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Skater-Fotos gehen um die Welt

Lindener fotografiert Skateboarder Skater-Fotos gehen um die Welt

Der Wahl-Lindener Friedjof Feye ist Lehrer und Skateboarder und hat sich als Fotograf einen Namen in der Szene gemacht. Seine Bilder von Skatern werden in internationalen Magazinen veröffentlicht – viele von ihnen entstanden in Hannover.

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Lieblingsort Küchengarten: Auf dem zentralen Platz in Linden skatet Friedjof Feye besonders gern - es ist einer der offiziellen Skatertreffs in Hannover. Foto: Kutter

Quelle: Kutter

Hannover. Wie viele Menschen in aller Welt das Sprengel-Museum kennen, weiß Friedjof Feye nicht. Aber er weiß, dass in den vergangenen zwei Monaten etwa 35 000 Menschen das hannoversche Kunsthaus mit einem Klick auf ihren Computermonitor geholt haben. Sie haben das Foto eines Skaters hochgeladen, der die steile Wand des Museums als Rampe für seine waghalsigen Sprünge nutzt. Dieses Foto hat Feye aufgenommen, und es ist auf dem Online-Titel der zweitgrößten Skateboard-Fachzeitschrift Europas erschienen, die weltweit gelesen wird. „Das ist schon ein Supergefühl“, sagt der 28-Jährige. Das Sprengel-Museum wird so auf jeden Fall noch bekannter.

Feye ist kein Berufsfotograf. Er ist Lehrer für Wirtschaft und Technik an der Marie-Curie-Schule in Empelde. Aber er ist seit 15 Jahren leidenschaftlicher Skateboardfan, „und irgendwie war die Kamera immer dabei“. Anfangs wollte er nur die Sprünge seiner Freunde dokumentieren. Später ging es ihm mehr und mehr darum, die besondere Ästhetik einer Sportart einzufangen, „die für Individualität steht“. Heute zählt der Wahl-Lindener, der in Ganderkesee aufgewachsen ist, zu den passioniertesten Skateboard-Fotografen im norddeutschen Raum und veröffentlicht seine Bilder in Skate-Magazinen bundes- und europaweit.

Immer, wenn die Schulferien es erlauben, ist er in Sachen Skateboard-Fotografie unterwegs. Die Kulissen sucht er längst nicht mehr nur in Hannover oder Städten wie Hamburg, Köln und Berlin, sondern auch im Ausland. Vor allem Spanien reizt ihn. In Barcelona war er („das ist das Mekka für Skater, die gehören da zum Stadtbild“), auch in Valencia, Málaga und Alicante hat er auf den Auslöser gedrückt, im portugiesischen Lissabon, im französischen Montpellier oder im holländischen Groningen, in Schottland und in Schweden.

Der Hannoveraner Friedjof Feye ist Lehrer und Skateboarder und hat sich als Fotograf einen Namen in der Szene gemacht.

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Die Aufnahmen frieren die Dynamik der Sprünge ein - und machen zugleich deutlich, wie sich Skater Orte erobern, die eigentlich nicht für sie gedacht sind. Da werden Fensterbänke, Hauswände oder Geländer zweckentfremdet. Immer wagemutig und augenscheinlich nicht ungefährlich. Doch die Skater, die Feye ablichtet, sind echte Könner. „Manche gehören zu den Besten Europas“, sagt er. Teilweise sind es Profis, die von ihrem Sport leben. Man kennt sich in der Szene und verabredet sich zu den Foto-Reisen, mal unterstützt von Sponsoren, mal im Auftrag eines Magazins, mal auf eigene Faust. Die bisher weiteste Reise, die Feye für seine Skateboard-Motive zurückgelegt hat, führte nach San Francisco. Dort hat er eine Szene fotografiert, die nicht zur Nachahmung empfohlen ist: Auf der Brüstung der Aussichtsplattform Twin Peaks rutscht ein Skater entlang - unter ihm erstrecken sich die Häuser der Stadt.

Bei den Fotoshootings müsse man ohnehin etwas aufpassen, sagt Feye. Er und seine Skate-Freunde melden sich in der Regel nicht an, wenn sie Mauern, Wände und andere Untergründe zu ihrem Terrain machen. „In Barcelona hat mal einer eine Blumenvase nach uns geworfen.“ Wie die vielfach geklickte Szene am Sprengel-Museum in Hannover entstanden ist, will er nicht näher ausführen. Erlaubt ist es natürlich nicht, an der Steilwand hinabzurasen. Zu Feyes hannoverscher Fotokollektion gehören außerdem Skater am holländischen Pavillon auf dem Expo-Gelände, im Ihme-Zentrum, am Mittellandkanal in Misburg oder in einem Gewerbegebiet in Bornum. Die Bilder versteht er auch als eine Form von Werbung für die Szene in Hannover. Die sei durchaus rege, meint der 28-Jährige.

Sicher ist: Die Skateboard-Fotografie soll ein Hobby bleiben. „Es macht mir viel Spaß, Lehrer zu sein.“ Wenn er selbst auf das Rollbrett steigt, dann am liebsten auf dem Küchengartenplatz. „Ich skate nicht schlecht, aber auch nicht gut“, lautet die Selbsteinschätzung. Mit dem 2er-Skatepark an der Fössestraße oder der Anlage am Welfenplatz gebe es in Hannover inzwischen gut frequentierte, etablierte Bereiche zum Skaten, sagt Feye. Doch zum Fotografieren sucht er sich lieber die unentdeckten Orte.

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