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Machtdemonstration am Steintor

Hells Angels Machtdemonstration am Steintor

Die vorübergehende Rückkehr des einflussreichen Hells Angels Frank Hanebuth am Sonntagabend nach Hannover war mehr als nur eine harmlose Geburtstagsparty. Das Spektakel zur Feier seines 52. Geburtstags vor der Kneipe Sansibar in der Scholvinstraße mit Tänzerinnen und Flammenwerfern war auch ein Signal an die Rockerszene.

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Frank Hanebuth ist auf Kurzbesuch in Deutschland und lässt sich von vielen angereisten Hells Angels am Steintor feiern.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. „Ich komme wieder, ich mische weiter mit, und alles wird so wie früher“, sollte der pompöse Auftritt in der weißen Hummer-Stretch-Limousine und mit Motorradeskorte den Mitgliedern und Anhängern der Höllenengel wohl verdeutlichen.

Beim Landeskriminalamt Niedersachsen möchte man sich nicht zu der Causa Hanebuth äußern. Das LKA beobachte landesweite Rockergruppierungen nach wie vor ganz genau, heißt es lapidar. „An Spekulationen, auch bezogen auf einzelne Anführer, werden wir uns nicht beteiligen“, sagt ein Behördensprecher.

Der ehemalige Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth macht zu seinem Geburtstag einen Kurzurlaub in Hannover. Am Flughafen erwarten ihn Hells Angels mit einer Limousine, am Steintor will er seinen Geburtstag feiern.

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Doch Hanebuth, gegen den seit mehr als drei Jahren in Spanien Ermittlungen laufen und dem überraschend ein Besuch in der Heimat erlaubt wurde, war am Sonntag nicht als Privatperson ans Steintor zurückgekommen. Er kam als Präsident des vor wenigen Monaten neu gegründeten hannoverschen Hells-Angels-Clubs „North Gate“. Das Amt war ihm offenbar noch am Sonntag auf dem Weg vom Flughafen nach Hannover angetragen worden. Bei der Begrüßung in Langenhagen hatte Hanebuth ein sogenanntes Patch, eine Lederweste mit den Insignien seines Clubs überreicht bekommen – allerdings fehlte darauf noch der Hinweis auf sein neues Amt. Beim Verlassen des Wagens am Steintor prangte das Schild „President“ deutlich sichtbar auf seiner Kutte. Damit ist Frank Hanebuth wieder Chef eines Hells-Angels-Clubs in Hannover, eine Funktion, die er bereits bis zum Jahr 2012 innehatte, bis er seinen Club überraschend auflöste.

Der 52-Jährige ist nicht der Einzige in seinem neuen Club mit Hells-Angels-Vergangenheit. „North Gate“ haben sich viele alte Weggefährten Hanebuths angeschlossen, die ebenfalls bis 2012 am Steintor tätig waren, unter anderem als Türsteher. Erstmals öffentlich präsentierte sich ein Teil der Mitglieder des neuen Rockerclubs im Juni. Damals ging es Richtung Warschau, um an einem Europatreffen der Hells Angels teilzunehmen. Fotos der Fahrt sind auf öffentlich einsehbaren Facebook-Seiten zu finden.

Hanebuth schlug in einer Ansprache am Sonntagabend in der Sansibar kämpferische Töne an: „Wir werden verfolgt, wir halten das aus, denn wir sind eine besondere Spezies von Menschen, die gerade sind und die nicht gleich in eine Kronzeugenstarre verfallen, wenn es mal eng wird.“ Der 52-Jährige spielte damit auf 2013 sang- und klanglos eingestellte Ermittlungen der Behörden in Schleswig-Holstein an, die durch die Aussagen eines dubiosen Kronzeugen ins Rollen gebracht wurden.

Die Polizei hat am Sonntag an 29 Besucher der Feier Knöllchen verteilt, weil deren Fahrzeuge im Halteverbot standen. Zudem leitete sie ein Ordnungswidrigkeitsverfahren nach dem Sprengstoffgesetz ein, weil für das Abbrennen des Feuerwerks keine Genehmigung vorlag. Weitere Straftaten seien nicht offenkundig geworden, teilte die Behörde mit. Nach Einschätzung der Polizei steht das Steintorviertel trotz des neuen Hells-Angels-Charters nicht vor einem Umbruch. Es sei bekannt, dass Mitglieder des Clubs als Türsteher und Gewerbetreibende am Steintor tätig seien.

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