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Ganztagsschulen sollen Horte ersetzen

Haushalt Ganztagsschulen sollen Horte ersetzen

Die Stadt Hannover will sich in den kommenden Jahren von der Hortbetreuung verabschieden. Die Horte, die zum Teil noch außerhalb der Grundschulen angesiedelt sind, sollen Schritt für Schritt in Ganztagsschulen „integriert“ werden, wie Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) sagt.

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Auf dem Schulhof der Grundschule Tiefenriede in der Südstadt teilen sich die Kinder vom DRK-Hort und von der Schülerbetreuung die Spielfläche. Foto: Kutter

Quelle: (Foto: Katrin Kutter)

Hannover. Kein Kind werde jedoch aus einem Hort geworfen, betont er.

In den kommenden Jahren will die Stadt als Teil eines 225-Millionen-Investitionsprogramms alle Grundschulen in Ganztagsschulen verwandelt haben. Die Kinder werden dann in den Schulen auch nachmittags betreut und bekommen ein Mittagessen. „2017/2018 werden die ersten Horte in Ganztagsschulen integriert“, kündigt Kämmerer Marc Hansmann (SPD) an. Sechs bis zehn Jahre soll der Prozess dauern. Auf eine Stichtagsregelung wie in anderen Bundesländern will er verzichten. „Wir werden ein standortbezogenes Stufenkonzept erarbeiten“, kündigt Hansmann an.

Das Zusammenführen von Hort- und Ganztagsbetreuung ist Teil des neuen Sparpakets der Stadt Hannover. In den nächsten drei Jahren will die Stadt den defizitären Haushalt um knapp 92 Millionen Euro entlasten. Einsparungen von 10 Millionen Euro verspricht sich der Kämmerer von der Fusion der Ganztagsschulen mit Horten. Räume und Personal könnten damit eingespart werden, meint er. Es gehe um die „Vermeidung von Investitionen in zwei parallele Betreuungssysteme“. Andere Städte in Niedersachsen wie Celle oder Wolfsburg haben das, was Hannover vorhat, schon vollzogen.

Hansmann selbst hatte vor einigen Jahren schon einmal einen Vorstoß unternommen und den Abschied von der Hortbetreuung angekündigt. Damals folgte ein Aufschrei der Elternschaft. Viele Eltern meinten, dass die Ganztagsschule längst kein Ersatz für Horte sei. Horte böten schließlich Ferienbetreuung an, zudem hätten Kinder in den Horten feste Ansprechpartner und nicht wechselnde Betreuer wie im Ganztagsprogramm. Hansmanns damaliger Chef, Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD), stand zu jener Zeit mitten im Wahlkampf um das Amt des Ministerpräsidenten und wollte Aufregung vermeiden. Der Plan verschwand in der Schublade.

Die Stadt ist der Ansicht, dass sich die Bedingungen im Ganztagsbetrieb entscheidend verbessert haben. So biete man jetzt auch eine Ferienbetreuung an, betont Schostok. „Zudem werden die Mitarbeiter der Horte in den Ganztag integriert“, sagt er. Daher gebe es weiterhin feste Ansprechpartner für die Kinder.

Betreuung in den Ferien und auch über 16 Uhr hinaus seien die Vorteile, die Horte bislang Ganztagsschulen voraus hätten, sagt Karen Hauschildt-Behrens von der Grundschule Tegelweg am Sahlkamp. Mitunter dauere es auch sehr lange, bis eine Grundschule auf Ganztagsbetrieb umstellen dürfe: „Wir warten seit sechs Jahren darauf.“

Die Henning-von-Tresckow-Grundschule in Wettbergen ist Ganztagsschule und bietet - außer in den Weihnachtsferien - schon Ferienbetreuung an, zusammen mit den Nachbarschulen. Die Qualität werde stetig erhöht - etwa durch den Einsatz von Erziehern.

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