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Hauptbahnhof

Fußballfans greifen Polizei an - "Neuer Höhepunkt der Gewalt"

Von Vivien-Marie Drews

Mit Flaschen, Tritten und Faustschlägen sind rund 120 Fußballfans am späten Sonnabend im Hauptbahnhof Hannover auf Beamte der Bundespolizei losgegangen. Das Lagezentrum forderte alle verfügbaren Kräfte von Bundes- und Landespolizei aus dem Großraum Hannover an, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen.
Erst nach einer guten Stunde beruhigte sich die Lage am Hauptbahnhof.

Erst nach einer guten Stunde beruhigte sich die Lage am Hauptbahnhof.

© Christian Elsner (Archiv)

Ralf Göttner, Sprecher der Bundespolizei, sprach von einem „neuen Höhepunkt“ der Gewalt in Zusammenhang mit dem Fußballreiseverkehr. Glücklicherweise hätten alle Beamten den Einsatz weitgehend unbeschadet überstanden. Drei Bundespolizisten erlitten leichte Verletzungen.

Nach Angaben der Polizei hatten Fans schon auf der Rückfahrt vom Spiel Borussia Mönchengladbach gegen Hannover 96 begonnen im Zug zu randalieren. Im Regionalexpress RE 14061 hätten sich etwa 600 Anhänger von Hannover 96 befunden. Sie seien zum Teil stark angetrunken gewesen, etliche hätten ihrem Frust über die 5:3-Niederlage und die drei hannoverschen Eigentore freien Lauf gelassen. Mehrfach mussten Polizeibeamte einschreiten, weil es zu Sachbeschädigungen und Auseinandersetzungen kam. Dabei erlitt eine Bundespolizistin eine Platzwunde am Kopf. „In Hannover angekommen, hat sich der Großteil der Fans dann direkt nach Hause begeben“, sagte Polizeisprecher Göttner.

Ein harter Kern von 120 „Problemfans“, darunter überwiegend sogenannte Ultras, hätte in der Bahnhofshalle zu grölen und zu pöbeln begonnen. Gegen 22 Uhr flog die erste Flasche, Bundespolizisten griffen ein, nahmen den Werfer fest. Daraufhin eskalierte die Situation. „Die Meute ist auf die Beamten losgegangen“, sagt Göttner. Ein Beamter, der am Hauptbahnhof im Einsatz war, berichtete von einer „hasserfüllten Stimmung“. Die 96-Anhänger hätten regelrechte Kampfgesänge gegen die Polizisten angestimmt.

olizeiliche Verstärkung aus Stadt und Umland wurde angefordert. Erst nach einer guten Stunde beruhigte sich die Lage am Bahnhof. Insgesamt nahm die Polizei acht Randalierer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren in Gewahrsam. Sie müssen sich unter anderem wegen Körperverletzung und Gefangenenbefreiung verantworten, befinden sich aber auf freiem Fuß. „Sie wurden dem Haftrichter vorgeführt, aus Mangel an Haftgründen aber entlassen“, sagte Polizeisprecher Göttner.

Als die Lage am Sonnabend außer Kontrolle geriet, hatte die Polizei den Fanbeauftragten von Hannover 96, Frank Watermann, zum Hauptbahnhof gerufen. Auch nach dessen Eindruck waren an dem Tumult überwiegend Ultras beteiligt. „Es ist teilweise grenzwertig, was in der Szene abläuft. Wir müssen eine Lösung finden“, sagte Watermann.

Nach Einschätzung des hannoverschen Sportsoziologen Gunther A. Pilz gibt es unter den Ultragruppen zunehmend junge Menschen, die im Fußball ein „Gewalt-Event“ suchen. „Dramatisch ist das extrem ausgeprägte Feindbild, das diese Personen von der Polizei haben“, sagt Pilz. „Die werden ganz kribbelig, wenn die einen Polizisten sehen.“ Bereits vor drei Jahren habe er in einer Studie darauf hingewiesen, dass es unter den Ultras eine wachsende Gruppe gewaltbereiter Personen gibt. „Alle haben die Augen vor dem Problem verschlossen. Jetzt muss konsequent gehandelt werden.“

