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So spritzig ist das Wintervarieté

Show "Wet" So spritzig ist das Wintervarieté

Beim Wintervarieté des GOP in der Orangerie dreht sich alles Badewannen. "Wet" ist deshalb auch der passende Titel. Bei der Premiere am Freitagabend waren unter anderem Alt-Bundespräsident Christian Wulff mit Ehefrau Bettina und Turner Andreas Toba mit Freundin Daniela Potapova dabei.

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Feucht und fröhlich ging es bei der Show "wet" zu.

Quelle: Alexander Körner

Hannover. Eine Bühne voller Badewannen. Was soll man Seriöses erwarten? Vielleicht war das genau der Reiz, daraus eine ganze Show zu machen. Badewannen gehören ja theoretisch zum engsten Lebensumfeld eines jeden, und wenn nicht, dann hat man zumindest eine Vorstellung, was man in Badewannen so alles tut und tun kann. Mit Badewannen-Akrobatik ist Hannovers Turn-Held Andreas Toba seit seiner schweren Verletzung bei den Olympischen Spielen in Rio zwar noch etwas vorsichtig. „Ich bin zurzeit in der Reha und passe wirklich höllisch auf, dass ich nicht ausrutsche“, sagte er vor der Galapremiere des Wintervarieté des GOP in der Orangerie. Aber immerhin singt er. „Und zwar wirklich gut“, sagt seine Freundin Daniela Potapova. Beste Voraussetzungen also für eine mögliche zweite Karriere beim Varieté. Ob Christian Wulff oder Ehefrau Bettina im Bad in Schloss Bellevue gesungen haben, war nicht zu erfahren – dafür verriet ffn-
„Morgenmän“ Franky sogar sein Dusch-Lied: „Angels“ von Robbie Williams. 

Wie diese kleine Umfrage zeigt, kann eine Horizonterweiterung im Badewannengebrauch nicht schaden – und die bietet das GOP in gewohnt spektakulärer Weise. Die Künstler der Show „Wet“ zeigen, was man alles auf, vor, hinter, über mit und auch in Badewannen machen kann. Eines sollte dabei gesagt werden: Bitte nicht zu Hause ausprobieren, das gibt ganz böse blaue Flecken.

Am Freitagabend wurde in der Orangerie das Galavorstellung des Wintervarieté gefeiert.

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Denn die Künstler, die in Bad Herrenhausen auf der Bühne stehen, sind allesamt saubere Könner. Auf verschiedenen Ebenen steht die Wannenparade wie eine Ausstellung eines exklusiven Sanitärausstatters. In der oberen Wanne thront eine Operndiva, die ein wenig wie die Chefin im Badezimmer aussieht und immer wieder das macht, was auch unsereins – mehr schlecht als recht, aber laut – im heimischen Kachelparadies versucht: Sie singt. In höchsten Tönen und mit Fantasie: „Pack die Badehose ein“ gibt es in der Orangerie in verschiedenen Variationen, die man so auch noch nicht gehört hat. In den Bassins unter ihr wird gealbert und getanzt, es wird jongliert und gekreiselt – und es wird akrobatisch geturnt, trocken und auch mal nass.
Und gäbe es die Live-Zeitlupe, würden die Wassertropfen im Gegenlicht aus den wirbelnden Haaren und Kleidern der Akrobaten schweben. So wie man es aus manch schlüpfrigen Filmen kennt. Aber keine Angst, es bleibt alles an – wenngleich bei einem Männerballett das Handtuch kurz davor ist, die Haltung zu verlieren. Aber auch ohne Wasser: Die Turneinlagen auf Wannenrändern sind atemberaubend und ästhetisch zugleich.

Trotz allen echten Wassers, das über Zu- und Ableitungsrohre auf der Bühne zirkuliert, bleibt das von Markus Pabst und Maximilian Rambaek erdachte und inszenierte und weltweit erfolgreiche „Wet“ ein Varietéstück. Die Künstler erheben sich immer wieder aus ihren Keramikschüsseln, um an den Strapaten, am Vertikaltuch oder am Trapez zu turnen, die Reifen kreisen zu lassen und die Bälle in einer Jonglagenummer mal nach unten statt nach oben zu werfen. Trotz der ständigen Nässe muss man sich übrigens um die Gesundheit der Künstler keine Sorgen machen. Denn eine ausgefeilte Technik ermöglicht, dass sich jeder die Wassertemperatur „seiner“ Wanne aussuchen darf, verrät GOP-Direktor Dennis Bohnecke.

Erfrischend anders ist das ganze Stück, die Idee, die Umsetzung. Mottoshows haben die durchmoderierten Abende im Varieté abgelöst. Wenn das so aussieht wie bei „Wet“, muss man sich um die Zukunft des Genres keine Gedanken machen. Gespielt wird bis zum 15. Januar.     

Eine Bühne voller Badewannen. Was soll man Seriöses erwarten? Vielleicht war das genau der Reiz, daraus eine ganze Show zu machen. Badewannen gehören ja theoretisch zum engsten Lebensumfeld eines jeden, und wenn nicht, dann hat man zumindest eine Vorstellung, was man in Badewannen so alles tut und tun kann.

Von Uwe Janssen und Rüdiger Meise

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