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GDL kündigt siebentägige Streikpause an

Ausstand der Lokführer GDL kündigt siebentägige Streikpause an

Die GDL streikt - und das hat Folgen: Im Bahnverkehr kommt es zu großen Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr. Gerade der Norden und das Drehkreuz Hannover sind betroffen. 80 Prozent der Züge fallen nach GDL-Angaben aus.  Das müssen Sie zum Bahnstreik am Wochenende wissen.

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Stillstand am Hauptbahnhof Hannover: Zahlreiche Züge fallen aus.

Quelle: Moritz Küstner

Hannover. In Hannover hat die GDL insgesamt 350 Mitarbeiter zum Bahnstreik aufgerufen. Behinderungen stehen in erster Linie im S-Bahn-Verkehr ins Haus – dort ist ein Großteil der Gewerkschaftsmitglieder tätig. Lesen Sie hier, worauf Sie als Reisender achten sollten, und welche   Rechte Sie als Fahrgast haben.

+++ Streikpause für kommende Woche: Nach den jüngsten Arbeitsniederlegungen der Lokführer müssen sich Bahnreisende in der kommenden Woche vorerst auf keine weiteren Behinderungen einstellen. Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, kündigte eine siebentägige Streikpause ab Montag an. „Ich denke, dass wir über die nächste Woche reden und dass wir dort eine Pause einlegen von mindestens sieben Tagen“, sagte Weselsky am Samstagabend im ZDF-“heute-journal“. Die Lokführer hatten die Bahnkunden zuvor mit ihrem Ausstand in der Ferienzeit empfindlich getroffen. Etwa zwei Drittel der Fernzüge standen seit dem frühen Samstagmorgen still. Geplant ist der Streik bis Montagfrüh. Ein neues Tarifangebot der Bahn hatte die GDL am Freitag abgelehnt.

+++ Fotografen lassen sich inspirieren: Verwaiste Gleise und Bahnsteige sind für viele Fotografen eine Quelle der Inspiration. Während des Bahnstreiks gelingen ihnen Aufnahmen, die im Normalbetrieb kaum möglich wären.

Der Bahnstreik ärgert viele Reisende. Fotografen inspiriert er jedoch zu Aufnahmen, die während des Normalbetriebs kaum möglich wären.

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+++ Großer Frust bei Reisenden:  „Wir sind ganz große Opfer“, sagte die Biologin Carina Arps-Forker am Hauptbahnhof Hannover. Als Organisatorin eines Symposiums mit Stammzellenforschern aus aller Welt habe sie wegen des Streiks am Mittwoch bereits Probleme gehabt, die Teilnehmer nach Hannover zu bekommen. „Für uns war das der Supergau.“

+++ Beliebte Fernbusse: Auf den Bussteigen und an den Schaltern der Fernbus-Linien herrscht großes Gedränge. Und auch hier ist der Unmut groß: "Die Aktion ist total überzogen, gerade an so einem Wochenende", kommentiert Bernd Klein am Fernbus-Bahnhof den Streik der GDL. Statt per Bahn ging es für seine Frau per Bus nach Leipzig. Bereits am Mittwoch war das Paar vom Streik betroffen gewesen, als Klein für die Fahrt in die Pfalz einen Mietwagen nahm. "Für uns ist das eine komplette Umstellung aller Pläne", sagte Klein gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. 

Der 50-stündige Streik im Personenverkehr durch die Lokführer-Gewerkschaft (GDL) trifft Hannover hart. Am Samstagmorgen fallen zahlreiche Züge aus. Viele Bahnkunden sind verärgert.

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+++ Ist mein Zug pünktlich?: Verspätungen und Zugausfälle können Sie an der digitalen Bahnhofstafel einsehen. Geben Sie dazu einfach ihren Abfahrtsort, zum Beispiel Hannover, ein. Die Bahn weist darauf hin, dass sich die Angaben kurzfristig ändern können.

Zum Notfahrplan im Fernverkehr

Zum Metronom-Fahrplan

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+++ Gestrandet auf der Hochzeitsreise: Auf seiner Hochzeitsreise strandete der Brasilianer Carlos Henrique Jacob im Hauptbahnhof Hannover. Auf dem Weg von Berlin nach Lüneburg, wo das Paar bei Freunden zum Essen eingeladen war, gab es zwei Stunden Verzögerung. Auf der großen Anzeigetafel wurden zwar Züge nach Braunschweig, Celle und mit Verspätung auch nach München und Zürich angezeigt. Der ICE nach Hamburg aber fiel aus.