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  • Ach Doris... Boris – 14.12.09
    Warum dann nicht gleich auch auf Konzerten, in Restaurants, Kneipen, in Wohnungen zu denen auch Minderjährige zutritt haben und überhaupt! (und bitte auch für Kaffee und fetthaltiges Essen)
    Mensch, als ob es keine echten Probleme in dieser Gesellschaft gäbe*kopfschüttel*
  • Fans? matze – 14.12.09
    Schwer vorzustellen das diese Id...am 15.11 wohl auch im Stadion waren.
  • So kann es nicht weitergehen. An die Fans UND die Polizei Ell – 14.12.09
    Die Entwicklung dieser Gewaltspirale ist in der Tat bedenklich.
    Wenn Polizisten einfache, harmlose, weil verbale Gesänge dazu dankend aufnehmen, um den ersehnten Grund zu finden, die Knüppel zu ziehen, läuft generell schon etwas schief.
    Dass aber und das bestätigen viele Quellen in der 96-Szene, ein Polizist am HBF die Waffe gezogen hat, setzt tatsächlich einen neuen traurigen Höhepunkt in der Spirale.
    Sein wir doch mal ehrlich, reden wir über meist Jugendliche, die sich mit ihren, meist sehr einfach gestrickten Mittel (nämlich dem Gesetz der Faust) und meist weniger durch intellektuelle Interaktion dagegen wehren, den ganzen Tag, den Ausflug zum Auswärtsspiel verfolgt, gefilmt drangsaliert zu werden oder reden wir über terroristische Aufständische? Waffe ziehen gegen unbewaffnete, meist sehr junge Fußballfans?
    Wo sind wir hingekommen? Ins Deutschland der 70er Jahre? Ich wünsche mir, dass auch seitens der Polizei darüber nachgedacht wird, ob so manche Aktion wirklich notwendig ist oder ob man weiter alles dafür tut um seinen massiv aufgeblähten Apparat zu rechtfertigen und es darauf ankommen zu lassen, dass die Fußballfans immer autonomer werden und irgendwann auch zu schlimmeren Waffen greifen.
    Die Gewaltspirale muss ein Ende finden, AUF BEIDEN SEITEN!
  • Handeln Roter Mike – 13.12.09
    Ich denke, die zunehmende Randale beim Fussball ist besorgniserregend. Wenn dieser Trend anhält, muss man überlegen, künftig Spiele komplett abzusetzen. Außerdem müssen die Vereine stärker an den Kosten für die Polizeieinsätze zur Kasse gezogen werden. Geht es ans Geld, passiert hoffentlich was auf Ebene der DFL.
  • Maßnahmen? Michael – 13.12.09
    Wie wär es denn mal mit längerfristigen Stadionverboten für diesen (noch dazu z. T. polizeibekannten) meist besoffenen Fan-Abschaum namens 'Ultras'?
  • P.S. KleinesGespenst – 13.12.09
    War kein extra Fanzug, sondern ein fahrplanmäßiger normaler Regionalexpress.

    Warum verschwinden hier eigentlich Kommentare und tauchen erst wieder auf, wenn man einen weiteren postet?

  • Denke ich auch ... KleinesGespenst – 13.12.09
    Ich bin mal nichtsahnend auf einer Zugfahrt mit Wochenendticket in so einen zum Fanzug umgemodelten normalen fahrplanmäßigen Regionalexpress gestolpert. Unglaublich. Jeder Fußballfan hatte einen Sitzplatz, Polizei überall, und wir "Normalos" standen schlimmer als Ölsardinen zusammengequetscht in dem einen Wagen, der uns gnädigerweise zugestanden wurden. 50 Fußballfans mehr und die hätten _uns_ am Bahnhof stehen lassen! "Wenn nicht jeder einen Sitzplatz hat, sind sie gar nicht mehr unter Kontrolle zu bekommen."

    Was soll der Scheiß? Wer sich nicht beherrschen kann, muß sehen, wie er vorankommt. Aber nein, die harmlosen Passanten und die Polizisten kriegen es ab !!! Haben die betreffenden Fußballfans wenigstens einen Aufschlag für die Kindermädchen in Grün bezahlt? Natürlich nicht ...
  • Denke ich auch ... KleinesGespenst – 13.12.09
    Ich bin mal versehentlich auf einer normalen Zugfahrt mit Wochenendticket in so einen Fanzug gestolpert. Unglaublich. Jeder Fußballfan hatte einen Sitzplatz, Polizei überall, und wir "Normalos" standen schlimmer als Ölsardinen zusammengequetscht in dem einen Wagen, der uns gnädigerweise zugestanden wurden. 50 Fußballfans mehr und die hätten _uns_ am Bahnhof stehen lassen! "Wenn nicht jeder einen Sitzplatz hat, sind sie gar nicht mehr unter Kontrolle zu bekommen."

    Was soll der Scheiß? Wer sich nicht beherrschen kann, muß sehen, wie er vorankommt. Aber nein, die harmlosen Passanten und die Polizisten kriegen es ab !!! Haben die betreffenden Fußballfans wenigstens einen Aufschlag für die Kindermädchen in Grün bezahlt? Natürlich nicht ...
  • Schande, Schande, Schande..... Buschi Blümel – 13.12.09
    Erstaunlich, was Alkohol und wenig Hirn so für Auswirkungen haben können...
  • @ Bahn 96er – 13.12.09
    Solchen "Fans" würde ich als Bahn den Zugang zu den Zügen verwehren. Sollen solche Leute doch zusehen, wie sie zu den Spielen kommen, zu Fuß oder mit dem Auto...
    Schon ist Ruhe am Bahnhof und in den Zügen.
  • Alkoholverbot!!! Doris A. – 13.12.09
    Ich kann nicht verstehen, warum sich Politik, Bahn AG und Stadienbetreiber nicht zu einem Alkoholverbot durchringen können. Alkohol und Sport passen sowieso nicht zusammen.

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