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Justizzentrum: Neubau soll es richten

Baubeginn Justizzentrum: Neubau soll es richten

Fünf Gerichte kommen künftig unter ein gemeinsames Dach und werden durch eine Brücke mit dem Landgericht verbunden. Die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hatte am Montag zusammen mit Architekten und Investoren den Startschuss für den Neubau auf dem Parkplatz zwischen Augusten- und Hinüberstraße gegeben.

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Das Computerbild zeigt, wie der Neubau aussehen soll.

Quelle: Visualisierung Fa. Sichtvision

Hannover. Dem Bau eines neuen Justizzentrums in der City Hannovers steht nun nichts mehr im Weg. Die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hatte am Montag zusammen mit Architekten und Investoren den Startschuss für den Neubau auf dem Parkplatz zwischen Augusten- und Hinüberstraße gegeben. Mehr als 31 Millionen Euro kostet das vom Düsseldorfer Architekturbüro HPP entworfene Gebäude, das im Juli 2015 fertiggestellt sein soll.

Fünf Gerichte werden dann in dem neuen Justizpalast untergebracht: Finanzgericht, Landesarbeitsgericht, Arbeitsgericht Hannover, Sozialgericht und Verwaltungsgericht. Sie alle liegen bisher verstreut über das Stadtgebiet. Durch eine Brücke wird der Neubau mit dem benachbarten Amtsgericht verbunden, welches wiederum Übergänge zum Haus der Staatsanwaltschaft und zum Landgericht bietet. „So entsteht ein Netz zwischen den Gerichten, das eine übergreifende Zusammenarbeit bietet“, sagte die Ministerin.

Die Idee, Hannovers Gerichte an einem zentralen Ort in der Stadt zusammenzuziehen, stammt aus den siebziger Jahren. Doch es brauchte viel Zeit, bis der Traum Realität wurde. Zwischenzeitlich sollte das Bredero-Hochhaus am Raschplatz zur neuen Heimat der Gerichte werden, doch die Pläne platzten (siehe weiteren Bericht). Jetzt soll es ein kostspieliger Neubau richten.

Am Montag hat der symbolische Spatenstich für das Bauvorhaben zum neuen Justizzentrum am Amtsgericht im Volgersweg stattgefunden.

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30-jähriger Erbbaurechts- und Mietvertrag

Die Realisierung des gesamten Vorhabens erfolgt nach dem Modell einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) und ist einigermaßen kompliziert. In einer europaweiten Ausschreibung des Projekts hatte die Fubos Beteiligungs GmbH, eine Tochter des Unternehmens LHI Leasing aus Pullach bei München, den Zuschlag bekommen. Investor und damit Träger der Baukosten von rund 31 Millionen Euro ist die Gothaer Asset Management AG.

Den Bau selbst führt die Firma BAM aus. Das Land Niedersachsen wiederum hat einen auf 30 Jahre angelegten Erbbaurechts- und Mietvertrag unterschrieben, Vermieter ist die Fubos. Nach 30 Jahren Mietzahlungen wird das Land Eigentümerin des Justizzentrums. Bis dahin wird das Land mehr als 80 Millionen Euro Miete und Nebenkosten an den Vermieter überwiesen haben. „Trotzdem rechnet sich der Neubau für uns“, heißt es aus dem Ministerium. Denn zum einen entfalle die Miete für jene Räume, in denen jetzt die fünf Gerichte residieren, die später in den neuen Justizpalast ziehen. Zum anderen gebe es „Synergieeffekte“ durch die Zusammenlegung der Fachgerichte, sprich: Einsparungen. Alle auf der Rückseite des Bahnhofs zusammengezogenen Gerichte können eine Bibliothek nutzen, eine Kantine und eine Poststelle.

Bis dahin wird noch etwas Zeit vergehen. Im Herbst muss zunächst ein Altbau in der Hinüberstraße weichen, dann können im Winter die Bagger anrücken und den Aushub für die Tiefgarage starten. Sie soll Platz für 160 Autos und 114 Fahrräder bieten. Erst ab dem Frühjahr 2014 wächst der Rohbau in die Höhe. Am 1. Juli 2015 wollen die Juristen einziehen.

Neubau statt Bredero

Ratspolitiker und Stadtspitze hatten die Pläne des Justizministeriums einst begrüßt. Fünf Gerichte sollten auf 14 Etagen verteilt ins Bredero-Hochhaus am Raschplatz ziehen. Der gräuliche Betonklotz wäre endlich belebt worden. Doch von Anfang an stieß der Plan bei Juristen und Gerichtsmitarbeitern auf erheblichen Widerstand. Keiner konnte sich vorstellen, in dem Komplex zu arbeiten. Zudem hatte man gesundheitliche Bedenken wegen der Asbestbelastung auf etlichen Etagen.

Letztlich scheiterte das Vorhaben am Geld. Der damalige Eigentümer des Hauses, die Maxim Investment GmbH, wollte das Gebäude herrichten, doch die Banken drehten den Geldhahn zu. Am Ende kündigte das Justizministerium den Mietvertrag, und etliche Beschäftigte an den Gerichten atmeten auf. Das Bredero-Hochhaus steht noch immer weitgehend leer. Erst vor einigen Monaten scheiterte der Versuche der Stadt, dort das Ordnungsamt Mitte und die Kfz-Zulassungsstelle einzuquartieren.

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