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Markierungen sollen Stadtbahnunfälle verhindern

Unfallforschung Markierungen sollen Stadtbahnunfälle verhindern

Der letzte schwere Unfall mit einer Stadtbahn war erst Ende März, nun geben Unfallforscher Tipps, wie dies vermieden werden kann: Gelbe Markierungen an Straßenbahn-Übergängen erhöhen die Aufmerksamkeit von Fußgängern und können damit Unfälle verhindern.

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Gelbe Markierungen sollen schwere Unfälle mit Stadtbahnen vermeiden. Das meinen Unfallforscher der MHH.

Quelle: dpa/Archiv

Hannover. Das hat eine Beobachtungsstudie der Unfallforschung an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ergeben. "Zudem berichten die Straßenbahn-Fahrer, dass sie Fußgänger auf den gelben Übergängen in der Dämmerung oder Dunkelheit besser erkennen", sagte der Leiter der MHH-Unfallforschung, Heiko Johannsen, der dpa. In einem Pilotprojekt wurde der Asphalt an den Fußgänger-Übergängen von drei Haltestellen in Hannover gelb gestrichen.

Ende März passierten in der Landeshauptstadt fast zeitgleich zwei Stadtbahn-Unfälle an nicht gekennzeichneten Übergängen. Ein 15 Jahre alter Fußgänger, der Kopfhörer getragen hatte, erlitt lebensgefährliche, eine 64-Jährige bei dem anderen Unfall schwere Verletzungen.

Mehrere Unfälle haben den Stadtbahnverkehr der Üstra beeinträchtigt. In Altwarmbüchen wurde ein Junge schwer verletzt. Außerdem gab es einen weiteren Unfall mit einem Silberpfeil.

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Nach Angaben der üstra waren es die ersten gravierenden Unfälle in diesem Jahr. Allerdings gibt es üstra-Sprecherin Katja Raddatz zufolge jeden Tag brenzlige Situationen. "Unsere Fahrer haben in gewisser Weise auch eine Schutzengel-Ausbildung." Nahezu täglich retteten sie durch Klingeln oder Notbremsungen unaufmerksamen Passanten das Leben.

2016 zählte die Polizei in Hannover 96 Stadtbahnunfälle, ein 28 Jahre alter Fußgänger kam ums Leben. 2015 starben dem Statistischen Bundesamt zufolge deutschlandweit 22 Menschen bei insgesamt 526 Straßenbahnunfällen mit Fußgängern oder Radfahrern. Für 2016 liegen noch keine bundesweiten Zahlen vor.

"Wenn Fahrgäste nach dem Aussteigen die Gleise passieren, gucken die meisten nicht nach links und rechts", sagte Johannsen. Ein weiteres Problem sei, dass die modernen Bahnen immer leiser und dadurch eher überhört werden. Die MHH-Forscher haben auf den gelb markierten Bahnübergängen weniger Konfliktsituationen festgestellt. "Ob Fußgänger hier dauerhaft aufmerksamer sind, kann nur eine Langzeituntersuchung zeigen", sagte der Unfallforscher.

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat rund 4100 Straßenbahnunfälle aus den Jahren 2009 bis 2011 in 58 deutschen Städten analysiert. Dieser Statistik zufolge sind die gefährlichsten Städte Karlsruhe, Freiburg und Köln. Hannover liegt bezogen auf die Streckenlänge des Straßenbahnnetzes an 14. Stelle, bezogen auf die Einwohnerzahl auf Platz 11, Braunschweig auf Platz 24 beziehungsweise 19 und Bremen auf Rang 26 und 20.

Wichtig für die Prävention seien sogenannte Z-Gitter vor dem Gleisbett, sagte UDV-Leiter Siefried Brockmann. Diese müssten aber so aufgestellt werden, dass die Fußgänger vor dem Überqueren der Gleise gezwungen werden, in die Richtung der herannahenden Bahn zu blicken.

lni

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