Lehrer und Eltern schlagen Alarm: Die Heinrich-Wilhelm-Olbers Grundschule platzt aus allen Nähten, sodass Kinder auf dem Flur unterrichtet werden oder für Sportkurse in einen dunklen, niedrigen Raum ausweichen müssen. „Wir bleiben mit unserem Nachmittagsprogramm derzeit unter unseren Möglichkeiten“, sagt Schulleiterin Regine Hempel-Mähler. Damit ist die Olbersschule bereits die zweite Grundschule, die ihren Betrieb nach den Sommerferien auf Ganztagsbetreuung umgestellt hat und nun über Raumprobleme klagt. Auch der Grundschule Lüneburger Damm im Heideviertel fehlen Rückzugsräume für die nachmittägliche Betreuung.
Beiden Grundschulen stünden eigentlich Ausweichmöglichkeiten in ihren Gebäuden zur Verfügung, wenn nicht Teile der Häuser von anderen Schulen belegt wären. Im Falle der Grundschule Lüneburger Damm ist es die IGS Montessori, an die die Stadt ein Geschoss vermietet hat, die Olbersschule teilt sich das Gebäude in Döhren mit der katholischen Kardinal-Bertram-Schule. In beiden Grundschulen sind die Anmeldezahlen in die Höhe geschnellt, seit der Ganztagsbetrieb eingeführt wurde.
Es ist keine Seltenheit, dass in Grundschulgebäuden weitere Einrichtungen untergebracht werden, etwa Horte und Vereine, die Hausaufgabenhilfe anbieten, aber auch Institutionen, die mit dem Schulbetrieb nichts zu tun haben. Zwei Drittel der 56 Grundschulen in Hannover, darunter auch mehrere Ganztagsschulen, müssen sich ihre Räume mit anderen Institutionen teilen. „In der Regel gibt es aber keine Probleme“, sagt Stadtsprecherin Susanne Stroppe. Zwar räumt sie ein, dass es in der Olbersschule derzeit sehr eng sei, aber man bemühe sich um eine Lösung.
Die Leiterin der Olbersschule kann einen Ausweg noch nicht erkennen. Erst kürzlich habe die Stadt der Kardinal-Bertram-Schule zugesagt, dass ihre Hortgruppe ein weiteres Jahr den Musikraum der Grundschule belegen darf. „Wir wissen nicht mehr, wohin wir ausweichen sollen, zumal die Schule über keine Aula verfügt“, sagt Hempel-Mähler. Da auch die Sporthalle ständig besetzt sei, müssten die nachmittäglichen Tanzkurse des Ganztagsbereichs in einem fensterlosen Raum mit niedriger Decke stattfinden. „So kann es nicht weitergehen“, sagt die Schulleiterin. Das findet auch die Leiterin der katholischen Schule, Monika Klink. „Unser Sportunterricht muss oft auf dem Pausenhof erteilt werden“, sagt sie. Klink fragt sich inzwischen, warum die Stadt der Olbersschule eigentlich den Ganztagsbetrieb genehmigt hat.
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