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Gefangene kritisieren Versorgung in der JVA Sehnde

Protestschreiben Gefangene kritisieren Versorgung in der JVA Sehnde

Inhaftierte der Justizvollzugsanstalt (JVA) Sehnde beklagen die schlechten Arbeitsbedingungen und eine mangelhafte medizinische Versorgung in dem Gefängnis. Über die offiziell nicht anerkannte Gefangenengewerkschaft der Anstalt haben sich die Betroffenen jetzt an die Öffentlichkeit gewandt, um auf die Probleme aufmerksam zu machen.

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Zellengang in der JVA Sehnde.

Quelle: Rainer Dröse (Archiv)

Hannover/Sehnde. Die ärztliche Betreuung sei mangelhaft, psychischer Druck auf die Gefangenen sei an der Tagesordnung, Repressionen allgegenwärtig, heißt es in dem Schreiben. Das Justizministerium weist die Vorwürfe zurück. Dabei sind die Proteste der Betroffenen massiv. Auch die Beispiele, die als Beleg für die schlechten Zustände innerhalb des Gefängnisses in dem Schreiben der Gefangenengewerkschaft aufgeführt werden, sind sehr konkret. Ein nach einem Arbeitsunfall gehbehinderter Häftling habe mehrere Monate auf die dringend benötigten Einlagen warten und deshalb während der Arbeit Schmerzen erleiden müssen, heißt es. Ein anderer Inhaftierter habe mehr als fünf Monate auf eine Brille warten müssen, die er für die tägliche Arbeit am Bildschirm dringend benötige.

Wer krank ist, müsse trotzdem zur Arbeit gehen, weil es bis zu vier Wochen dauere, bis der Inhaftierte einem Arzt vorgestellt wird, der eine Krankschreibung ausstellt. Die Gefangenen bemängeln zudem, dass chronisch Kranke in der JVA die Medikamente nur in Rationen für zwei oder drei Wochen verschrieben bekommen. Auf einen neuen Termin für ein neues Rezept müssten Inhaftierte trotz rechtzeitiger Anmeldung zum Teil so lange warten, dass sie tagelang ohne die dringend benötigten Medikamente auskommen müssten. In einem Fall soll erst die Drohung mit der Staatsanwaltschaft dazu geführt haben, dass die Medikation fortgesetzt wird.

Die Gefangenengewerkschaft berichtet außerdem von einem Justizvollzugsbeamten in Sehnde, der Insassen am Wochenende zum Arbeiten gezwungen haben soll. Zu diesem Vorfall liegt dem Justizministerium eine offizielle Eingabe vor. „Das Ergebnis der Überprüfung steht noch aus“, teilt Sprecher Marco Hartrich auf Anfrage mit. Ansonsten würden Hinweise auf eine „desaströse“ medizinische Versorgung und gefährliche Arbeitsbedingungen nicht vorliegen, heißt es in der Stellungnahme weiter. Darüber hinaus würden alle niedersächsischen Justizvollzugseinrichtungen einem „strukturierten Aufsichtssystem“ unterliegen, das regelmäßige Besichtigungen durch das Justizministerium beinhalte, so der Sprecher weiter.

Die Betroffenen wollen sich mit Antworten des Justizministeriums nicht zufriedengeben. In der Nordstadt trifft sich seit Kurzem die Gruppe „Gefangenensolidarität Hannover“. Die Mitglieder wollen sich künftig von draußen für die Belange der Inhaftierten in der JVA Sehnde, aber auch in der Haftanstalt in Hannover starkmachen.

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