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„Licht und Schatten“

Fünfte „Lange Nacht der Kirchen“ in Hannover

Von Stefanie Kaune

Am Freitagabend um 18 Uhr öffnen wieder 57 Kirchen in Hannover ihre Türen für Kultur, Gespräche und Meditation. Die fünfte „Lange Nacht der Kirchen“ geht bis Mitternacht oder sogar eine Stunde länger.
Generalprobe: Der Kinderchor „Die Singende Arche“ aus der Laatzener Thomas-Gemeinde tritt unter der Leitung von Gisela Riedl in der Wülfeler Matthäikirche auf.

Generalprobe: Der Kinderchor „Die Singende Arche“ aus der Laatzener Thomas-Gemeinde tritt unter der Leitung von Gisela Riedl in der Wülfeler Matthäikirche auf.

© Christian Burkert

Sechs Stunden sind es, maximal sieben. Dann wird die fünfte „Lange Nacht der Kirchen“ wieder vorbei sein, die am Freitag um 18 Uhr beginnt und um Mitternacht oder eine Stunde später endet. Doch hinter den wenigen Stunden stecken anderthalb Jahre Vorbereitung beim evangelisch-lutherischen Kirchenverband als Veranstalter und natürlich bei den 57 beteiligten Gotteshäusern. Wirklich lang an der „Langen Nacht“, die alle zwei Jahre gefeiert wird, ist also vor allem die Zeit davor. Es beginnt wie so vieles mit Arbeitskreisen, Themendiskussionen und Finanzierungsfragen – und wird am Ende doch jedes Mal bunt und voller Leben.

Wenn dann das Motto feststeht, in diesem Jahr „Licht und Schatten“, und auch sonst alles geklärt ist, fangen etwa ein dreiviertel Jahr vor der Veranstaltung die Vorbereitungen in den Gemeinden an. Rund 800 Ehrenamtliche sind es nach Schätzung von Insa Becker-Wook vom Stadtkirchenverband, die bei der „Langen Nacht“ neben all den Pastoren, Diakonen und kirchlichen Sozialarbeitern für ihre jeweiligen Gemeinden und damit natürlich auch fürs große Ganze im Einsatz sind. Sie schmieren Schnittchen für die Bewirtung am Abend, räumen Bänke aus dem Gotteshaus, um Platz für die Veranstaltungen zu schaffen, dekorieren die Kirche oder sind sogar selbst mit Auftritten am Programm beteiligt.

„Bei uns sind immer zehn bis 15 Ehrenamtliche dabei“, sagt Heidegret Zielinski, Vorsitzende des Kirchenvorstands der Wülfeler Matthäikirche, die in der langen Kirchennacht zum dritten Mal zur „Kabarett-Kirche“ wird. Berühmt sind die Gemeindemitglieder längst für ihre Matjesbrötchen und Käsespieße, die stets großen Absatz finden. Die Feuerwehr Wülfel hilft jedes Mal beim Räumen der Bänke vorm Altar, wo der Bühnenbereich eingerichtet wird. Dort tritt am Freitagabend auch Kabarettist Matthias Brodowy auf, Hannoveraner mit bundesweitem Wirkungskreis. Ton und Licht werden dann perfekt sein – schließlich ist Gemeindemitglied Jens Rathgeber, der sich um die Technik kümmert, hauptberuflich Licht- und Bühnentechniker. Und die Lister Matthäuskirche verwandelt sich heute nicht ohne Grund in eine „Tanz-Kirche“: Diakon Manfred Büsing ist begeisterter Tangotänzer und tritt auch selbst auf.

Insa Becker-Wook ist begeistert, wenn sie so etwas hört. „Die Nacht der Kirchen kann nur funktionieren, weil sich überall in den Gemeinden, aber auch darüber hinaus solche Netzwerke gebildet haben“, sagt sie. Bei der Mitarbeiterin für die Öffentlichkeitsarbeit des Stadtkirchenverbands laufen alle Fäden für die „Lange Nacht der Kirchen“ zusammen. Inzwischen hat sie sogar eine eigene Künstlerkartei von rund 50 Schauspielern, Literaten und Musikern aufgebaut, die immer wieder gern dabei sind.

In der Jugendkirche in der Lutherkirche ist man auf diese Daten allerdings weniger angewiesen. Da sich dort zwei Ehrenamtliche bestens in der Musikszene auskennen, betreibt das Organisationsteam die Akquise für die vorwiegend musikalischen Programmangebote gern in Eigenregie. Und manchmal ist das gar nicht mehr nötig: „Viele Künstler laufen uns inzwischen zu“, sagt Pastor Torsten Pappert. Feststehen muss das Programm für die Kirchennacht vier Monate vorher, dann beginnt die Werbung. Die 30.000 Broschüren wollen verteilt, die Plakate gehängt werden. „Wir werden dabei in der ganzen Stadt großartig unterstützt“, sagt Becker-Wook. „Sogar bei meinem Zahnarzt durfte ich Flyer auslegen.“

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