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Gänsekot vermiest Schwimmern das Badevergnügen

Maschsee-Strandbad Gänsekot vermiest Schwimmern das Badevergnügen

Die Betreiber des Strandbads Aspria am Maschsee haben Probleme ihre Liegewiese sauber zu halten. Weil auf der Wiese wilde Gänse übernachten, müssen Gärtner täglich Unmengen an Gänsekot aufsammeln. Jetzt soll zusammen mit der Stadt nach Lösungsmöglichkeiten gesucht werden.

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„Wir suchen nach Ideen“: Nicht immer lässt sich am Maschsee so entspannt baden - der vielen Gänse wegen. 

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Seit Jahren gehört das Maschsee-Strandbad zu den beliebten Übernachtungsplätzen von wilden Gänsen - sehr zum Ärger des Strandbadbetreibers.

Jeden Morgen müssen Gärtner Unmengen von Gänsekot aufsammeln, um die beliebte Liegewiese mit Blick auf Hannovers Rathaus wieder herzurichten. „Wir haben uns sogar eine Art Kehrmaschine für 50 000 Euro gekauft, aber die hilft nur bei trockenem Kot“, sagt Karoline Eggert, Sprecherin des Strandbadbetreibers Aspria. Inzwischen ist auch die Stadtverwaltung überzeugt, dass es so nicht weitergehen kann. „Wir suchen nach Ideen, wie wir die Gänse vergrämen können“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix.

Badeseen in Hannover

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Dienstag trafen sich die Vertreter von Stadt und Aspria zum Gespräch. Über die Ergebnisse wurde Stillschweigen vereinbart. „Wir haben über mehrere Möglichkeiten diskutiert“, sagt Dix. Jetzt werde geprüft, welche durchführbar sei.

Auch andere Badeseen sind betroffen. So gibt es am Irenensee nahe Uetze immer wieder Probleme mit Wildgänsen. Vogelscheuchen wurden dort aufgestellt, doch die Tiere ließen sich nicht vertreiben. Besucher des Altwarmbüchener Sees berichten ebenfalls von Gänsen, die sich an den Ufern niederlassen.

Jahrelang nächtigten Scharen von Gänsen auf der Liegewiese des Ricklinger Bades. Jeden Morgen mussten die Hinterlassenschaften der Tiere mühsam beseitigt werden - bis der Badbetreiber, der Schwimmverein Aegir, auf eine einfache und wirkungsvolle Taktik verfiel. „Wir sperren den Uferbereich mit Gänsezäunen ab“, sagt Aegir-Vorsitzender Gerd Weßling. Die 60 Zentimeter hohen Drahtgeflechte hindern Gänse daran, ins Wasser zu watscheln. „Die Tiere könnten natürlich auch darüber hinwegfliegen, aber kurioserweise tun sie das nicht, vor allem, wenn sie Jungtiere dabei haben“, sagt Weßling. Die Zäune seien im Ufergestrüpp kaum zu sehen. Die beiden Seezugänge für Badegäste sperre man nachts mit Gittern ab. „Seitdem haben wir Ruhe vor den Gänsen“, sagt Weßling.

Auf das Maschsee-Strandbad ist die Idee nicht so leicht übertragbar. Denn die Wasserzugänge für Badegäste sind nicht eingeschränkt, sie erstrecken sich auf das gesamte Ufer. „Daher müssten wir jeden Morgen den gesamten Gänsezaun vom Ufer entfernen. Der Aufwand wäre sehr groß“, sagt Aspria-Sprecherin Eggert. Effektiver sei eine Hundepatrouille.

Tatsächlich gelang es einem Vierbeiner, die Gänse mit lautem Gekläffe zu vertreiben. Doch Tierschützer alarmierten das Veterinäramt. „Die Behörde drohte uns mit einem Bußgeld von 50 000 Euro“, berichtet Eggert. Am Ende musste man sich wieder auf das Einsammeln des Kots beschränken. „Und davon gibt es immer mehr“, sagt die Sprecherin des Badbetreibers.

Bundesweit werden Auswege aus der Gänseplage gesucht, die den Tierschutz berücksichtigen, aber auch die Interessen von Menschen an kotfreien Stränden entsprechen. Neue Wege geht man jetzt im Strandbad am Rantzauer See nördlich von Hamburg. Dort werden testweise große Mengen Schwäne eingesetzt. Mit ihrem ausgeprägten Revierverhalten sollen sie die Gänse fernhalten.

Eine Frage der Vernunft

Ein Kommentar von Andreas Schinkel

Gänse leben in freier Natur und damit eben auch einmal auf Liegewiesen. Damit müssen sich deren Nutzer abfinden. Im Fall des Maschsee-Strandbads und mancher anderer Seen ist es jedoch ein wenig komplizierter: Nicht selten hat eine maßlose Tierliebe wesentlich dazu beigetragen, dass sich die Gänse geradezu eingeladen fühlen. Wenn ganze Familien ihre Brotreste etwa am Südufer des Maschsees mit Wonne an die Wasservögel verfüttern, ist das zwar nett, aber eben auch unklug. Sie tun damit dem Ökosystem keinen Gefallen.

Dass der Edel-Sportclub Aspira als Strandbadbetreiber darüber klagt, ist ebenso verständlich wie wohlfeil – er lebt ganz gut vom Charme der denkmalgeschützten Anlage. In diesem Ambiente ist eine wirkungsvolle Vergrämung der lästigen Tiere allerdings nicht so einfach. Ein erster Schritt wäre, endlich ein striktes Fütterungsverbot am Maschsee durchzusetzen. Wenn die Vernunft sich nicht durchsetzt, sieht es schlecht aus mit dem Baden am Maschsee. Denn die Jäger wird niemand rufen.

Von Andreas Schinkel und Conrad von Meding

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