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Aus der Stadt Entstehen hier bald Luxuswohnungen?
Hannover Aus der Stadt Entstehen hier bald Luxuswohnungen?
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00:19 18.12.2014
Von Conrad von Meding
Wohnen statt parken an der Adolfstraße. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Entstehen in der Innenstadt demnächst noch mehr Luxuswohnungen? Das letzte große Baugrundstück im Bezirk Mitte ist jetzt für einen Rekordpreis verkauft worden. Bei der derzeit als Parkplatz genutzten Fläche in der Adolfstraße – Bodenwert 2 Millionen Euro – haben sich jetzt zehn Investoren gegenseitig überboten. Am Ende gab es den Zuschlag für 5,26 Millionen Euro – das sind mehr als 900 Euro pro Quadratmeter für ein Grundstück, das zunächst von Altlasten saniert werden muss. Bezirksbürgermeister Michael Sandow warnt angesichts des Grundstückspreises vor steigenden Wohnkosten: „Mieterschutz muss vor Investorenschutz gehen.“

Das 5700 Quadratmeter große Trümmergrundstück in der Calenberger Neustadt wird bislang noch als Parkplatz für Sozial- und Umweltministerien, Finanzamt und andere Behörden genutzt. Das Land, stets knapp bei Kasse, hatte auf einen Verkaufserlös von 3 Millionen Euro gehofft. Das Bieterverfahren aber sei auf „großes bundesweites Interesse“ gestoßen, heißt es in einer Landesdrucksache. Mit zehn Investoren sei nachverhandelt worden, den Zuschlag erhielt der hannoversche Projektentwickler Helmut Dannenberg (62), der das Grundstück zusammen mit seinem gleichnamigen Sohn (36) erworben hat und bebauen will.

„Es ist ein heiß umkämpftes Grundstück in einer super Lage“, sagt der Firmenchef zu dem Preis. Für den Beginn des neuen Jahres seien Gespräche im Baudezernat terminiert, um zu verhandeln, was konkret auf der Fläche gebaut werden kann. Zu den späteren Preisen für die Wohnungen kann Dannenberg derzeit noch nichts sagen: „Das hängt vor allem davon ab, wie viele Wohnungen ich auf dem Grundstück bauen kann.“

Immer wieder wird kritisiert, dass die öffentliche Hand zwar preiswerte Mieten fordert, zugleich aber ihre Grundstücke zu Höchstpreisen verkauft und damit die späteren Wohnkosten nach oben treibt. Die Stadt Hannover ist inzwischen in mehreren Fällen dazu übergegangen, Grundstücke nicht mehr nach Höchstgebot, sondern nach bestem Konzept zum Festpreis an Investoren zu vergeben.

Bezirksbürgermeister Sandow (SPD) fordert, dass Hannover nach Münchener Vorbild eine Satzung für sozial gerechten Wohnraum einführt, die jeden Investor verpflichtet, eine bestimmte Anzahl Wohnungen auf jedem Grundstück bezahlbar auch für die Mittelschicht und Einkommensschwache zu errichten. „Das ist wichtig für integratives oder generationenübergreifendes Wohnen und für die soziale Mischung“, sagt Sandow. Die Kommunalpolitiker werden beim Grundstück Adolfstraße den Bebauungsplan ändern müssen. „Wir werden dann versuchen, auch für einen Anteil bezahlbarer Wohnungen zu sorgen“, sagt Sandow.

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