Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Fünf Gerichte ziehen um

Neuer Standort Leonhardtstraße Fünf Gerichte ziehen um

Fünf Gerichte siedeln bis Mitte August in das neue Fachgerichtszentrum in der Leonhardtstraße um. Das Verwaltungsgericht hat seinen Sitz im Stadtteil Bult Anfang dieser Woche verlassen. In den vergangenen beiden Tagen folgte das Arbeitsgericht aus dem Zooviertel.

Voriger Artikel
Hells Angels feiern Hanebuths baldige Entlassung
Nächster Artikel
Hightech-Blitzer wird erst 2016 eingeschaltet

Abschied: Arbeitsgerichtsdirektor Kilian Wucherpfenning trägt seine Robe aus dem Gebäude in der Ellernstraße.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Wohin mit den Yucca-Palmen? Der Vizedirektor des Arbeitsgerichts hatte eine ebenso einfache wie effektive Idee. Axel von der Straten stellte seine Büropflanzen vor die Tür des bisherigen Behördendomizils in der Ellernstraße und klebte einen Zettel mit der Aufschrift „Zu verschenken“ daran. Kurz darauf waren die Palmen verschwunden. Schließlich muss beim Umzug in das neue Fachgerichtszentrum in der Leonhardtstraße schon genug transportiert werden.

Fünf Gerichte - Verwaltungs-, Arbeits-, Landesarbeits-, Finanz- und Sozialgericht - siedeln bis Mitte August in das neue Fachgerichtszentrum in der Leonhardtstraße um. Das Arbeitsgericht ist das zweite Gericht, das seinen alten Wohnsitz verlässt.

Zur Bildergalerie

Fünf Gerichte siedeln bis Mitte August an den neuen Standort hinter dem Hauptbahnhof um. Das Verwaltungsgericht hat seinen Sitz im Stadtteil Bult Anfang dieser Woche verlassen. In den vergangenen beiden Tagen folgte das Arbeitsgericht aus dem Zooviertel. Weiter geht es mit dem noch in der Südstadt ansässigen Landesarbeitsgericht, dem Finanzgericht in Döhren und dem Sozialgericht in der Calenberger Neustadt. Bald haben rund 400 Justizmitarbeiter ihren Arbeitsplatz in Citynähe.
„Bei uns laufen die Gerichtsverhandlungen schon am Montag weiter“, sagt Kilian Wucherpfennig, Direktor des Arbeitsgerichts. Längere Pausen könne man sich nicht leisten. Wucherpfennig muss den Überblick über die Umzugslogistik behalten. Allein für das Arbeitsgericht mussten mehr als 600 Kisten voll aktueller Akten, Fachliteratur und anderer Unterlagen transportiert werden, zudem Büromobiliar. Auch das Archiv, gefüllt mit tausenden Aktenheftern, wurde auf Lastwagen verladen, verwahrt in Rollschränken. „Dabei geht es auch um den Datenschutz“, sagt Wucherpfennig.

In den vergangenen zwei Jahren haben er und seine Kollegen an der Spitze der vier anderen Gerichte regelmäßig zusammengesessen, um die Planungen für das neue Justizzentrum zu begleiten. „Wir sind ja alle keine Bauingenieure oder Innenarchitekten“, sagt der Jurist. Aber es habe sich gelohnt, die Vorstellungen und Wünsche der Mitarbeiter in die Planungen des Justizministeriums einzubringen. Nicht alles war machbar, aber unterm Strich, sei man nun zufrieden. „Vor allem die zentrale Lage in der Innenstadt bietet Vorteile.“

Gerichte als Flüchtlingsunterkünfte?

Rund 31 Millionen Euro kostet das neue Fachgerichtszentrum in der Leonhardtstraße. Das Land zahlt diese Summe allerdings nicht selbst. Es mietet den auf der Basis einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) entstandenen Komplex von einer Leasinggesellschaft für anfänglich 1,8 Millionen Euro pro Jahr. Der Vertrag läuft über 30 Jahre, danach geht das Gebäude in das Eigentum des Landes über. Für die fünf bisher angemieteten Gerichtsgebäude in verschiedenen Stadtteilen wurden jährlich rund 1,6 Millionen Euro fällig. Gleichwohl rechnet sich das Projekt aus Sicht des Justizministeriums: Ziel ist es, durch die Zentralisierung der Gerichte unter einem Dach schon im ersten Jahr rund 550.000 Euro Mietkosten zu sparen.

Unklar ist noch, wie die Gebäude genutzt werden, aus denen die fünf Gerichte ausziehen. Baudezernent Uwe Bodemann hatte Mitte Juni angeregt, die Bauten für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. Entsprechende Verhandlungen mit den Eigentümern liefen bereits, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. Fest steht indes, dass in das bisherige Finanzgericht in der Hermann-Guthe-Straße in Döhren keine Asylbewerber einziehen werden. Der neue Eigentümer, die Wohnungsbaugenossenschaft Heimkehr, hat ein entsprechendes Gesuch der Stadt abgelehnt.  jk/cli

Mit dem Fachgerichtszentrum will das Land die juristische Kompetenz an einem Standort bündeln – in Nachbarschaft zu Landgericht, Amtsgericht und Staatsanwaltschaft. 11 300 Quadratmeter Nutzfläche stehen in dem Neubau zur Verfügung. Im ersten Stock sind Arbeitsgericht und Teile des Sozialgerichts zu finden, darüber Verwaltungsgericht sowie Teile von Sozial- und Finanzgericht, im dritten Stock werden das restliche Finanzgericht und das Landesarbeitsgericht untergebracht. Ganz oben sind Bibliothek und IT-Abteilung.

Der öffentlich zugängliche Bereich liegt im Erdgeschoss: 23 Sitzungssäle mit Besprechungszimmern für Richter und Schöffen gibt es dort. Hinzu kommen fünf Zimmer für Anwälte und ihre Mandanten und vier Mediationsräume, zudem Rechtsantragsstelle, Wachtmeisterei und Poststelle. Besucher können ihr Auto in der kostenpflichtigen Tiefgarage mit 145 Plätzen parken, wo auch 90 Fahrradstellplätze vorhanden sind.

Alles in allem sei der Platz im Gerichtszentrum nicht allzu großzügig bemessen, aber ausreichend, sagt Wucherpfennig. Er vermutet jedoch, dass es im Eingangsbereich eng werden könnte. Denn die Einlasskontrollen rund um die modernen Sicherheitsschleusen nähmen viel Zeit in Anspruch – mit der Folge, dass sich Besucherschlangen bis auf die Straße stauen könnten. Jedem der fünf Gerichte ist eine bestimmte Anzahl an Sitzungssälen zugeteilt. Ein modernes Monitorsystem informiert die Besucher darüber, wo welcher Prozess anberaumt ist. Das Mobiliar der Säle wurde von den Mitarbeitern der Tischlerei in der Justizvollzugsanstalt Hannover gefertigt.

Wucherpfennig ist froh, dass der Umzug weitgehend über die Bühne gebracht ist. Einmal muss der Direktor aber noch selbst mit anpacken: Das Biedermeier-Sofa und die Gemälde, mit denen er sein Büro in der Ellernstraße geschmückt hat, transportiert er auf eigene Faust ins neue Arbeitszimmer.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Das war Bosse in der Swiss Life Hall

Bosse bittet zum „Engtanz“. Seit März tourt er mit dem gleichnamigen Album durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Am Sonnabend rockte er vor einer ausverkauften Swiss Life Hall.