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Aus der Stadt Wie sieht die Zukunft der Altstadt aus?
Hannover Aus der Stadt Wie sieht die Zukunft der Altstadt aus?
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00:17 16.03.2017
Von Susanna Bauch
Leerstände, schwieriger Ladenmix: Das Forum der Händler setzt auf frische Ideen. Quelle: Alexander Körner
Hannover

Es muss etwas passieren in der Altstadt. Leerstände in den Ladenlokalen der Fachwerkhäuser, der Branchenmix, der Wunsch nach mehr Laufkundschaft - bei den Geschäftsleuten im historischen Teil von Hannovers City herrscht ein gewisses Grummeln. Und damit daraus kein Groll wird, setzt das Forum hannöversche Altstadt auf ein neues Konzept. Es geht um neue Geschäftsideen, junge Händler und eine bessere Vernetzung mit anderen City-Quartieren.

Kein leichter Auftrag. „Einfach ist es in der Altstadt seit Langem nicht gewesen, sie bleibt eine Herausforderung“, sagt Alexander Bobzien, seit sieben Jahren Vorsitzender des Forums. In den Siebzigerjahren sei vieles besser gewesen, und auch die alteingesessenen Händler seien heute noch tragende Säulen des Viertels. „Aber wir müssen uns aufgeschlossener zeigen für neue Wege.“

In der Altstadt tut sich trotz leerstehender Geschäfte einiges.

In den vergangenen Jahren hat sich einiges entwickelt. „Wir sind viel vernetzter untereinander und mit den anderen City-Quartieren, bieten jede Menge Veranstaltungen, kümmern uns um einen professionellen Auftritt bei Facebook, auf der Website, im Newsletter und bei Instagram und versuchen möglichst alle, an einem Strang zu ziehen“, betont Bobzien. Sie träumen sogar von Push-Nachrichten auf Smartphones mit aktuellen Angeboten - und zwar in dem Moment, in dem die Kunden an dem entsprechenden Geschäft vorbeigehen. In der Altstadt könne man nur mit Service, weniger mit Preisen punkten. Schön wäre es auch, wenn Stadt und Üstra mitziehen würden. „Es gibt in der City nur ein einziges Hinweisschild für das Quartier, und in der U-Bahnstation werden nur Rathaus und Markthalle erwähnt.“

Stadt und Üstra sollen mitziehen

Der Impuls hat eine gewisse Sogkraft. Die Mitgliederzahl im Altstadt-Forum hat sich in den vergangenen Jahren auf gut 30 fast verdoppelt. Man wisse mittlerweile, dass im Alleingang in der Altstadt „nichts zu reißen ist“. Für den Branchenmix zwischen Burg- und Knochenhauerstraße indes kann das Forum nichts. „Natürlich fehlen die Trendboutique 77 in der Kramerstraße und das Schuhcafé am Holzmarkt“, sagt Bobzien. Zwei Läden an prominenter Stelle, die leer stehen. Bobzien ist sich sicher, dass sich schnell Nachmieter finden werden. Was allerdings sollen die Altstadt-Kümmerer machen, wenn wieder nur eine weitere Pfandleihe, ein weiterer Friseur oder ein Immobilienbüro einziehen?

„Die Einzelhändler kommen und gehen, so war es immer schon“, sagt Günther Bohnecke, seit 47 Jahren mit dem Teestübchen am Ballhofplatz erfolgreich. Das Problem sei der Mangel an inhabergeführten Geschäften, „in der gesamten City sind es nur noch knapp 50.“ Das Forum hannöversche Altstadt setzt auf Veranstaltungen wie die Salsanacht oder die Hochzeitsgasse sowie auf einen Generationen- und Geschäftewechsel. „Eine junge Piercerin mit gutem Ruf und guten Ideen ist genauso eine Bereicherung wie das Familiencafé Glücksmoment oder ein Perlenladen, der auch Seminare anbietet“, sagt Bobzien.

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„Trennlinie zum Rotlichtviertel“

Bagger, Bauzäune, Schmutz und Lärm - dass an den Rändern der Altstadt, vor allem am Marstall derzeit rege Bautätigkeit herrscht, sehen die Händler positiv. „Der neue Komplex ist eine willkommene Trennlinie zum Rotlichtviertel,“ stellt Bobzien fest. Am Hohen Ufer neben der neuen Volkshochschule ziehen die Macher der Lounge Hugo, früher am Hauptbahnhof, ein. Zwei Geschäfte an der Pferdestraße werden für neue Mieter komplett saniert. Auch das frühere Schuhcafé sowie das Ladenlokal des früheren Lederwarengeschäfts Rissmann am Hanns-Lilje-Platz, einst Hannovers ältester Laden, werden aufwendig umgebaut. Die Touristen, so die Erfahrung, bummeln bevorzugt durch die Kramerstraße in Richtung Leineufer. „Nicht nur aus diesem Grund sind wir als Forum auch für die Umsetzung der Leinewelle. Das lockt Besucher an“, meint Bobzien.

Die Zufriedenheit der Altstadthändler hängt übrigens noch von der Lage und der Straße ab. „In der Knochenhauerstraße sind wir wie eine große Familie“, sagt Nicole Voss, die hier seit 22 Jahren Anlassmode für Kinder verkauft. Es habe schwere Zeiten gegeben, mit gefühlt täglichen wechselnden Nachbarn und auch reichlich Kriminalität. „Momentan ist es wieder die Altstadt, die wir schön finden.“

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