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Gedenken zum Antikriegstag am Ehrenfriedhof

Maschsee-Nordufer Gedenken zum Antikriegstag am Ehrenfriedhof

Der Regen ist kein Freund der Gedenkkultur. Nur gut 100 Besucher haben sich am Antikriegstag auf dem Ehrenfriedhof am Maschsee-Nordufer versammelt, um an die Opfer von Krieg und Diktatur zu erinnern. Weit weniger als sonst.

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Bürgermeister Thomas Hermann (SPD) spricht vor Gästen auf dem Ehrenfriedhof.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Dabei stand diesmal ein Eklat zu erwarten: Pazifisten der „Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner“ (DFG-VK) hatten gedroht, die Veranstaltung zu verlassen, wenn der ehemalige Berufssoldat und CDU-Bundestagsabgeordnete Wilfried Lorenz als Redner für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sprechen sollte. Am Ende aber sprach Lorenz - und niemand verließ den Ehrenfriedhof, auf dem 386 Zwangsarbeiter aus der NS-Zeit ruhen.

„Nach Gesprächen mit der IG Metall haben wir entschieden, dass bei dieser Veranstaltung die Opfer im Vordergrund stehen sollen - wir wollten an diesem Ort keinen Eklat“, sagt Klaus Falk, Sprecher der DFG-VK. Also sprach Lorenz, während die konfliktfähigen Friedensfreunde ihm mit Flaggen und Transparenten zuhörten.

Zuvor hatte schon Pia Pachauer von der IG Metall an den deutschen Angriff auf Polen vom 1. September 1939 erinnert. „Es ist Satzungsziel der ­IG Metall, eine Welt ohne Krieg zu errichten“, sagte sie. Bürgermeister Thomas Hermann erinnerte an den aktuellen Konflikt in der Ukraine. Und dann kam Lorenz. Er erinnerte daran, dass die Alliierten den Maschsee-Ehrenfriedhof am 16. Oktober 1945 mit militärischem Zeremoniell eingeweiht hatten: „Es waren Soldaten, die Deutschland von der Nazi-Diktatur befreit haben - unter Einsatz ihres Lebens.“ Die Staatengemeinschaft dürfe Völkermorden nicht tatenlos zusehen, erklärte er.

Beifall von den Pazifisten bekam er dafür nicht: „Lorenz hält an militärischen Optionen fest“, kritisierte Klaus Falk. Der Volksbund werde von der Bundeswehr unterstützt, monierte Hartwig Müller-Reiß-Wiek von der DFG-VK. Lorenz hatte den Volksbund in seiner Rede als „eine große, auf Frieden und Versöhnung ausgerichtete Bürgerinitiative mit fast 100-jähriger Tradition“ bezeichnet. Und die DFG-VK, erklärte der CDU-Politiker am Rande der Veranstaltung, sei früher als kommunistische Gruppe von der Stasi unterstützt worden. Bei dem Zwist prallen zwei politische Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Am Ende ließen Jugendliche von der IG Metall und Jugendliche aus einem internationalen Workcamp des Volksbundes weiße Luftballons in den Himmel steigen. An jedem hing der Name eines Opfers vom Maschsee-Ehrenfriedhof. Und viele Besucher zogen mit ihren Regenschirmen weiter, hinüber zur Aegidienkirche. Zur Gedenkveranstaltung des DGB.

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