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Aus der Stadt Erinnerung an ermordete Zwangsarbeiter
Hannover Aus der Stadt Erinnerung an ermordete Zwangsarbeiter
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00:15 25.03.2017
Von Simon Benne
Ein Gebet für die Ermordeten: Kranzniederlegung für die ermordeten Zwangsarbeiter in Ahlem. Quelle: Benne
Hannover

Ira Wolkowa wurde nur 19 Jahre alt. Die Nazis hatten die junge Ukrainerin zur Zwangsarbeit nach Hannover verschleppt. Sie wurde hier in der Straßenbahn verhaftet, weil sie angeblich Lebensmittel für ihre Cousine Nadja gestohlen hatte. In Ahlem wurde sie von der Gestapo erhängt, am 22. März 1945, wenige Wochen vor dem Einmarsch der Amerikaner. Die Nazis zwangen ihre Cousine, bei der Hinrichtung zuzusehen. "Ihr Schicksal steht stellvertretend für das Leid, das unzähligen Zwangsarbeitern durch die Nazis zugefügt wurde", sagt die stellvertretende Regionspräsidentin Michaela Michalowitz.

Ein Gedenkkonzert unter dem Motto „Wir sangen, um unsere Tränen zu verbergen“ gibt es am Sonntag, 
9. April, 17 Uhr, in der St.-Nikolai-Kirche, Sackmannstraße 26. Laura Pohl und Goran Stevanovic intonieren Lieder von Häftlingen aus dem KZ Conti-Limmer.

Zum dritten Mal erinnerten Stadt und Region in der Gedenkstätte Ahlem jetzt mit einer gemeinsamen Gedenkfeier am Jahrestag von Ira Wolkowas Ermordung an das Schicksal der Zwangsarbeiter. Auf dem Gelände der früheren Israelitischen Gartenbauschule wurden noch in den letzten Kriegswochen 59 Zwangsarbeiter ermordet. Der Film "Krieg, Zwangsarbeit, Tod, Hoffnung" der Historiker Shaun Hermel und Janet von Stillfried, der bei der Feierstunde Premiere hatte, erzählt von ihrem Schicksal: "Jeden Morgen lag Mordgeruch auf unserem Haus", erinnert sich darin der frühere Häftling Franz Hennies.

Rund 13 Millionen Menschen, meist aus Polen oder der Sowjetunion, wurden in der NS-Zeit zur Sklavenarbeit gezwungen, in Industriebetrieben oder in der Landwirtschaft. Zahlmäßig stellen die Zwangsarbeiter damit die größte Opfergruppe der Nazizeit. Im Jahr 1944 waren rund ein Viertel aller Arbeiter und Angestellten im Dritten Reich Zwangsarbeiter. "Sie standen am unteren Ende der menschenverachtenden Hierarchie des NS-Staates", sagt Bürgermeister Thomas Hermann: "Ein vor aller Augen begangenes Verbrechen." In Hannover mussten nach vorsichtigen Schätzungen mehr als 60 000 Zwangsarbeiter schuften. Die Kommunikation mit den Firmen, die davon profitierten, "war und ist schwierig", sagt Hermann.

Die Gedenkstätte Ahlem sei ein authentischer Ort, um die Erinnerung an die jüdischen Opfer der NS-Zeit, aber auch an ermordete Sinti und Zwangsarbeiter bei Jugendlichen wach zu halten, sagte Michalowitz. Am Ende sang Kantor Andrej Sitnov von der Jüdischen Gemeinde das hebräische Totengebet El male rachamim, und die Vertreter von Stadt und Region legten Kränze nieder. An genau jener Stelle, an der Ira Wolkowa und die anderen Zwangsarbeiter so sinnlos starben.

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