+++ Autoverleiher im Glück: "Wir sind total ausgebucht", berichtet am Hauptbahnhof die Autoverleiherin von Europcar gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Einige gestrandete Bahnreisende hätten sich bereits zu Fahrgemeinschaften zusammengeschlossen, um gemeinsam mit einem Mietwagen weiterzukommen. "Einige fahren auch raus zum Flughafen, da sind noch Wagen zu bekommen."

+++ Straßenverkehr zieht an: Knapp zwei Stunden vor dem Bundesliga-Heimspiel von Hannover 96 gegen Borussia Mönchengladbach wird der Verkehr auf einigen Straßen in Hannover spürbar dichter - weil offenbar viele Fans aufgrund des Bahn-Streiks aufs Auto umgestiegen sind. Betroffen sind beispielsweise die Schwanenburgkreuzung am Westschnellweg sowie die an der Anschlusstelle Herrenhausen an der A2. Laut Verkehrsmanagementzentrale ist der Verkehr zwar dichter, Staus werden aber bislang nicht gemeldet. An dieser Stelle nochmal der Hinweis: Hannover 96 empfiehlt den Fans, im Stadtgebiet Hannover die Busse und Bahnen des Großraum-Verkehr Hannover (GVH) zu nutzen.

+++ Fußballfans im Glück: Langsam wird auch im Bahnhof sichtbar, dass heute ein Bundesliga-Spiel stattfindet. Anhänger mit 96-Schal und /oder Trikot haben es trotz Streik in die Stadt geschafft. Und auch ein paar Anhänger vom Gegner aus Borussia Mönchengladbach. Gegenüber HAZ-Fotografen Rainer Surrey sagten die Männer und Frauen, dass sie mit ICE angereist sind - und das ohne größere Probleme. Damit dürften sie eher zur Ausnahme zählen.  Zwei Sonderzüge, die etwa 2000 Gladbach-Anhänger nach Hannover bringen sollten, war am Freitag von der Bahn abgesagt worden. Wie viele Gästefans es nun mit dem Auto - oder ausgewählten, fahrenden ICE´s -  in die Landeshauptstadt schaffen, ist unklar.

+++ Kürzere Schlangen: Im Verhältnis zum Bahnstreik unter der Woche hält sich der Andrang im Hauptbahnhof deutlich in Grenzen. Die Schlangen vor der Informationsstelle der Bahn sind auch bis zum Mittag nicht extrem angewachsen.

+++ Frust bei den Bahnkunden: Die Stimmung bei vielen Gestrandeten ist mies. Für den Streik der GDL haben viele kein Verständnis. 

Verspätungen und Zugausfälle können Sie an der digitalen Bahnhofstafel einsehen. Geben Sie dazu einfach ihren Abfahrtsort, zum Beispiel Hannover, ein. Die Bahn weist darauf hin, dass sich die Angaben kurzfristig ändern können.

+++ S-Bahnen fahren vereinzelt: Der Blick auf die Anzeigetafeln verheißt nichts Gutes: "Fahrt fällt aus" heißt es am Hauptbahnhof Hannover für 22 von 35 abfahrenden Zügen in der Zeit zwischen 11.30 und 12.30 Uhr. Von den 13 Zügen, die fahren sollen, sind aber gleich mehrere verspätet. Im Fernverkehr geht offenbar kaum noch was. Mehr Glück haben Reisende im Nahverkehr. S-Bahnen fahren vereinzelt.

+++ Freie Fahrt für Autofahrer: Beim ersten Bahnstreik vor wenigen Tagen stiegen viele Pendler aufs Auto um. Verstopfte Straßen waren die Folge. Am Sonnabend sieht das - erwartungsgemäß - anders aus. In der Region werden am Morgen keine Staus berichtet. Auf den Autobahnen könnte sich das aber noch ändern: In neun Bundesländern beginnen oder enden an diesem Wochenende die Schulferien.

