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Aus der Stadt Gab Flughafen-Shuttle Tipps an Einbrecher?
Hannover Aus der Stadt Gab Flughafen-Shuttle Tipps an Einbrecher?
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00:15 25.03.2017
Von Michael Zgoll
Der Staatsanwalt vermutet, dass die Einbrecher ihre Informationen über verwaiste Häuser von einem Shuttle-Service haben. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Wie erfahren Einbrecher, wer im Urlaub ist und wo ein Einbruch relativ risikolos möglich ist? Vor einem Schöffengericht am Amtsgericht deutete sich am Dienstag eine besonders perfide Möglichkeit der Informationsbeschaffung an: zum Beispiel über einen Shuttle-Service, der Fluggäste zu Hause abholt und zum Airport nach Langenhagen bringt. Zwei Männer müssen sich nun wegen bandenmäßigen Wohnungseinbruchsdiebstahls verantworten - und der Staatsanwalt vermutet, dass sie ihre Informationen über verwaiste Häuser und Wohnungen von ebensolch einem Shuttle-Service haben. Zwei Einfamilienhäuser räumten die Täter aus, stahlen dabei auch zwei Autos; zwei weitere Einbruchsversuche aber scheiterten.

Auch zwei Autos sind weg

Der 33 Jahre alte Timur K. und der 27-jährige Burak Ö., beide mehrfach wegen Körperverletzungsdelikten und Diebstählen vorbestraft, müssen sich vor einem Schöffengericht unter Vorsitz von Ulrich Kleinert verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, in der Nacht vom 21. auf den 22. September 2016 ein Einfamilienhaus in Diekholzen (Landkreis Hildesheim) geplündert zu haben. Zur Beute im Wert von knapp 37 000 Euro zählten ein Polo älteren Baujahrs sowie Schmuck und Bargeld. In einem Zeitfenster zwischen dem Morgen des 22. und dem Abend des 23. September drangen die Einbrecher durch ein gewaltsam geöffnetes Fenster in ein Einfamilienhaus in Burgdorf ein; hier nahmen sie einen Einser-BMW, ein Fernseh- und ein Navigationsgerät, diversen Schmuck sowie Bargeld mit. Bis heute hat die Polizei keine Kenntnis, wo das Diebesgut dieser Einbrüche geblieben ist.

Aufgescheucht wurden die Angeklagten laut Staatsanwaltschaft am 23. September gegen 23 Uhr, als sie in ein Reihenhaus in Empelde einbrechen wollten und von einem Anwohner bemerkt wurden. An jenem Freitagabend gelang den beiden Männern die Flucht - doch nur anderthalb Stunden später wurden sie in der List gestellt. Timur K. und Burak Ö. hatten versucht, über einen Balkon in eine Wohnung am De-Haën-Platz einzusteigen. Ein Nachbar beobachtete ihr Hantieren mit Einbruchswerkzeug und verständigte die Polizei, die die Männer nach einem kurzen Fluchtversuch festnehmen konnte.

Angeklagte wollen nichts sagen

Ein Autoschlüssel mit Transponder in der Tasche von K. führte die Ermittler zu einem auf der Podbi geparkten Mercedes. In diesem Fahrzeug lagen mehrere Zettel mit Infos zu den Einbruchsorten in Diekholzen, Burgdorf und Hannover, auch waren Vermerke zur Beleuchtungssituation an den ausgespähten Tatorten sowie Telefonnummern notiert. Die Kilometerangaben passten jeweils zu den Entfernungen ab K.s Wohnung in Vinnhorst - und eine Notiz wies auf einen Langenhagener Airport-Shuttle-Service hin.

Das Transportunternehmen soll ungefähr ein halbes Dutzend Disponenten und knapp 20 Fahrer beschäftigen. Doch welcher Firmenmitarbeiter den Einbrechern möglicherweise Tipps zu Kunden gab, die auf Reisen waren, ist bis heute unklar. Denkbar ist auch, dass eine außenstehende Person Daten aus dem firmeninternen Buchungsprogramm abgegriffen hat - dann aber wäre die Frage, wie diese an das erforderliche Passwort kam.

Die Angeklagten hüllten sich ebenso wie ihre Verteidiger in Schweigen. Das Schöffengericht hat sich noch drei weitere Verhandlungstage bis Mitte April Zeit gegeben, um die Wohnungseinbruchsserie aufzuklären.

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