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Aus der Stadt Gefälschte Post von Boehringer beunruhigt Bewohner
Hannover Aus der Stadt Gefälschte Post von Boehringer beunruhigt Bewohner
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09:39 20.03.2010
Von Felix Harbart
Eingezäunt: Das Gelände des Pharmariesen Boehringer Ingelheim in Kirchrode. Quelle: Christian Elsner (Archiv)
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In dem Schreiben, dessen Absender sich „Boehringer Ingelsheim“ nennt, heißt es unter anderem, der Konzern habe sich dazu entschlossen, neben Schweinen und Rindern auch Kleintiere und Pferde für die Erforschung von Tierimpfstoffen einzusetzen. Dazu bitten die Verfasser die Empfänger des Briefes um Unterstützung – indem sie nämlich ihre Haustiere zu Testzwecken zur Verfügung stellen. Am Freitag distanzierte sich Boehringer Ingelheim entschieden von der Hauswurfsendung und kündigte einmal mehr Strafanzeige gegen Unbekannt an.

Zur Begründung der Ausweitung der Forschung auf Pferde und Kleintiere phantasieren die Verfasser des Briefes: „Wir wollen so zum einen den Studenten der Tierärztlichen Hochschule die Möglichkeit geben, auch in diesen Bereichen einen praktischen Einblick in die Arbeit der pharmazeutischen Tierforschung zu bekommen, andererseits liegt uns die Gesundheit von Kleintieren bzw. Haustieren natürlich genauso am Herzen wie die der landwirtschaftlichen Nutztiere.“ Um aber eine realistische Umgebung für die Haustiere zu schaffen, brauche man zu Testzwecken die nachbarlichen Haustiere. Bei Interesse möchten sich die Empfänger bitte beim Unternehmen melden. Die entsprechenden Telefonnummern haben die Briefschreiber auch angegeben.

In seiner Stellungnahme spricht der echte Pharmakonzern Boehringer nun von „infamen Behauptungen und Verleumdungen“ und bittet die Empfänger des Rundschreibens, den Aufruf zu ignorieren. Der Inhalt des Schreibens sei eine Aneinanderreihung falscher Tatsachenbehauptungen. „Boehringer Ingelheim plant entgegen den Behauptungen keine Erweiterung der künftigen Forschungsaktivitäten auf Kleintiere und Pferde“, schreibt das Unternehmen. Nach wie vor sei ausschließlich ein Forschungszentrum für Schweine- und Rinderimpfstoffe geplant. Auch stammten die für die Versuche genutzten Tiere ausschließlich aus anerkannten Versuchstierzuchten. Schon deshalb sei „die Behauptung, dass Boehringer Ingelheim Privatpersonen zur Abgabe ihrer Haustiere für Versuchszwecke auffordert, absurd“.

Immer wieder hatten Gegner des Forschungszentrums in der Vergangenheit mit verschiedenen Aktionen Front gegen die Ansiedlung gemacht. Die Besetzung des Geländes in Kirchrode durch gut zwei Dutzend Tierschützer beendete die Polizei mit einem Großeinsatz. Die Brandstifter, die mehrfach Fahrzeuge von Schlachtereien anzündeten, konnten sie dagegen nicht ausfindig machen. Auch die Urheber von verschiedenen Schmierereien, etwa an Gebäuden der Tierärztlichen Hochschule, sind weiterhin unbekannt.

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