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Geheimcode soll belästigten Frauen in Discos helfen

Pilotprojekt Geheimcode soll belästigten Frauen in Discos helfen

Frauen, die sich im Partygewimmel bedrängt, bedroht oder sexuell belästigt fühlen, sollen in hannoverschen Nachtclubs und Bars künftig leichter Hilfe bekommen. Das Ampelbündnis schlägt dafür ein Modellprojekt gegen sexualisierte Gewalt vor. 

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Das Pilotprojekt soll helfen, dass auch Frauen in der Disco unbeschwerter feiern können.

Quelle: christian behrens

Hannover. Das sieht ein Modellprojekt gegen sexualisierte Gewalt vor, das das Rats-Ampelbündnis am Montag im Gleichstellungsausschuss vorgeschlagen hat. Der Antrag mit großer Mehrheit angenommen, nur die AfD stimmte dagegen.

Dem Modellprojekt dient eine Kampagne des Frauennotrufs Münster als Vorbild. Das Prinzip: Wenn eine Frau sich in einer Situation beim nächtlichen Feiern unwohl fühlt, kann sie zum Thekenpersonal gehen und mit einer Codefrage um Hilfe bitten: In dem münsterschen Projekt, das bereits in vielen deutschen Städten Nachahmer gefunden hat und das ursprünglich aus England stammt, lautet diese Codefrage: „Ist Luisa da?“. Mitarbeiter, die den Code kennen, führen die Frau dann sofort in einen sicheren Raum und besprechen das weitere Vorgehen: sei es, dass Freunde verständigt werden, ein Taxi gerufen, ein Lokalverbot erteilt oder die Polizei eingeschaltet wird.

„Ist Luisa da?“ ist nicht der erste Versuch der Stadt, Missstände in Hannovers Discotheken zu beheben. Seit Ende 2014 soll ein Gütesiegel helfen, Diskriminierung beim Einlass an den Eingangstüren zu verhindern. In Münster habe man mit „Ist Luisa da?“ bei den Discothekenbetreibern viel Zuspruch geerntet, sagte Wilfried Engelke (FDP) gestern. Er sei sicher, dass dies auch in Hannover der Fall sein werde. Adam Wolf von den Piraten wies darauf hin, dass das Ursprungsprojekt im Londoner Westend bereits sehr erfolgreich gewesen sei. Ursprünglich habe es auch dazu gedient, moderne Schnellkontaktbörsen wie Tinder etwas sicherer zu machen. Wichtig sei, dass minderjährige Mädchen, die verbotenerweise nach Mitternacht noch in Clubs feiern und diesen Code benutzten, ihre Personalien nicht offenlegen müssten, sagte Wolf: „Sonst sind gerade sie von dieser Hilfe ausgeschlossen.“ Renée Steinhoff (Grüne) betonte, dass sie sich eigentlich eine Kampagne wünsche, mit der das Personal in den Nachtclubs so sensibilisiert werde, dass ein Codewort überflüssig sei. Man könne heute schon offen sagen, wenn man sich belästigt fühle, ein Codewort sei lächerlich, hieß es vonseiten der AfD.

Dem widersprechen Vereine wie „Violetta“ oder der hannoversche Frauennotruf. Es meldeten sich immer wieder Frauen, darunter auch häufiger junge Mädchen, die nicht selbstbewusst genug seien, um offen um Hilfe zu bitten, wenn jemand sie bedränge oder begrabsche. Unter anderem für Frauen wie sie sei so ein Projekt gedacht.

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