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Aus der Stadt 96-Fans randalieren nach Spiel in ICE
Hannover Aus der Stadt 96-Fans randalieren nach Spiel in ICE
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18:41 24.10.2016
Von Tobias Morchner
Einen verwüsteten ICE haben Fans von Hannover 96 nach dem verlorenen Spiel in Nürnberg hinterlassen. Quelle: Bundespolizei/dpa/Montage
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Hannover/Nürnberg

Fußballchaoten von Hannover 96 sind am Wochenende gleich zwei Mal negativ aufgefallen. Am Sonnabend versuchten rund 40 gewaltbereite Anhänger der „Roten“ am Gelände des neuen Nachwuchsleistungszentrums an der Clausewitzstraße, sich mit knapp 90 Risikofans aus Braunschweig zu prügeln. Die Polizei konnte ein Aufeinandertreffen der Chaoten verhindern. Einen Tag später verwüsteten rund 300 zum Teil betrunkene Ultras auf der Rückreise vom 96-Auswärtsspiel in Nürnberg einen ICE der Deutschen Bahn. Der Zug konnte seine Fahrt nach Berlin nicht fortsetzen.

Klubchef Martin Kind, der ebenfalls in dem ICE saß, verurteilte das Verhalten von Fans und Bahn: „Es herrschten chaotische Zustände. Der Zug hatte fast eine Stunde Verspätung, war völlig überfüllt. Jeder hat gemacht was er wollte, kontrolliert wurde nichts und niemand.“

Chaoten verwüsten Spreisewagen

Nach Angaben der Bundespolizei waren die 300 Randalierer am Nürnberger Hauptbahnhof in den bereits voll besetzten Zug in Richtung Norden gestiegen. „Die meisten von ihnen waren mit Bahnfahrkarten unterwegs, die vor Kurzem von einem großen Discounter günstig angebotenen wurden“, sagt ein Sprecher der Bundespolizei.

Aufforderungen des Sicherheitspersonals in Nürnberg, den ICE wieder zu verlassen, sollen die 96-Fans nicht nachgekommen sein. Auf der Fahrt nach Hannover beschmierten und beklebten die Randalierer die Wände des ICE, Sitzpolster wurden beschädigt, ein Kleiderhaken abgebrochen, zwei Feuerlöscher sowie mehrere Nothämmer gestohlen. Der Speisewagen wurde besonders stark in Mitleidenschaft gezogen und verunreinigt. „Überall schütteten die Chaoten klebrige Flüssigkeit aus“, heißt es in der Mitteilung der Bundespolizei.

Ultras schüchtern Bahnmitarbeiter ein

Die Gesamthöhe des Schadens wird derzeit noch ermittelt. Die Mitarbeiter der Bahn im ICE waren von dem aggressiven Auftreten der 96-Ultras derart einschüchtern, dass sie sich in ihren Dienstabteilen verschanzten und die Randalierer gewähren ließen. Die Bundespolizei verständigten sie nicht.

So konnten die 96-Ultras in Hannover den Zug verlassen, ohne von der Polizei kontrolliert zu werden. Erst bei der Weiterfahrt des ICE nach Hamburg wagten sich die Bahnmitarbeiter wieder in die Waggons und erkannten den Schaden. Die Bundespolizei wertet derzeit Bilder von Überwachungskameras aus, um Täter identifizieren zu können. 96-Sprecher Christian Bönig erklärte: „Wir verurteilen jede Art von Gewalt und Sachbeschädigung, egal in welcher Größenordnung.“

Fans randalieren nicht das erste Mal

Es ist nicht das erste Mal, das Anhänger von Hannover 96 einen Zug verwüsteten. Ende des vergangenen Jahres hatten Randalierer aus dem Umfeld der "Roten" einen Regionalexpress auseinandergenommen. Auf der Rückfahrt vom verlorenen Auswärtsspiel bei Schalke 04 verschmutzen sie einen den Zug unter anderem mit Fäkalien. Zudem wurden Deckenverkleidungen eingetreten, Feuerlöscher entleert, Waggons massiv beschmiert und Zigaretten in den Sitzen ausgedrückt. Wenige Wochen später hatte die Bahn angekündigt, den Randalierern Hausverbot zu erteilen.

Am Sonnabend war es auch am Rand des B-Jugend-Spiels von Hannover 96 II gegen Eintracht Braunschweig II zu Ausschreitungen gekommen.

 

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