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Frühere VHS soll zur Erinnerungsstätte werden

Städtische Pläne Frühere VHS soll zur Erinnerungsstätte werden

Um Schülern die NS-Zeit zu vermitteln, will die Stadt in der City einen „Lernort Erinnerung und Demokratie“ einrichten. Nach Informationen der HAZ soll dafür die ehemalige Volkshochschule am Friedrichswall ausgebaut werden, die seit dem Sommer 2015 leer steht.

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„An die Lebenswelt von Jugendlichen anknüpfen“: Das eingerüstete Gebäude der früheren Volkshochschule steht seit Sommer 2015 leer.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. „Die VHS liegt zentral, und in der Nähe sind historisch bedeutsame Orte wie die Ruine der Aegidienkirche“, sagt ein Mitglied des Beirats, den die Stadt für das Projekt eingesetzt hat. Diesem gehören unter anderem Historiker und Pädagogen an.

Der Rat hatte bereits vor längerer Zeit insgesamt 430 000 Euro als Anschubfinanzierung für einen solchen Lernort bereitgestellt, doch dessen Einrichtung verzögerte sich immer wieder. „Ein Neubau wäre nicht finanzierbar gewesen“, sagt jetzt ein Beiratsmitglied. Allerdings müsste auch die frühere VHS von Grund auf saniert werden, um die ambitionierten Pläne zu realisieren. Die Stadt muss das Gebäude, das an die Baum-Immobiliengruppe verkauft wurde, zudem mieten.

Auf mehr als 400 Quadratmetern sollen an dem Lernort Themen wie Widerstand und Emigration in der NS-Zeit im Mittelpunkt stehen. „Es ist wichtig, dabei an die Lebenswelt von Jugendlichen anzuknüpfen“, sagt Karljosef Kreter vom städtischen Team Erinnerungskultur.

Das pädagogische Konzept sieht mehrere Stationen auf zwei Etagen vor. Besucher sollen am Eingang von einer Porträtwand empfangen werden. Durch Berühren der Bilder lassen sich interaktiv die Lebenswege von Menschen in der NS-Zeit aufrufen. In digitalen Projektionen können Schüler außerdem Stadtpläne von damals und heute vergleichen. Und in einem „Forschenden Archiv“ sollen Jugendliche auf eigene Faust Antworten auf ihre Fragen zur NS-Zeit recherchieren können.

Bereits seit Jahren plant die Stadt, einen solchen Lernort zu schaffen, der vor allem Schulklassen und Jugendgruppen ansprechen soll. Dafür waren unter anderem die alte Kantine der Polizei­direktion, die Ruine der Aegidienkirche und ein Neubau am Maschseenordufer unweit des Ehrenfriedhofs im Gespräch - doch alle Pläne zerschlugen sich. Jetzt heißt es, der Umbau der früheren Volkshochschule könne noch in diesem Jahr beginnen.

„Keine Konkurrenz zur Gedenkstätte Ahlem“

Für Kritik am „Lernort Erinnerung und Demokratie“ hatte in der Vergangenheit gesorgt, dass es eine ähnliche Einrichtung in Hannover bereits gibt. Im Juli 2014 wurde die Gedenkstätte Ahlem nach aufwendigem Umbau (Kosten: 6,3 Millionen Euro) wieder eröffnet. Bereits im ersten Jahr zählte dieser außerschulische Lernort in der einstigen Israelitischen Gartenbauschule rund 10 000 Besucher. Träger der Gedenkstätte Ahlem ist die Region und nicht die Landeshauptstadt: „Es darf keine Konkurrenz zur Gedenkstätte Ahlem geben“, betont Kulturdezernent Harald Härke jetzt mit Blick auf den neuen Lernort. „Wir müssen eigene Schwerpunkte setzen.“

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