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Aus der Stadt Für Veggie-Day ist kein Geld mehr da
Hannover Aus der Stadt Für Veggie-Day ist kein Geld mehr da
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00:16 28.11.2013
Von Bernd Haase
Am sogenannten Veggie-Day kommt was Grünes auf den Tisch. Quelle: Michael Thomas (Symbolfoto)
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Hannover

Der sogenannte Veggie-Day hat es im Sommer auf die bundespolitische Agenda geschafft – als nämlich die Grünen einen fleischfreien Tag pro Woche in öffentlichen Kantinen forderten und sich prompt den Vorwurf gefallen lassen mussten, per obrigkeitsstaatlicher Verordnung die Ernährungsgewohnheiten der Menschen regulieren zu wollen. Als Wahlkampfschlager war das Ganze eher ein Rohrkrepierer. Jetzt könnte der Vegetariertag auch die lokale Politik beschäftigen. Sie muss entscheiden, ob ein seit knapp drei Jahren im Raum Hannover unter diesem Namen laufendes Projekt weiterhin finanziell unterstützt wird.

Seit Anfang 2011 wird auf lokaler Ebene institutionell für vegetarisches und veganes Kochen geworben. „Veggietag. Bunt.Bio.Lecker“ lautet der Slogan der Kampagne. Finanziert wird sie mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag aus dem BÖLN des Bundeslandwirtschaftsministeriums, wobei das Kürzel für „Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft“ steht. Je ein Achtel steuern Stadt und Region Hannover bei, ein Viertel kommt vom Umweltzentrum Hannover, das auch die Federführung hat und sich die Aktionen ausdenkt.

Im Unterschied zu den Plänen der Bundesgrünen setzt Hannovers Veggietag nicht auf Zwangsbeglückung. „Verpflichtendes brauchen wir nicht“, sagt Eberhard Röhrig-van der Meer, Geschäftsführer des Umweltzentrums. Man wolle die Verbraucher vom Sinn vegetarischer Ernährung überzeugen und mit Veranstaltungen Signalwirkung erzielen. So hat man Informationsmaterial angeboten, Gastronomen beraten, in Zusammenhang mit Caterern Veggietage in Kantinen organisiert, Exkursionen zu Biobetrieben durchgeführt und zu vegetarischen Picknicks in der Stadt eingeladen.

Jetzt allerdings müssen Röhrig-van der Meer und seine Mitstreiter um den Veggietag kämpfen. Vom BÖLN gibt es kein Geld mehr, und auch im Etatentwurf der Region für das kommende Jahr fehlt ein entsprechender Posten. Der Geschäftsführer nutzte jüngst eine Präsentation im Umweltausschuss der Region für engagierte Werbung. „Vegetarische Ernährung ist nicht nur gesund, sondern auch ein Beitrag zum Klimaschutz. Die Tierhaltung verursacht global 18 Prozent der für den Treibhauseffekt verantwortlichen Gase“, erklärte Röhrig-van der Meer.

Die Politik hielt sich hinterher zurück, lediglich der Vertreter der Linken, nach eigenen Angaben selbst Vegetarier legte sich ins Zeug: „Diese Ernährungsform steigert körperliche und geistige Fitness“, sagte Michael Fleischmann.

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