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Aus der Stadt Hier strahlt es in Hannover am stärksten
Hannover Aus der Stadt Hier strahlt es in Hannover am stärksten
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00:27 19.11.2015
Von Conrad von Meding
„Absolute Oberkante der Grenzwerte“: So stark sind die Funkwellen in Hannover. Quelle: Screenshot/feldkarte.de
Hannover

Fast jeder nutzt die kleinen Mobiltelefone, und fast überall haben die Geräte mittlerweile Empfang. Doch der Komfort hat seinen Preis: Überall in bewohnten Gebieten befinden sich Sendemasten, die die Signale in Form unsichtbarer Funkwellen verbreiten. Die Betreiber und auch die Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde behaupten stets, dass keine Gesundheitsgefahr bestehe, wenn alle Grenzwerte eingehalten werden. Ein Professor von der Ostfalia-Hochschule für angewandte Wissenschaften hat sich jetzt aufgemacht, diese Angaben zu überprüfen. Der gebürtige Burgwedeler fährt mit seinem Messmobil Straßenzüge in Großstädten ab und prüft im Detail, wie intensiv die Feldstärke an jedem einzelnen Ort ist. In Hannover ist er so weit wie sonst fast nirgendwo. 

„Nach den bisher festgestellten Ergebnissen werden die Grenzwerte überall in Hannover eingehalten“, sagt Prof. Matthias Hampe. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede. Im Bereich des Raschplatzes etwa zeigen die Messwerte dunkelrote Ergebnisse an, das bedeutet relativ hohe Feldstärken, ebenso an einigen Abschnitten der Vahrenwalder Straße, neben der Marktkirche, am Steintor oder in Teilen der Südstadt. Stadtweiter Spitzenreiter ist die Straße Dörpefeld in Vinnhorst: Dort sind mehrere Messpunkte dunkelviolett eingefärbt. „Dort erreicht das Messergebnis die absolute Oberkante der Grenzwerte“, sagt Hampe. Wenn man sich dafür interessiere, müsse man aber erneut eine Messung starten. „Es kann sein, dass dort im Gewerbegebiet eine Maschine eingeschaltet wurde und das zu Funkenschlag geführt hat oder dass es starke Funken auf der nahen Bahnstrecke gegeben hat.“

Straße für Straße wurde abgefahren

Hampe hat gemeinsam mit seinem Masterstudenten Sönke Heeren einen Kleinwagen mit der Messtechnik ausgestattet. Auf dem Dach befinden sich in einem Dachkoffer die Messanlagen, im Kofferraum die Datenauswerter. „Im Sommer bin ich kreuz und quer durch Hannover gefahren“, sagt Hampe – und er war nicht alleine. „Mein Vater Wilhelm und fünf meiner acht Geschwister haben mir einen Teil der Fahrten abgenommen“, verrät er. Weil die in Burgwedel leben, sind auch Burgwedel und Isernhagen schon ganz gut vermessen. Auch für Braunschweig gibt es Detaildaten, in weiteren etwa 50 deutschen Städten haben Messreihen begonnen. Hampe will die Messtechnik mit einer Firma vermarkten. „Man kann zwar auch die Bundesnetzagentur um Feldstärkenprüfung bitten – aber die kommt mit sehr aufwendiger Messtechnik, während wir in der Lage sind, schnell und flexibel Daten zu erheben.“ So seien auch Langzeitmessungen möglich, wenn es etwa Verdacht auf Feldstärkenüberschreitungen gibt.

Die Karte zum Zoomen

Die interaktive Karte finden Sie auf www.feldkarte.de

Das bedeuten die Werte: Die Sensoren auf dem Autodach messen Frequenzen von 500 Megahertz bis 3 Gigahertz – in diesen Bandbreiten senden die Mobilfunkanbieter ihre Signale. Pro Messort werden mehr als 60 000 Werte ermittelt. Sie werden durch ihren jeweiligen Feldstärken-Grenzwert geteilt, dann quadriert und aufsummiert. Die Bundesnetzagentur schreibt vor, dass das Ergebnis nicht größer als 1 sein darf – dieser Wert ist in der Karte violett angezeigt. Sie bietet damit erste Anhaltspunkte für mögliche Grenzwertüberschreitungen.

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