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Arbeitslosenzahlen

Frühjahrsaufschwung bleibt auf Hannovers Jobmarkt aus


Der hannoversche Arbeitsmarkt tritt im Gegensatz zur Entwicklung im gesamten Bundesgebiet auf der Stelle – von einem Frühjahrsaufschwung ist nicht viel zu spüren. Die Zahl der Arbeitslosen sank nur um 01, Prozentpunkte.
Die Üstra lässt derzeit den Rasen zwischen ihren Gleisen mähen – aber ansonsten fehlt in der Stadt die Nachfrage nach Mitarbeitern in sogenannten grünen Berufen.

Die Üstra lässt derzeit den Rasen zwischen ihren Gleisen mähen – aber ansonsten fehlt in der Stadt die Nachfrage nach Mitarbeitern in sogenannten grünen Berufen.

© Rainer Surrey

Der Frühjahrsaufschwung bleibt auf Hannovers Jobmarkt aus: Während deutschlandweit die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte gegenüber März gesunken ist, waren es im Bereich der Arbeitsagentur der Landeshauptstadt nur 0,1 Prozentpunkte. Sie liegt nunmehr bei 10,3 Prozent, insgesamt sind 43 627 Männer und Frauen arbeitslos. Zum Agenturbezirk zählen neben Hannover auch Garbsen, Langenhagen, Laatzen und Barsinghausen.

Die Arbeitsagentur bezeichnet die im Vergleich dürftigen Werte als nicht überraschend. „Das ist normal für eine Großstadt“, sagt Sprecher Rainer Keßler. Unter anderem fehle in den Städten die nach dem Winter starke Nachfrage nach Mitarbeitern in den sogenannten grünen Berufen wie Land- und Forstwirtschaft, Gärtnerei sowie Garten- und Landschaftsbau. Darüber hinaus habe Hannover mit seinem starken Anteil an Beschäftigten bei Ministerien und Behörden, Banken und Versicherungen während der Wirtschaftsflaute weniger Arbeitsplätze eingebüßt als andere Regionen. „Die Industrie hat nur noch einen Anteil von 15 Prozent am Arbeitsmarkt“, sagt Keßler.

Im Städtevergleich spiegelt sich das wieder. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt in von der Einwohnerzahl her vergleichbaren Städten wie Bremen, Essen, Nürnberg und Dresden präsentierte sich in den vergangenen zwei Jahren fast identisch zu der Hannovers. „Die Erfahrung zeigt aber, dass die Arbeitsmarktdaten auch in den Städten bald besser werden dürften. Da hinkt man den ländlichen Gebieten immer etwas hinterher“, erklärt Keßler.

Überhaupt nichts von einer Frühjahrsbelebung zu spüren bekommen im Raum Hannover die Langzeitarbeitslosen. Ihre Zahl ist gegenüber dem März sogar leicht angestiegen und liegt nun bei 32 600. Noch trüber fiele die Bilanz aus, wenn diejenigen, die in Förder- und Qualifizierungsprogrammen stecken, nicht aus der Statistik herausgerechnet würden. Im März waren dies mehr als 5000 Jobsuchende. Auf dem ersten Arbeitsmarkt waren gut 11 000 Personen beschäftigungslos gemeldet. Sowohl bei den älteren Arbeitnehmern als auch bei den Jugendlichen stagnieren die Zahlen. Mehr als 10 600 Ausländer sind im Bereich der Landeshauptstadt ohne Arbeit, das entspricht einem Anteil von 24 Prozent. Neun von zehn arbeitslos gemeldeten Ausländern müssen sich als Hartz-IV-Empfänger durchs Leben schlagen. Auffällig ist, dass auf dem ersten Arbeitsmarkt fast jeder dritte Arbeitslose keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann. Unter den Hartz-IV-Empfängern sind es sogar zwei von drei.

Das Jobangebot in Hannover ist gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen. Fast 2000 offene Stellen stehen zur Verfügung, wobei fast jede zweite von Zeitarbeitsfirmen angeboten wird. Nennenswerte Nachfrage besteht derzeit im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen und bei den öffentlichen Verwaltungen und den Sozialversicherungen. Als erfreulich bewertet man es bei der Arbeitsagentur, dass der Anteil an Kurzarbeit stetig abnimmt. Die meisten Anzeigen von Firmen, die demnächst Kurzarbeit einführen wollen, stammen aus dem Baugewerbe. Auch darin sieht die Agentur ein Indiz dafür, dass ein nennenswerter Frühjahrsaufschwung in Hannover noch auf sich warten lässt.

Regionale Unterschiede: In den Geschäftsstellen des Agenturbezirkes fällt die Entwicklung unterschiedlich aus. Barsinghausen hat mit 6,6 Prozent die geringste Quote; es folgen Laatzen (8,4 Prozent), Garbsen (8,9 Prozent), Langenhagen (9,1 Prozent) und Hannover mit 11,2 Prozent. Betrachtet man die gesamte Region, fallen die Daten etwas günstiger aus. Die Arbeitslosenzahl sank gegenüber dem März um 1,3 Prozent auf knapp 54 000. Die Arbeitslosenquote lag im April bei 9,3 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat.

Bernd Haase

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  • Arbeitsmarkt BTB – 30.04.10
    Stimmt nicht ganz. Wohl kaum eine andere Stadt beschäftigt zur Zeit mehr Architekten und Juristen als Hannover ;)
  • Eine Sache der Logig Bornum – 30.04.10
    Wenn in Hannover auch die A.Zahlen zurückgegangen wären hätte ich große Zweifel an der Statistik.Conti schon 150 gegangen rest folgend,Karstadt dicht,Harry personalabbau,Schließungen von Geschäften in Kette,Personalabbau bei TUI,usw.Neue Arbeitsplätze sehe ich nur um Hannover herum.Wer Augen hat der Sehe,wer Ohren hat der höre.Da brauchs keine Statistik
  • Arbeitsmarkt E. Leinespatz – 30.04.10
    ....da ist wohl irgendwo FEINSTAUB im Getriebe. ...oder warum traut sich keiner auf den Markt?

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