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Aus der Stadt Fußballer verletzt sich – Stadt muss zahlen
Hannover Aus der Stadt Fußballer verletzt sich – Stadt muss zahlen
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00:16 27.08.2016
Von Michael Zgoll
Ein 41-Jähriger, der sich auf einem Fußballplatz verletzt hatte, bekommt Schmerzensgeld. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Die Stadt ist dafür verantwortlich, dass ihre Bolzplätze in Ordnung sind – sonst muss sie bei Sportunfällen haften. Wenn demzufolge ein Freizeitkicker in einer Mulde im Boden hängenbleibt und sich schwer verletzt, hat er Anspruch auf Schmerzensgeld. Das ist der Tenor eines Urteils des Oberlandesgerichts (OLG) Celle, das jetzt ein früheres Urteil des Landgerichts Hannover (siehe Text unten) aufgehoben hat. Welche Konsequenzen das OLG-Urteil hat, vermag die Stadt zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen. Man prüfe den Sachverhalt, sagte Pressesprecher Dennis Dix. Ob nun häufigere und gründlichere Kontrollen anstehen oder schadhafte Plätze schneller geschlossen werden, ist also noch offen.

Ein 41-Jähriger hatte die Stadt verklagt, weil er beim Fußballspielen auf einem Bolzplatz in Limmer nahe der Grundschule Kastanienhof in ein rund sieben Zentimeter tiefes Loch getreten war. Bei dem Sturz und dem Verdrehen seines linken Beins zog er sich einen Kreuzbandriss, eine Schienbeinprellung und einen Meniskusschaden zu. Der Langenhagener musste operiert werden und war vier Monate krankgeschrieben. Seit dem Unfall hinkt er, hat nach wie vor Schmerzen.

Das Unglück passierte an einem Sonntagvormittag im März 2015, als sich der Kläger mit 25 Gleichgesinnten auf dem Bolzplatz an der Harenberger Straße vergnügte. Kurz zuvor hatte es geregnet, sodass die gefährliche Mulde mit Wasser gefüllt war und wie eine harmlose Pfütze aussah. Doch sein folgenschwerer Fehltritt belehrte den damals 39-Jährigen schnell, dass das Loch keineswegs ungefährlich war.

Als Rechtsanwalt Jens Klinkert namens des Fußballspielers ein Schmerzensgeld von 3500 Euro geltend machte, weil die Stadt ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt habe, setzte sich die Verwaltung mit verschiedenen Argumenten zur Wehr. Der Bolzplatz sei nur für Kinder und Jugendliche gedacht, der Zustand der Anlage werde regelmäßig kontrolliert, und außerdem sei das Loch – das habe eine Nachkontrolle sieben Wochen nach dem Unfall ergeben – höchstens drei bis vier Zentimeter tief gewesen. Grundsätzlich, so die Stadt, habe der Bodenbelag des Spielfelds in Limmer keine Mängel aufgewiesen. Die Mulde sei „vermutlich durch einen nicht bestimmungsgemäßen Spielbetrieb entstanden“, die Pfütze sei erkennbar gewesen und habe „vor sich selbst gewarnt“. Insofern hätte der Freizeitkicker die Vertiefung umlaufen können – und sei selbst schuld an seinem Malheur.

Das OLG Celle sah dies anders. In der 13-seitigen Urteilsbegründung heißt es, die Stadt habe ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt. Zeugenaussagen würden belegen, dass das Loch tatsächlich sieben Zentimeter tief war, und nach einem Kontrollgang Anfang März hätte die Mulde verfüllt oder der Bolzplatz gesperrt werden müssen.

Restlos erfolgreich war der 41-Jährige allerdings nicht mit seiner Klage. Weil er vor Gericht freimütig eingestand, seine Mitspieler hätten ihn vor einer „Vertiefung“ auf dem Bolzplatz gewarnt, bemaß das OLG seinen eigenen Schuld-Anteil mit zwei Dritteln. Somit muss die Stadt dem Langenhagener nicht 2550 Euro Schmerzensgeld zahlen, die der 8. Zivilsenat für angemessen hielt, sondern lediglich 850 Euro. Außerdem muss die Kommune künftig für ein Drittel der Kosten aufkommen, die eventuell noch durch Folgeschäden des Unfalls entstehen.     

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