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Friedhofscafé ärgert sich über Verbote

Café Anna Blume Friedhofscafé ärgert sich über Verbote

Keine Schilder, kein Briefkasten, kaum Außenbewirtschaftung: Das Café Anna Blume am historischen Stöckener Stadtfriedhof ist für Gäste kaum zu finden. Dabei wurde der Integrationsbetrieb mit Unterstützung der Region gestartet. Dort habe man Sorge, dass eine Außengastronomie pietätlos wirken könne.

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Das Café Anna Blume ist von außen nicht als solches zu erkennen.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Idyllisch gelegen ist das noch junge Café Anna Blume am historischen Stöckener Stadtfriedhof. Doch Spaziergänger und Besucher scheitern regelmäßig, wenn sie die Gaststätte suchen. Denn richtig ausgeschildert ist das Café, das vor zwei Monaten in einer ehemaligen Aufbahrungshalle eröffnete, bisher nicht. Auch Briefkasten und Klingel durfte die Gastronomie bisher nicht anbringen. Dabei ist der kleine Integrationsbetrieb, der Arbeitsplätze für mehrere Behinderte bietet, mit einiger Unterstützung von Stadt und Region gestartet.

SPD-Sozialpolitikerin Gudrun Koch sieht die mangelnde Ausschilderung mit Sorge. „Wir wollen, dass das Projekt sich wirtschaftlich trägt“, betont sie. Dazu gehört aus ihrer Sicht auch eine erweiterte Möglichkeit zur Außenbewirtschaftung. Der schmucke Innenraum mit Spitzbögen, Gewölbedecke, Säulen und schönen alten Bodenkacheln bietet zwar ein besonderes Ambiente. Im Sommer zieht es Gäste jedoch vor allem ins Freie. Die Café-Betreiber dürfen auf einem mit Hecken abgegrenzten Rasenstück Gäste an einigen wenigen Tischen bewirten. Allerdings nur sonntags und, falls keine Beerdigung stattfindet, auch sonnabends. Die Mitarbeiter haben jedoch beobachtet, dass manchmal eine ganze Woche lang niemand zu Grabe getragen wird.

„Zumindest probeweise sollte die Stadt auch unter der Woche eine Außenbewirtschaftung testen. Wir gehen davon aus, dass dies die Trauernden nicht beeinträchtigt“, fordert Gudrun Koch. Der kleine Garten liege durchaus etwas abseits der Begräbnisstätten. „Wir wünschen uns mehr Aufgeschlossenheit vonseiten der Verwaltung. Der Friedhof hat schließlich Parkcharakter und wir möchten, dass Menschen sich dort aufhalten und auch ins Gespräch kommen.“

Café-Betreiberin Ute Wrede bewirtet mit ihrem Team häufig Trauerfeiern. „Andere Gäste würden dann gern nach draußen ausweichen. Wir haben auch Anfragen von den Angehörigen Verstorbener bekommen, ob sie bei ihrer Trauerfeier im Garten sitzen können.“ Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Cafébesucher die Würde des Ortes respektieren. „Eine Biergartenatmosphäre widerspricht unserem Konzept. Wir wollen ja Trauernde und andere Friedhofsbesucher mit unserem Service stützen.“

Angebote wie das Café mit Kulturangebot werten in Kochs Augen den parkähnlichen Friedhof auf. „Natürlich muss das dem Charakter eines Friedhofs gerecht werden.“ Die Ratspolitikerin kann sich am Engesohder Friedhof ein ähnliches Café gut vorstellen.

Die Stadtverwaltung betont, dass Gespräche über Hinweisschilder, Klingel und Briefkasten durchaus liefen. Eine Öffnung der Außengastronomie in der Woche lehnt sie aber ab. „Trauernde, die nach einer schmerzlichen Verabschiedung von Angehörigen aus der Trauerhalle kommen, können den Anblick einer Außengastronomie als pietätlos empfinden“, so heißt es.

Das es auch anders geht, zeigt der berühmten Gartenfriedhof Hamburg-Ohlsdorf. Dort hat bereits vor fünf Jahren das Café Fritz eröffnet. Die Terrasse mit 60 Sitzplätzen liegt auf dem Friedhofsgelände, allerdings weit von den Grabstätten entfernt. Manchmal, so berichtet der Betreiber, finden dort sogar Hochzeiten statt. Auch seinen Namen muss das Café nicht verstecken. „Der steht ganz groß dran“, sagt eine Friedhofsmitarbeiterin.

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