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Aus der Stadt Fußball-Schutzheiliger wacht in St.-Joseph-Kirche
Hannover Aus der Stadt Fußball-Schutzheiliger wacht in St.-Joseph-Kirche
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06:15 18.07.2012
Von Heike Schmidt
Am Sonntag wurde die Statue des heiligen Luigi Scrosoppi in der St.-Joseph-Kirche geweiht. Quelle: Petrow
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Eine Sorge ist Pfarrer Heinrich Plochg nun los: Wenn es demnächst nicht so gut laufen sollte für Hannover 96 und Fans und Freunde ihn auffordern sollten, doch endlich etwas zu tun, weil als Pfarrer sein Draht nach oben doch ein sehr guter sein muss, kann er auf einen prominenten Kollegen verweisen: Seit gestern gibt es eine kleine Statue vom heiligen Aloisius Luigi Scrosoppi in der St.-Joseph-Kirche im Stadtteil List. Er ist der Schutzheilige der Fußballer und wurde als solcher während des sonntäglichen Gottesdienstes geweiht.

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Pfarrer Heinrich Plochog weiht die Statue des Heiligen Aloisius „Luigi“ Scrosoppi ist die  St.-Joseph-Kirche.

900 Menschen verfolgten in der voll besetzten Kirche die Zeremonie. Unter ihnen waren auch der ehemalige Mannschaftskapitän der „Roten“, Altin Lala, der Cartoonist Uli Stein und der derzeitigen 96-Kapitän Steven Cherundolo. Dieser nahm allerdings nicht nur als Fußballer an dem Gottesdienst teil, sondern war vor allen Dingen auch als Vorsitzender des Vereins Kinderherz Hannover e.V. in die Kirche gekommen. Für den Verein erhielt er einen Scheck in Höhe von 12.000 Euro. Es ist der Erlös aus dem Verkauf des Kalenders „Alte Liebe“, den die Kirchengemeinde gemeinsam mit Uli Stein und Hannover 96 hergestellt hat.

„Uns verbindet eine langjährige Freundschaft“, erklärte Cherundolo mit Blick auf Pfarrer Plochg. Der sei jetzt „aus der Nummer raus“, wenn es auf dem Platz nicht so gut laufe, meinte er schmunzelnd. Schließlich könne er jetzt auf den heiligen Luigi verweisen. Das hat sich der Pfarrer auch einiges kosten lassen. Wie viel er für die 70 Zentimeter zahlen musste, wollte Plochg aber nicht verraten. „Ich habe sie persönlich bezahlt. Sie ist ein Geschenk an die Gemeinde“, betonte der Pfarrer, der durchaus einige Parallelen zwischen Fußballteams und Gläubigen sieht. Beide seien nur als Mannschaft richtig gut. Man müsse nicht nur viel arbeiten, um Erfolge zu haben, sondern auch so manche Niederlage einstecken. Und das Wichtigste dabei: Nie aufgeben und den Glauben ans Team verlieren.

Scrosoppi selbst hatte mit Fußball wenig zu tun. Er war Franziskaner und lebte von 1804 bis 1884. Sein Motto war „Arbeite, leide und schweige“. „Und das passt ja auch auf manchen Trainer“, meint Plochg. 2010 hatte dann ein Bischof am Wörthersee den Franziskaner zum Heiligen erklärt - und der Weg war frei, als Schutzpatron nun auch in anderen Gegenden zu wirken. Seit gestern tut er es nun in St. Joseph. Man darf gespannt sein, wie das nächste Spiel der „Roten“ ausgehen wird.

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