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Aus der Stadt Geburtshilfe wird ersatzlos gestrichen
Hannover Aus der Stadt Geburtshilfe wird ersatzlos gestrichen
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13:33 16.12.2014
Von Mathias Klein
Die Geburtshilfe im Nordstadtkrankenhaus soll abgeschafft werden. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Für die umstrittene Medizinstrategie des Regionsklinikums gibt es jetzt eine politische Mehrheit. SPD und Grüne einigten sich auf eine gemeinsame Linie. Die Grünen sind von ihrer bisherigen Forderung, die Geburtshilfe am Nordstadtkrankenhaus zu erhalten, aus Kostengründen abgerückt. Zuvor hatte die Geschäftsführung des Klinikums die Kosten für eine Sanierung von Geburtshilfe und Gynäkologie ausgerechnet. Klinikums-Geschäftsführerin Barbara Schulte bezifferte den Finanzbedarf auf eine Summe zwischen 22 und 27 Millionen Euro.

Die Geburtshilfe wird ersatzlos geschlossen, die rund 1000 Geburten pro Jahr sollen die dann noch verbleibenden Krankenhäuser mit einer Geburtshilfe übernehmen. Das sind in Hannover die Henriettenstiftung, das Friederikenstift, die Medizinische Hochschule und das Vinzenzkrankenhaus. Die Gynäkologie des Nordstadtkrankenhauses wird ins Klinikum ­Siloah verlagert.

Klinikum will Hebammen neue Arbeitsplätze anbieten

In einer gemeinsamen Sitzung von Sozial- und Finanzausschuss stimmten SPD und Grüne für das Konzept. Die beiden Fraktionen hatten sich zuvor auf vier Änderungen der ursprünglichen Strategie geeinigt. Zeitgleich mit einem gemeinsamen Neubaukonzept für Großburgwedel und Lehrte soll auch der Erhalt der beiden Kliniken geprüft werden. Vor der Schließung des Springer Krankenhauses soll dort eine 24-Stunden-Notfallversorgung aufgebaut werden. Außerdem soll unter anderem geprüft werden, ob das Gebäude als Spezialklinik für langzeit­beatmete Patienten genutzt werden kann. Die Hebammenschule des Klinikums soll in Kooperation mit anderen Krankenhäusern weitergeführt werden. Den Hebammen, deren Arbeitsplatz wegfällt, soll das Klinikum neue Arbeitsplätze anbieten. Zum Konzept gehört auch ein jährlicher Bericht über die Umsetzung der Medizinstrategie.

CDU und FDP kritisierten die Klinikleitung wegen „fehlender Transparenz“. Seiner Fraktion fehlten konkrete Zahlen, um sich ein Bild von zu machen, sagte CDU-Fraktionschef Bernhard Schlossarek. Michael Fleischmann (Linke) beklagte die große Eile, mit der das Konzept die politischen Gremien durchlaufen müsse. Regionspräsident Hauke Jagau (SPD), der Vorsitzender im Aufsichtsrat des Klinikums ist, verteidigte das Konzept. „Wenn es nicht gelingt, die Qualität im Klinikum zu erhöhen und dadurch mehr Patienten zu gewinnen, dann sind noch ganz andere Maßnahmen möglich“, sagte Jagau.

Zwei Mitglieder der Regionsversammlung hatten sichtlich Schwierigkeiten der Fraktionslinie zu folgen. Doris Klawunde (Grüne) musste von den Fraktionskollegen bei den einzelnen Abstimmungen zuweilen zum Handheben für die Strategie aufgefordert werden. Das ehemalige Klinikumsaufsichtsratsmitglied hatte sich in den vergangenen Tagen vehement für den Erhalt der Geburtshilfe im Nordstadtkrankenhaus eingesetzt. In einer nachdenklichen Rede hat sie die Erwartungen an die Klinikumsleitung hochgeschraubt: „Sie sind jetzt zum Erfolg verdammt“, sagte sie. Ein anderes ehemaliges Aufsichtsratsmitglied saß mit versteinertem Gesicht still in der Ecke: Klinikexperte Manfred Benkler von der CDU war für die Strategie - und hatte seinen Posten deshalb im Streit mit der Fraktionsspitze geräumt.

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