegen des markanten Eingangsbereichs. Quelle: Michael Thomas

Elf Jahre lang währt nun schon das Tauziehen zwischen Stadt und Petrigemeinde um den Friedhof Nackenberg. Jetzt stehen die Chancen gut, dass der still gelegte Stadtteilfriedhof wieder eröffnet und an die Gemeinde übergeben wird. Ein Vertragsentwurf ist bereits ausgearbeitet, lediglich über die Details muss noch verhandelt werden. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt die Pastorin der Petrigemeinde Christel Lucht.

Die Stadt hatte bisher befürchtet, dass eine Wiedereröffnung des Friedhofs in Kleefeld Signalwirkung haben könnte und auch andere Gemeinden auf die Idee brächte, einen oder mehrere der insgesamt sieben still gelegten kleineren Friedhöfe im Stadtgebiet zu übernehmen. Das aber wäre nach Ansicht der Verwaltung fatal, denn auf den fünf großen Friedhöfen in Hannover gibt es ohnehin zu viel Platz: Sie reichen nach einer Rechnung der Verwaltung für ein Einzugsgebiet von 700.000 Menschen, doch die Einwohnerzahl Hannovers wird auch langfristig nicht wesentlich über 500.000 Einwohnern liegen, zudem zeichnet sich in der Bestattungskultur ein Trend zu platzsparenden Urnenbestattungen ab. Die überdimensionierten städtischen Friedhöfe verschlingen einen Gesamtjahresetat von 13 Millionen Euro – da ist jede Bestattung willkommen, für die die Stadt Gebühren erheben kann.

Doch die Kleefelder lieben ihren kleinen Friedhof im Viertel und sind sogar bereit, Geld für eine Wiedereröffnung zu geben. Nach einem Spendenaufruf der Petrigemeinde sind ganze 76.000 Euro als Startkapital zusammengekommen. „Das war überwältigend und zeigt die Verbundenheit mit dem Friedhof“, sagt Pastorin Lucht. Auch aus der Kommunalpolitik erhält die Gemeinde Rückendeckung. Der Bezirksrat Buchholz-Kleefeld hat in seiner jüngsten Sitzung einmütig einem CDU-Antrag zugestimmt, wonach die Stadt die Verhandlungen um den Friedhof „endlich zu einem positiven Abschluss“ bringen soll.

In einigen zuvor strittigen Punkten haben sich Stadt und Gemeinde bereits geeinigt. So hat die Verwaltung ihren Standpunkt aufgegeben, nicht mehr als 30 Begräbnisse pro Jahr auf dem Stadtteilfriedhof zuzulassen. „Wir brauchen mindestens 35 Bestattungen im Jahr, damit wir genug Gebühren einnehmen können, um die Kosten zu decken“, sagt die Pastorin. Zuvor wollte die Stadt, dass nur Angehörige der Gemeinde, die zugleich im Stadtbezirk leben, auf dem Friedhof beerdigt werden dürfen. Doch auch diese Bedingung steht offenbar nicht mehr unverrückbar fest.

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