+++ 80 Prozent der Züge fallen im Norden aus:   Der Streik der GDL trifft den Norden besonders. Hunderte Lokomotivführer haben nach Angaben von Hartmut Petersen vom GDL-Bezirk Nord, die Arbeit niedergelegt. Insgesamt sind laut GDL im Norden 80 Prozent der Züge ausgefallen. Die Bahn bemühte sich, mit einem Ersatzfahrplan die Auswirkungen auf die Passagiere möglichst gering zu halten. Auf einigen Strecken des Nahverkehrs in Niedersachsen und Bremen wurden zusätzlich Busse eingesetzt, wie ein Bahnsprecher sagte.

+++ Der Streik trifft die Region immer stärker: Immer mehr Züge am Hannover Hauptbahnhof fallen aus oder kommen verspätet. Zwischen 9 und 9.30 Uhr fährt am HBF laut digitalen Bahnhofstafel nur ein Zug pünktlich - die S7 nach Celle. Drei weitere Züge, die S2 nach Haste, die S5 zum Flughafen und der ICE nach Hamburg verkehren mit teilweise deutlicher Verspätung.

+++ Noch wenig los am Hauptbahnhof Hannover : Ruhe vor dem Sturm? Am Hauptbahnhof Hannover ist die Lage am frühen Morgen noch sehr übersichtlich. Viele Bahnkunden sind noch nicht unterwegs. Weit würden viele aber auch nicht kommen: Zwischen 8 und 9 Uhr fallen am HBF Hannover 19 von 31 Zügen aus. Im S-Bahnverkehr fallen acht Verbindungen aus. Ob ihr Zug fährt, können Sie Sie an der digitalen Bahnhofstafel einsehen. Geben Sie dazu einfach ihren Abfahrtsort, zum Beispiel Hannover, ein.

+++  Bahn: Ersatzverkehr läuft nach Streikbeginn gut an: Wenige Stunden nach Beginn des bundesweiten Streiks der Lokführer fahren nach Angaben der Deutschen Bahn rund 30 Prozent der Fernzüge. Wie das Unternehmen am Morgen weiter mitteilte, läuft auch bei der Regional- und S-Bahn der Notverkehr gut an. Der Güterverkehr sei jedoch stark eingeschränkt. Ziel sei es, mit dem Ersatzfahrplan mindestens ein Drittel der Züge auf die Schiene zu bringen. Für gestrandete Reisende stellte die Bahn eigenen Angaben zufolge Hotelzüge in Hamburg, Berlin, Frankfurt und München bereit. Der Streik der Lokführer hat am Samstagmorgen begonnen und endet nach Angaben der Lokführer-Gewerkschaft GDL am Montagmorgen um 4.00 Uhr.

+++ Viele Fernbusse
 bereits
 ausgebucht: Wer am Wochenende nach Köln oder in eine andere nordrhein-westfälische Metropole will, sollte sich nicht darauf verlassen, noch ein Ticket für den Fernbus zu bekommen. Bei Flixbus etwa sind alle Tickets für Fahrten ins Ruhrgebiet ausverkauft. Auch für andere Strecken werden die Plätze knapp: „Die Wochenenden sind sowieso schon stark frequentiert, und durch den Streik ist die Nachfrage deutlich gestiegen“, sagt Flixbus-Mitarbeiter Sascha Appuhn. Doch der Arbeitskampf bei der Bahn bringt dem Busunternehmen nicht nur Vorteile. Ab einer Verspätung von zwei Stunden muss es den Kunden laut Gesetz eine Alternative anbieten – die Bahn fällt nun jedoch weg. Zudem steigt für das Busunternehmen das Risiko, dass es zu Verspätungen aufgrund von Staus kommt. Wolfgang Pettau, Chef des hannoverschen Taxiunternehmens Mein Taxi, sieht dem Streik gelassener entgegen: „Wir sind vorbereitet und bilden bei Bedarf auch Fahrgemeinschaften.“

Welche Züge fallen aus?

Verspätungen und Zugausfälle können Sie an der digitalen Bahnhofstafel einsehen. Geben Sie dazu einfach ihren Abfahrtsort, zum Beispiel Hannover, ein. Die Bahn weist darauf hin, dass sich die Angaben kurzfristig ändern können.

