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Aus der Stadt „Gefahrenkarte“ soll vor „nassen Füßen“ schützen
Hannover Aus der Stadt „Gefahrenkarte“ soll vor „nassen Füßen“ schützen
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20:26 15.09.2014
Von Andreas Schinkel
Allein am 4. August, als sich Wassermassen über den Süden Hannovers ergossen, mussten die Feuerwehrleute 352-mal ausrücken. Quelle: Symbolfoto
Hannover

Allein am 4. August, als sich Wassermassen über den Süden Hannovers ergossen, mussten die Feuerwehrleute 352-mal ausrücken. Wie Straßen und Häuser besser vor Überschwemmungen geschützt werden können, darüber zerbrechen sich die Experten der Stadtentwässerung jetzt den Kopf. „Wir wollen eine Gefahrenkarte für Hannover erstellen, auf der alle Senken verzeichnet sind“, sagte Hans-Otto Weusthoff, Bereichsleiter für Planung und Bau bei der Stadtentwässerung, am Montag im Umweltausschuss.

Oft scheitert es an zu wenig Platz

Die Topografie der Stadt wird per Laserscan während eines Flugs über Hannover abgetastet. Dabei sollen Senken und Anhöhen sichtbar werden. Daraus verspricht sich die Stadtentwässerung Aufschluss, welche Wege das Wasser nach einem starken Regenfall nimmt und welche Straßen und Quartiere besonders betroffen sind. „Dann können wir abschätzen, wo Bordsteine anders konstruiert werden müssen und wo wir Rückhaltebecken bauen“, sagt Weusthoff. Zu hoffen sei, dass es nicht zum Äußersten kommt und bei Bedarf Tiefgaragen zu fluten sind. „Aber wir müssen abwägen, in welchem Bereich größerer Schaden verursacht wird“, sagt er.

Die Kanäle auszubauen und die Durchmesser der Leitungen zu erhöhen, scheidet aus Kostengründen aus. „Auch haben wir zum Teil zu wenig Platz im Straßenraum“, sagt Weusthoff. Wie groß die Kapazitäten der Kanäle sind, stellt Weusthoff mit einer statistischen Berechnung dar: Grundsätzlich können die Wasserkanäle solche Starkregenfälle aufnehmen, die alle zwei bis zehn Jahre auftreten. Aber was sind überhaupt Starkregenfälle? Die Experten der Stadtentwässerung verstehen darunter große Niederschlagsmengen, die innerhalb kurzer Zeit fallen. So sind am 24. Juli in Bemerode innerhalb von 15 Minuten neun Liter pro Quadratmeter vom Himmel gestürzt.

Grundsätzlich gehen Stadtverwaltung und Ratspolitik davon aus, dass die Starkregenfälle infolge der Klimaveränderung zunehmen. Doch die eigenen Messungen der Stadtentwässerung bestätigen einen solchen Trend nicht. „Wir haben an zwölf Stationen im Stadtgebiet zwischen 2004 und 2013 gemessen“, berichtet Weusthoff. Die mittlere Jahresniederschlagshöhe von 609 Millimetern habe sich in dieser Zeit nicht verändert. „Das hilft den Bewohnern von Bemerode oder Wülfel, deren Keller überflutet sind, wenig“, räumt Weusthoff ein.

Kanalnetz wird saniert 

Rund 20 Prozent der Straßenkanäle sind beschädigt. Um den Sanierungsstau zu bekämpfen, will die Stadtentwässerung ihre Investitionen auf 26 Millionen Euro erhöhen.

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