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Fußballer helfen Flüchtlingen in Kroatien

Ehrenamtliches Engagement Fußballer helfen Flüchtlingen in Kroatien

Viele Hannoveraner helfen und engagieren sich für Asylsuchende. Vier Bezirksliga-Fußballer sind nun für sechs Tage an die europäische Außengrenze nach Kroatien und Ungarn gefahren, um dort Flüchtlinge mit dem Nötigsten zu versorgen.

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Zahand Asghari (v. l.), Ufuk Yildizadoymaz, Emilio Garrido und Erdal Tabul in ihren gelben Westen mit dem Polizeipräsidenten (Mitte) und Helfern des DRK.

Quelle: privat

Hannover. Auch viele Sportvereine aus Hannover helfen und engagieren sich für Asylsuchende. Doch was Ufuk Yildizadoymaz, Erdal Tabul und Zahand Asghari vom TuS Davenstedt sowie Emilio Garrido vom FC Can Mozaik leisteten, ist dennoch bemerkenswert. Die vier Bezirksliga-Fußballer fuhren für sechs Tage an die europäische Außengrenze nach Kroatien und Ungarn, um dort Flüchtlinge mit dem Nötigsten zu versorgen.

Das zu einer traurigen Berühmtheit gewordene Bild des tot an die Mittelmeerküste gespülten, syrischen Flüchtlingsjungen Ailan berührte Ufuk Yildizadoymaz und seine Freunde so sehr, dass sie sich entschlossen, an die Orte zu fahren, die sie aus den Fernsehnachrichten kannten und wo Tausende Hilfesuchende auf der Flucht vor Krieg und Vertreibung festsitzen.

Ufuk Yildizadoymaz mit Flüchtlingskindern und einer DRK-Helferin.

Quelle: privat

Unter Freunden und Verwandten sammelten sie Geld, das sie an der europäischen Außengrenze sinnvoll einsetzen wollten. Mehr als 8500 Euro und eine Medikamentenspende einer Alfelder Apotheke kamen so zusammen. „Als wir uns in Hannover auf den Weg machten, trafen wir an der Tankstelle noch einen Kumpel. Er fragte, wohin wir fahren. Wir erzählten ihm die Geschichte, und er gab uns einfach noch mal 500 Euro dazu“, berichtet Yildizadoymaz.

Nach der beschwerlichen Reise über etwa 1200 Kilometer nach Ungarn erlebten die vier Hannoveraner vor Ort zunächst eine Reihe von Enttäuschungen. Auf der Suche nach den Flüchtlingen wurden sie noch in Ungarn von Privatpersonen als Menschenschmuggler verdächtigt. In einem Flüchtlingscamp, nahe der kroatischen Stadt Torvanik, lehnte das Rote Kreuz ihre Hilfe ab. „Die fragten nur, wie wir auf so was kommen, und schickten uns weg“, ärgert sich Yildizadoymaz. Zwei Tage waren sie da bereits unterwegs. Doch die jungen Männer gaben nicht auf. Nach einer weiteren Nacht, die sie dank der Hilfe eines freundlichen älteren Einheimischen nicht auf der Straße verbringen mussten, machten sie sich auf den Weg zum Flüchtlingscamp in Opatovac.

Von morgens bis spät in die Nacht schufteten die Fußballer

Aber auch dort wollte man ihre Hilfe zunächst nicht. Erst der Kontakt zu einer Helferin des Roten Kreuzes öffnete den Freiwilligen aus Hannover Türen. „Sie hat uns sogar dem Polizeipräsidenten vorgestellt“, sagt Yildizadoymaz. Nun durften sie endlich helfen. Täglich fuhren sie zu einem etwa 40 Kilometer entfernten Supermarkt und kauften mithilfe des Spendengeldes Wasser, Bananen und Müsliriegel ein. Im Camp versorgten sie dann die ankommenden Flüchtlinge mit den Lebensmitteln. Später überließ man den vier Hannoveranern sogar ein eigenes Zelt. „Rund ein Drittel der Waren mussten wir den kroatischen Polizisten geben. Die haben sich damit einfach die eigenen Taschen vollgesteckt. Wenigstens waren sie aber herzlich und nicht so kalt wie die ungarischen Beamten“, sagt Yildizadoymaz.

Von morgens bis spät in die Nacht schufteten die Fußballer. An Schlaf war nicht zu denken. „Wir waren zwar kaputt, doch wir hatten einen inneren Frieden und Ruhe. Das half uns, weiter zu arbeiten. Wir waren einfach glücklich, helfen zu können“, erzählt Yildizadoymaz. Dabei brannten sich Bilder ins Gedächtnis ein, von hungernden Kindern und von durch die Flucht erschöpften hochschwangeren Frauen. „Was da abgeht, kann man nicht mit Worten beschreiben. Es ist ein beklemmendes Gefühl“, sagt Yildizadoymaz. Er erinnert sich an dreckige, abgesperrte Lager und an Kinder, die sich von einer Banane übergeben mussten, weil sie bereits mehrere Tage nichts mehr gegessen hatten. Von ziellosen und ängstlichen Menschen aus Syrien, aus dem Irak oder Afghanistan, die nicht wussten, was mit ihnen geschehen wird.

Nach vier Tagen ging es zurück

„Die Menschen waren kein Stück anders als wir. Der einzige Unterschied war, dass wir auf der einen und die auf der anderen Seite gestanden haben. Da merkt man erst, dass in der Welt etwas schief läuft“, sagt Yildizadoymaz. Nach vier anstrengenden Tagen im Flüchtlingscamp Opatovac ging es zurück nach Hannover.

„Nach den Erlebnissen vor Ort würde ich lieber kleinen Organisationen oder Privatpersonen etwas spenden. Die sind mit Herzblut dabei und das Geld kommt auch wirklich bei den Leuten an“, resümiert Yildizadoymaz, der hofft, mit seinen Freunden wieder in das Lager zurückkehren zu können. „Auch wenn wir noch nicht wissen, wir wir das mit unserer Arbeit hinkriegen sollen.“

Von Sascha Priesemann

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