+++ Sonderzüge für Fußballfans fallen aus: Der erneute Streik der Lokführer verärgert auch viele Fußballfans. Wegen des Arbeitskampfes entfallen an diesem Wochenende sämtliche Sonderzüge zu den Spielen der ersten Bundesliga. Davon betroffen ist auch der Sonderzug, der einen Teil der insgesamt rund 5000 Fans von Borussia Mönchengladbach zum Spiel in der HDI-Arena in Hannover bringen sollte. Besonders hart trifft es die Fans vom VfL Wolfsburg. Die geplante ICE-Fahrt zum Auswärtsspiel am Sonnabendnachmittag in Freiburg, für die bereits Karten verkauft worden waren, muss wegen des Streiks ersatzlos gestrichen werden. Der Verein rät seinen Anhängern, Fahrgemeinschaften zu organisieren. Glück dagegen haben die Anhänger von Hertha BSC. Ihr Sonderzug nach Gelsenkirchen soll trotz der Arbeitsniederlegungen pünktlich fahren. Trikotsponsor des Klubs ist die Deutsche Bahn.

Doch auch den Fußballanhängern, die nicht mit den von den Fanszenen organisierten Sonderzügen zum Spiel reisen, sondern regelmäßig das Wochenendticket nutzen, wird der Spieltag schon vorab vermiest. Sie können nicht darauf bauen, während des Streiks ihre Anschlusszüge im Nahverkehr ausnahmslos zu bekommen. Die Bundespolizei in Hannover geht davon aus, dass viele Fans wegen der zu erwartenden Unwägbarkeiten im Bahnverkehr auf die Straße ausweichen werden. In diesem Fall ist allerdings wiederum mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen und rund um die Stadien zu rechnen. Die Polizei in Hannover bittet deshalb alle Fußballfans, wegen der geringen Anzahl der Parkplätze rund um die Arena die Park-and-Ride-Plätze zu nutzen und den Rest des Wegs zum Spiel um 15.30 Uhr mit den Stadtbahnen oder Bussen der Üstra zurückzulegen. Die Fußballeintrittskarte gilt auch als Üstra-Fahrkarte.

+++ Ersatzfahrplan für Fernzüge: In Hannover hat die GDL insgesamt 350 Bahnmitarbeiter zum Streik aufgerufen. Behinderungen stehen in erster Linie im S-Bahn-Verkehr ins Haus – dort ist ein Großteil der Gewerkschaftsmitglieder tätig. Die Bahn hat am Freitagmittag den Ersatzfahrplan für die Streikzeit veröffentlicht – zumindest denjenigen für den Fernverkehr. „Die wichtigsten Verbindungen im Kernnetz können weiter angeboten werden“, teilt das Unternehmen mit. Für den Hauptbahnhof Hannover weist der Ersatzfahrplan im ICE-Verkehr aber Änderungen gegenüber dem regulären Fahrplan auf. Die Züge auf der Ost-West-Achse Köln/Düsseldorf–Hannover–Berlin sollen alle verkehren. Ob sie angesichts des Streiks pünktlich sind, ist eine andere Frage. Eine Änderung ergibt sich auf der Nord-Süd-Achse Hamburg–Hannover–München . Hier fällt jeder zweite Zug aus; die ICEs fahren im Zwei-Stunden-Takt. Komplett gestrichen sind die Verbindungen auf der Strecke Hamburg–Hannover–Stuttgart sowie der ICE Sprinter von Frankfurt nach Hamburg . Im IC-Netz entfallen die Züge über Hamburg nach Stralsund sowie diejenigen auf der Verbindung Köln–Hannover–Dresden .

Zum Notfahrplan im Fernverkehr

+++ Notfallplan für Nahverkehr angekündigt: Für den Nahverkehr einschließlich der hannoverschen S-Bahn und den Regionalverkehr lag bislang noch kein Notfallfahrplan vor, er war aber angekündigt. Die Bahn nahm einige Züge schon vor dem offiziellen Streikbeginn aus dem Fahrplan. Sie wollte damit erreichen, dass sie nicht unterwegs anhalten mussten, sondern zu Streikbeginn in ihren Depots stehen.

