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Aus der Stadt GOP-Artisten turnen in einem Üstra-Wagen
Hannover Aus der Stadt GOP-Artisten turnen in einem Üstra-Wagen
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00:17 12.08.2017
Von Uwe Janssen
Ralf Dedden (vorn, v. l.), Heidi Aguilar, Kurt Gminder und Dennis Bohnecke sowie dahinter Felicitas Aguilar (l.) – und Werner Buss steht kopf. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Wir machen hier Dinge, die man in der Bahn nicht tun darf“, sagt Regisseur Kurt Gminder. Ohne zu viel verraten zu wollen: Auf Sitzen herumzuklettern ist da noch eine Kleinigkeit. Gminders Truppe ist auch in der Bahn, aber in einer besonderen. „Ich habe immer das Bild des Riesen im Kopf, der mit einer großen Flex das Ding einmal durchgesägt hat“ - und zwar längs; einen zwölf Meter langen Üstra-Wagen der Generation „Silberpfeil“, dessen eine Hälfte von Ende August an im GOP Schauplatz der Show „Metropolitan“ ist, der Jubiläumsshow zum 125. des hannoverschen Verkehrsunternehmens.

Es gehört zum Luxus und zur Professionalität des Unterhaltungsgroßbetriebs GOP, die Proben komplett auslagern zu können. Geübt wird das Stück, bei dem das Varieté sechs und das „Feuerwerk der Turnkunst“ elf Akteure stellt, in einer schmucklosen Industriehalle in Brink-Hafen, wo auch große Teile der GOP-Requisiten lagern. Hier wird jedes Stück, das in den sieben GOP-Theatern entlassen wird, erarbeitet und wandert dann mitsamt der Kulisse nach Bad Oeynhausen, Bonn, Bremen, Essen, München, Münster oder eben in den Georgspalast. Während dort derzeit noch „Wild Boys“ läuft, feilen Gminder und Feuerwerk-Chefin Heidi Aguilar mit den Showturnern (unter anderem das Duo Piti und Aguilar-Tochter Felicitas) und den Varieté-Profis an den Details.

Viele Wagenteile sind Originale

Die Bühnendesigner sind schon längst bei den Details. Sie haben so viel wie möglich aus einem - ausrangierten - Üstra-Wagen übernommen, die beiden Türen schließen, selbst der Faltenbalg ist ein Original. Fürs hannoversche Publikum ein hoher Wiedererkennungswert, für die Künstler eine Herausforderung: „Die fangen gerade an, sich diese Bahn zu erspielen“, sagt GOP-Kreativdirektor Werner Buss, für den der technische Aufwand auch einen Einschnitt in der Geschichte des Hauses bedeutet. Größtes Gimmick ist eine riesige Videowand, zwölf mal drei Meter groß, rund 200 000 Euro teuer. Sie wird bei „Metropolitan“ im Bühnenhintergrund aufgebaut und durch die Stadtbahnfenster einen Fahreindruck vermitteln. Dafür ist ein Kamerateam nächtelang durch Hannovers Untergrund gefahren und hat festgeschnallt und bei offener Tür gefilmt, im Tunnel und in Stationen.

Für die Jubiläumsshow zum 125. Geburtstag der Üstra, übt das Ensemble des GOP momentan in einem alten Bahnwaggon. Die Show wird ab der zweiten August-Hälfte im GOP zu sehen sein.

Auch das Vorhangsystem im GOP ist erneuert worden, da die Produktion die gesamte Breite der Bühne beansprucht, kann sie nun auch komplett von rotem Tuch verhüllt werden. „Es ist ein neues Seherlebnis, viel größer und spektakulärer“, sagt Hannovers GOP-Direktor Dennis Bohnecke.

Sie reden viel von Dimensionen in diesen Tagen. Dabei hat die Zusammenarbeit zum Jubiläum vor anderthalb Jahren ganz klein angefangen. „Wir wollten irgendwas mit dem GOP machen, anfangs dachten wir daran, gemeinsam Bilder aufzuhängen“, sagt Ralf Dedden von der Üstra. Aber wie es dann so ist, wenn Künstler Ideen haben und Einsatzbereitschaft und ein gewisses Budget vorhanden sind, wuchs das Projekt. „Unfassbar, was aus der Anfangsidee geworden ist“, sagt Dedden heute.

Die Generalprobe ist auch in der Übungshalle, Premiere ist dann am 31. August im GOP. Der Zeitplan ist sportlich. „Aber wir schaffen das“, sagt Heidi Aguilar. Diese Bahn soll ja niemand verpassen.

Karten: www.variete.de

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