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Hannover feiert ein fröhliches Fußballfest

Länderspiel in Hannover Hannover feiert ein fröhliches Fußballfest

Bereits Stunden vor Beginn des Fußball-Länderspiels feierten hunderte Fans der nordirischen und der deutschen Nationalmannschaft in der City - gemeinsam. Es kam laut Polizei zu keinen größeren Zwischenfällen. Auch in der HDI-Arena herrschte ausgelassene Stimmung.

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Quelle: Dillenberg/Eberstein/M

Von Angst vor einer erneuten Terrorwarnung war am Tag des Länderspiels wenig zu spüren. Vielleicht ist eher diese Szene charakteristisch: Trotz des zunehmenden Nieselregens vor Spielbeginn kaspern nordirische Fans mit den deutschen Polizisten herum, posieren vor der Polizeiwagenkolonne und amüsieren sich über zwei Beamte von der Reiterstaffel, die den Zug zum Stadion begleiten. Die Polizisten nehmen die Mätzchen gelassen hin. Über die Gesichter der beiden Beamten zu Pferde huscht sogar ein Lächeln. 

Wie anders war die Situation vor einem Jahr, als das Länderspiel gegen die Niederlande kurzfristig abgesagt wurde, weil Hinweise auf fünf mögliche Attentäter kursierten, die angeblich im Stadion und auch in der Innenstadt Anschläge verüben wollten. Von der Beklommenheit ist jetzt, elf Monate später, nichts zu spüren. Das Polizeiaufgebot scheint nicht größer als bei anderen Fußballspielen. Falls Spezialeinheiten wie die GSG 9 in Bereitschaft stehen sollten, wie es gerüchteweise heißt, dann ist davon nichts zu sehen. Nicht mal Beamte mit Maschinenpistolen sind in der Stadt im Einsatz.

Die Nationalmannschaft spielt in Hannover. Zu Gast im WM-Qualifikationsspiel sind die Nordiren, deren Fans bei der Europameisterschaft in Frankreich ein so positives Bild hinterlassen haben.

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Auch Melanie Stuhlemmer und ihr Onkel Jens betonen, dass sie ohne Angst unterwegs sind. Sie waren schon im November dabei, feierten vorher mit den niederländischen Fans. „Das war super – und später sehr beängstigend“, sagt Jens Stuhlemmer, findet aber auch: „So etwas wie letztes Jahr kann überall passieren.“

Genauso wie sie freuten sich Lutz, Niklas und Marcel aus Hannover auf das Spiel. Ein mulmiges Gefühl haben die Mittzwanziger trotz der Spielabsage im letzten Jahr nicht. Und sie finden: „Wenn Hannover 96 spielt, ist manchmal mehr Polizei unterwegs als jetzt.“ Wobei – eines ist dann doch anders als bei 96-Spielen. Mehrere nordirische Beamte sind im Einsatz zur Unterstützung der deutschen Kollegen. Aber auch sie haben wenig zu tun. 

Nur einmal drohte es ein wenig kniffelig zu werden. Gegen 18 Uhr hat die Polizei nordirischen Fans auf dem Platz an der Marktkirche ihre Fußbälle weggenommen. Laute Buh-Rufe erschallen. Aber schnell ist für Ersatz gesorgt: Eine Wassermelone hält als Ersatzball her, damit sind die Regeln eingehalten, die Stimmung hebt sich. 

Ohnehin ist es so, dass die Nordirland-Fans in der Stadt trotz der Unterzahl gut wahrnehmbar sind. Kaum ist der erste nordirische Dudelsackspieler am Stadion angekommen, da gesellt sich schon ein Deutschland-Fan mit Vuvuzela dazu und stimmt ins Duett ein. Zumindest instrumental sind die Gäste deutlich im Vorteil. Aber am besten geht es ohnehin gemeinsam. Christina Cyranek aus Hamburg und Alan McAleer aus Belfast haben sich während der Europameisterschaft in Paris kennengelernt. Nun besuchen sie zusammen die HDI-Arena. Auf dem Kopf tragen sie im Partnerlook eine grüne Mütze, am Leib hat aber jeder das Trikot seiner Nationalelf. „Ich gehe auf jeden Fall auch zum Rückspiel nach Belfast, Alan hat mich eingeladen“, sagt Cyranek.

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