Weitere Infos zum Regionalverkehr

+++ Sonderhalte bei Metronom und Erixx: Die privaten Bahnunternehmen Metronom und Erixx, die vom Streik nicht betroffen sind, lassen ihre Züge während des Streiks außerfahrplanmäßig auch Bahnhöfe ansteuern, an denen sie sonst nicht halten. Der Metronom bedient auf der Verbindung Hannover–Göttingen auch die Bahnhöfe Hannover-Bismarckstraße, Hannover-Messe/Laatzen, Rethen und Barnten. Der Erixx hält in Bennemühlen, Bissendorf, Langenhagen-Kaltenweide und Langenhagen-Pferdemarkt. Zwischen Hamburg, Bremen, Hannover und Göttingen akzeptiert Metronom während des Streiks auch Fernverkehrskarten der Deutschen Bahn, wenn sie für die Strecke gebucht worden sind. Erixx akzeptiert die Fahrscheine, die auch für die S-Bahn gültig sind.

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GDL hält an Streik fest

Millionen Pendler und Ferienreisende trifft es dieses Wochenende hart: Mit einem zweitägigen Streik wollen die Lokführer bis Montagmorgen um 4 Uhr den Bahnverkehr in ganz Deutschland lahmlegen. In sieben Bundesländern beginnen die Herbstferien, in zwei anderen gehen sie zu Ende, darunter Nordrhein-Westfalen. Im Güterverkehr traten die Lokführer bereits Freitagnachmittag in den Ausstand. Mit Betriebsbeginn am Sonnabend um 2 Uhr sollte der Streik auf die Personenzüge ausgeweitet werden.

Wenige Stunden vor Beginn der Aktionen versuchte die Deutsche Bahn, die Lokführergewerkschaft GdL mit einem neuen Tarifangebot zur Absage des Arbeitskampfes zu bewegen. Das Angebot sieht vor, dass die Lokführer fünf Prozent mehr Lohn erhalten – bei einer Vertragslaufzeit von 30 Monaten. Im Detail bedeutet das: 2,1 Prozent mehr Geld ab
1. Dezember 2014, dann 1,5 Prozent im Juli 2015 und 1,4 Prozent im Juli 2016. Die GdL hatte fünf Prozent Erhöhung für zwölf Monate gefordert. Das Angebot der Bahn erfüllt allerdings nicht die Kernforderung der GdL, Tarifverträge für das gesamte Zugpersonal abschließen zu können. Die Bahn warf GdL-Chef Claus Weselsky vor, jedes Maß verloren zu haben. „Die GdL läuft Amok“, hieß es einer Erklärung.

Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hält trotz des neuen Tarifangebots der Deutschen Bahn (DB) an ihrem Streik bis zum Montagmorgen fest. Die DB verweigere nach wie vor inhaltliche Verhandlungen für das gesamte Zugpersonal in der GDL, teilte die Gewerkschaft am Freitagabend in Frankfurt zur Begründung mit.

In der Politik mehren sich die Stimmen, die die Gewerkschaft zum Nachgeben auffordern. „Die Tarifautonomie kommt dort an ihre Grenzen, wo das ganze Land zum Spielball von Einzelinteressen wird“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ulrich Lange. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Sören Bartol, forderte die GdL auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Ich habe kein Verständnis, wenn die Lokführer die Solidarität unter Kollegen aufkündigen und sich mit überzogenen Forderungen profilieren wollen“, sagte er. Die Wirtschaft warnte vor hohen Schäden, weil im Güterverkehr wichtige Industriebranchen von der Rohstoffversorgung abgeschnitten werden.

In ganz Deutschland wird wegen des Bahnstreiks ein Ansturm auf Taxis, Fernbusse und Mitfahrzentralen erwartet. Am letzten Streiktag am Mittwoch waren in Hannover viele Pendler und Reisende frühzeitig auf den eigenen Pkw, Busse oder Taxen ausgewichen, was zu erheblichen Staus im Feierabendverkehr führte. Die Polizei rechnet auch für heute mit einem deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen auf den Straßen.

Die Lokführer hatten ihre Arbeit in dieser Woche bereits am Mittwoch für 14 Stunden niedergelegt und damit den Zugverkehr in Deutschland teilweise lahmgelegt.

dpa/afp/sbü/se

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