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Fußballer fordert nach Foul 13 000 Euro

Schmerzensgeldklage Fußballer fordert nach Foul 13 000 Euro

War es ein klassisches Foul während eines Fußballspiels, oder Körperverletzung? Darüber urteilt jetzt das Landgericht Hannover. Im September 2014 erlitt ein 29-Jähriger beim Spiel zwischen dem SC Lohnde und dem SV Frielingen einen Achillessehnenriss, weil ihm ein Gegenspieler angeblich von hinten in die Beine gerauscht war.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Zu dem schmerzhaften Ereignis kam es im September 2014 bei einem Spiel der 4. Kreisklasse, der niedrigsten Klasse in der Region, beim Spiel zwischen dem SC Lohnde und dem SV Frielingen. Mitte der ersten Halbzeit kam es zu der folgenschweren Verletzung eines Lohnder Kickers. Seine Version: Ein grobschlächtiger Gegenspieler sei ihm von hinten in die Beine gegrätscht und habe die Sehne zum Reißen gebracht. Der Mann aus Frielingen weist jede Schuld von sich: Er habe den anderen gar nicht berührt. Nun hat der Lohnder seinen Gegner verklagt, fordert 13 000 Euro Schmerzensgeld.

In der Verhandlung am Landgericht Hannover hörte sich Richterin Marion Brüchmann zunächst fünf Zeugen an, die dem Seelzer Ortsteil Lohnde nahestehen und die Sichtweise des verletzten Spielers teilten. Besonders prägnant war die Aussage seines Vaters. Der Polizeibeamte schaute der Begegnung gemeinsam mit seiner Frau zu, fuhr den Sohn mit seinem schlaff herunterhängenden Fuß später ins Krankenhaus, nahm Tage danach die Strafanzeige seines Filius auf und recherchierte auf eigene Faust, um den Vorfall möglichst gründlich aufzuklären. „Für mich war das Körperverletzung“, erklärte der 56-Jährige. Leider sei auf seine Anfragen nur der Schiedsrichter angesprungen - und der habe von dem Unglück nichts mitbekommen. Der gegnerische Anwalt empfand es als arg befremdlich, dass sich der Polizist so stark in die Ermittlungen eingemischt hatte, sprach von einem möglichen Dienstvergehen.

Die gestrigen Zeugen erklärten, der Frielinger mit der Rückennummer 10 sei dem Lohnder tatsächlich von hinten in die Beine gerauscht. Dieser wollte kurz zuvor den Ball annehmen, doch der sprang ihm vom Fuß und segelte in Höhe der Mittellinie ins Seitenaus. Ob der Schiedsrichter den nachfolgenden Einwurf schon angezeigt oder gepfiffen hatte, ist unklar. Der 29-jährige Lohnder jedenfalls erklärte dem Gericht, er sei wie aus heiterem Himmel gefällt worden, habe einen Moment das Bewusstsein verloren und sich auf dem Boden liegend wiedergefunden. Der Zehner aus dem Garbsener Ortsteil bestritt jegliche Berührung: „Vielleicht ist der andere ja hängengeblieben.“

Die Folgen für den lädierten Spieler, so sein Anwalt Matthias Doehring, sind erheblich. Die Hochzeit des 29-Jährigen war erheblich überschattet, weil er mit Krücken unterwegs war und nicht tanzen konnte. Zudem verhinderte die Sportverletzung 2014 eine Bewerbung vom Zeit- zum Berufssoldaten, auch ist die Beinmuskulatur des 29-Jährigen seinen Angaben nach bis heute nicht richtig wieder hergestellt. Sollte der Achillessehnenriss seinem Mandanten eine Karriere als Berufssoldat nachhaltig verbauen, so Doehring, könnten auf den Mittelfeldspieler aus Frielingen neben einer Schmerzensgeldzahlung noch weitere Forderungen zukommen.

Doch so weit ist es noch nicht. Der Anwalt der Nummer 10 hat etliche Kicker aus Frielingen als Zeugen benannt, die die Unschuld ihres Mittelfeldspielers bezeugen sollen. Auch könnte Richterin Brüchmann zu dem Urteil kommen, dass es sich bei dem Unfall um ein ganz normales Foul im laufenden Match handelte. Am 1. Februar geht‘s weiter.

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