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Falsche Verpackung: Grieche verklagt Griechen

Gastronomenstreit Falsche Verpackung: Grieche verklagt Griechen

Am Montag urteilte das Landgericht über einen eher ungewöhnlichen Fall: Ein griechischer Restaurantbetreiber aus Sehnde verklagte einen anderen Griechen aus Anderten, weil letzterer offenbar nicht lizenzierte Verpackungen für Außer-Haus-Bestellungen verwende. Das Gericht gab dem Sehnder recht.

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Quelle: Dröse (Symbolbild)

Hannover. Der Konkurrenzkampf in der Gastronomie kann gnadenlos sein. Doch dass Wirte im Preiskampf mit wirtschaftlichen Widersachern um jeden Cent ringen, ist eher selten. Am Montag war ein solcher Fall am Landgericht zu beobachten: Ein Grieche aus Sehnde strebte eine Unterlassungsverfügung gegen einen Griechen aus Anderten an. Dieser tüte Suzuki und Suflaki bei Außer-Haus-Verkäufen in nicht lizenziertes Verpackungsmaterial ein, also in günstigere Schachteln ohne den Grünen Punkt des Dualen Systems.

Zivilrichter Ullrich Kleybolte, der von einem ungewöhnlichen Vorgang sprach, teilte die Sichtweise des Sehnder Wirts. Und weil der Anderter nicht erschien, erließ das Gericht ein Versäumnisurteil: Dem Sparfuchs ist es künftig untersagt, nicht lizenzierte Verpackungen in Umlauf zu bringen. Theoretisch könnte ein Verstoß mit einem Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro geahndet werden, realistisch erscheint hier eher ein dreistelliger oder niedriger vierstelliger Betrag. „Mit dem Urteil soll der Wirt auf den Pfad der Tugend zurückgeführt werden“, sagte Kleybolte.

Laut Anwalt Stavros Stefanou, der den Sehnder vertritt, ließ sein Mandant in mehreren Restaurants „verdachtsbezogene Kontrollen“ durch Dritte durchführen. Dass das hannoversche Lokal 13 Kilometer von Sehnde entfernt ist, ändere nichts an der Konkurrenzsituation; mit dem Verstoß gegen die Verpackungsverordnung verschaffe sich der Anderter einen Wettbewerbsvorteil. Tatsächlich besteht bei gewerblichen Verkäufen außer Haus die gesetzliche Verpflichtung, sich an einem Recyclingsystem zu beteiligen.

Über die Frage, ob ein Gast sein Stammlokal nicht eher nach der Güte des Gyros denn nach geringfügigen Preisunterschieden auswählt, hatte das Gericht nicht zu befinden.

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