Mit dieser Entscheidung der Stadt muss sich das Theater für Niedersachsen (TfN), das sich ebenfalls beworben hatte, von der Bühne in Herrenhausen verabschieden. Dessen Vorläufer, die Landesbühne, hatte das Gartentheater seit seit 1953 bespielt - zwischen 2003 und 2008 in Zusammenarbeit mit Kunze und Lürig.
„Wir mussten uns jetzt für einen der beiden Bewerber entscheiden, weil die Partner von einst nicht mehr zusammen arbeiten wollten“, sagte Kulturdezernentin Marlis Drevermann am Donnerstag bei der Präsentation des neuen Musicalkonzeptes in der Schlossküche Herrenhausen. „Shakespeare und unsere regionalen Künstler sind eine perfekte Verbindung für das Gartentheater“, ergänzte die Dezernentin. Die beiden Wedemärker hatten im Sommer vor sechs Jahren mit ihrer Bearbeitung des „Sommernachtstraums“ die Musicalidee nach Herrenhausen gebracht und damit gleich einen Publikumserfolg gelandet. Mit dem TfN hatten sie sich überworfen, als das Theater in diesem Jahr statt Shakespeare das Muscial „Der geheime Garten“ aus anderer Feder aufführte.
„Wir sind enttäuscht über die Entscheidung der Stadt, damit ist eine mehr als 50-jährige Tradition gebrochen", sagte am Donnerstag TfN-Intendant Jörg Gade. „Es ist bundesweit einmalig, dass ein öffentliches Haus zugunsten eines privaten Unternehmens derart aus einer Spielstätte gekickt wird." Mit dem Geheimen Garten habe das TfN zuletzt eine Auslastung von 95,6 Prozent erzielt, erinnert Gade. Von 2010 bis 2014 wollen Kunze und Lürig nun im Wechsel drei unterschiedliche Shakespeare-Stücke im Gartentheater präsentieren – darunter auch die neue, bisher unveröffentlichte Adaption des „Sturms“.
„Wir freuen uns sehr, dass wir wieder in Herrenhausen sind", sagte Lürig. „Das Gartentheater ist ein idealer Ort für Shakespeare-Komödien", betonte Kunze. Auftakt ist am 30. Juli mit dem bewährten „Sommernachtstraum“, den „Sturm“ soll es dann 2011 geben. Außerdem haben Kunze und Lürig noch das Musical „Kleider machen Liebe“ nach der Vorlage von „Was ihr wollt“ im Angebot. Für die Aufführungen tritt der Konzertveranstalter Hannover Concerts erstmals als Produzent auf, mit der Auswahl des 30-köpfigen Ensembles und Produktionsteams wird ab sofort begonnen. „Wir gehen das finanzielle Risiko ein, weil wir an die Künstler und das Projekt glauben, das hervorragend zu der Strategie passt, Herrenhausen als Marke weiter zu entwickeln", sagte Hannover-Concerts-Geschäftsführer Wolfgang Besemer.
Bisher unterstützen die Hannover Marketing- und Tourismusgesellschaft (HMTG) und die Concordia Versicherung die Produktion, die Stiftung der Niedersächsischen Volksbanken und Raiffeisenbanken hat das Autorenhonorar für den "Sturm" übernommen. Der Vorverkauf für den „Sommernachtstraum" beginnt am Freitag, Karten gibt es zu Preisen von 21 bis 41,50 Euro beim Veranstalter Hannover Concerts und an den bekannten Vorverkauffstellen.
ste
HAZ.de Anmeldung
Kommentare
Gartentheater in Herrenhausen ab 2010 ein Hannoveraner – 27.11.09
Also Herr Jörg Gade, ich muss mich schon sehr darüber wundern,dass Sie sich so sehr darüber aufregen, dass ab 2010 LOHMANN, BESEMER und Co. von HANNOVER CONCERTS in Herrenhausen das Sagen haben.Was bedeutet heutzutage denn noch eine über 50-jährige Tradition?
Nichts, aber auch gar nichts, wie wir mal wieder zur Kenntnis nehmen müssen.
Spätestens, als der BLOCKHOUSE Aufsichtsratsvorsitzender und MÖVENPICK Mitarbeiter DIETMAR ALTHOF die Schlossküche übernahm, war doch abzusehen, was als nächstes passieren würde.
Ein umtriebiger Mann mit diesen Beziehungen und Freundschaften? da hält man doch zusammen?
Gute Freunde!
In Köln nennt man es KLÜNGEL und in Hannover ENTSCHEIDUNGEN.
Mit Machern diesen Kalibers springt man doch nicht so um, in dem man naiv glaubt, selbst noch Entscheidungen treffen zu können.
Entscheidungen zu Ungunsten von KUNZE und LÜRIG?
Das war schon mehr als töricht von Ihnen.
Jetzt haben Sie, wir, den vollens kommerzialisierten Theater-Salat.
Die Strafe folgte auf dem Fuße, ratzfatz.
Wie geht es eigentlich dem ehemaligen Oberbürgermeister Herbert S.?